10 Fragen, über die nur Eltern streiten

Wer muss nachts aufstehen? Wer muss die Party verlassen, wenn der Babysitter anruft? Es gibt Fragen, über die nur Eltern streiten. Unsere Lösungsansätze

 

1) Wer muss nachts aufstehen, wenn das Baby weint?

Natürlich seid ihr beide müde: Mama in Elternzeit, weil sie schon den ganzen Tag gestillt, Windeln gewechselt, Baby geschaukelt, Kinderwagen geschoben und zehntausend kleine Handgriffe im Haushalt getan hat. Papa, weil er den ganzen Tag im Büro und unterwegs war. Oder umgekehrt. Tatsache ist, wenn das Baby nachts noch gestillt wird, kommt Mama nicht ums Aufstehen herum. Wenn das Kind schon älter ist, wäre Abwechseln sicher die fairste Lösung. Leider weiß das das Baby nicht: Es will womöglich nur von Papas Armen getragen werden oder akzeptiert nur Mamas Singstimme. Da muss Papa oder Mama dann durch. Umso mehr Gründe, den nachtaktiven Elternteil dann wenigstens morgens zu entlasten – siehe Punkt 2! 

 

2) Wer darf am Wochenende morgens ausschlafen?

Ganz klar, zuerst mal der, der nachts öfter für das Baby aufgestanden ist! Oder? Eher der, der die ganze Woche über den meisten Stress hatte? Fein, aber wer kann diesen Titel für sich beanspruchen? Und schon geht die Diskussion los… Aber zum Glück hat das Wochenende ja zwei Tage.

 

3) Wer wechselt die Stinkewindel?

„Eene meene muh…“ – und dran bist du! Manche Elternbeziehung profitiert tatsächlich sehr von Auszählreimen. „Schnick, schnack, schnuck“ hat sich auch sehr bewährt. Andere beherzigen lieber das gute englische Motto „Finders Keepers“ – auf gut deutsch: „Wer‘s findet, darf‘s behalten“!

 

4) Wer muss mit raus in Wind und Wetter, weil die Kinder drinnen nicht mehr auszuhalten sind?

Wenn der Nachwuchs zu viel Hummeln im Hintern hat, hilft nur eins bevor es richtig knallt: Raus an die frische Luft! Gemein, wenn die Natur dann gerade regnet, stürmt und absolut uneinladend ungemütlich ist. Zumal die Couch gerade so kuschelig ist… Da hilft oft nur: Geteiltes Leid ist halbes Leid! Gummistiefel und Regenhosen gibt es ja auch für Erwachsene.

 

5) Wer muss den Magen-Darm-Virus aushalten?

Kranke Kinder sind der ultimative Belastungstest fürs System. Wenn beide Eltern arbeiten, bringen Scharlach, Bindehautentzündung und Durchfall das mühsam konstruierte Kartenhaus ins Wanken. Angesichts bereits nachts mehrfach gewechselter Bettbezüge tauchen in beiden Terminkalendern plötzlich wichtige Meetings auf. Auch da hilft meistens – Abwechseln. Einen Tag hält Papa die Stellung, einen Tag Mama und so weiter. Oder ihr gebt euch, wenn möglich und nötig, sogar die Klinke in die Hand: Mama darf morgens zum Meeting und löst dafür Papa nachmittags ab, damit er den wichtigen Kundentermin nicht verschieben muss. Zum Glück sind viele Arbeitgeber heutzutage beim Wort Home Office auch nicht mehr auf beiden Ohren taub. Eine Lösung findet sich immer. Improvisationstalent wird frischgebackenen Eltern schließlich mit in die Babywiege gelegt.

 

6) Wer verlässt die Party, wenn der Babysitter anruft?

Tja. Endlich ist man mal wieder gemeinsam aus, trifft Freunde tatsächlich zusammen, tanzt seit Ewigkeiten mal wieder – und gerade wenn die Party so richtig in Schwung kommt, klingelt das Handy. Jetzt hilft nur, die eigenen Argumente gut in Stellung zu bringen: „Es ist aber der Geburtstag von meiner besten Freundin!“ „Aber ich habe die Jungs so lange nicht gesehen!“ „Okay, machen wir Schnick-Schnack-Schnuck?!“

Welche Lösungsstrategie ihr auch wählt, sie gilt übrigens auch, wenn das Kind einen Tobsuchtsanfall bekommt, gerade wenn im Restaurant das Essen serviert wird.

 

7) Wer darf sich mit dem Besuch unterhalten – und wer muss die Kinder unterhalten?

Mal sind die Windeln voll, mal möchte das Baby stillen, mal verlangen die Geschwisterkinder nach Antworten / mehr Kuchen / einem Spielgefährten: Ein ganz normaler Kaffeeklatsch wird mit Kindern zur Kunstform, eine Unterhaltung ist kaum möglich. Spätestens wenn du eure Freunde zum fünften Mal fragst: „Und, wie läuft es so bei euch?“ ist es Zeit, Konsequenzen zu ziehen. Entweder, ihr teilt euch (mal wieder) auf oder ihr packt die Kinder in den Kinderwagen und / oder aufs Laufrad und verlagert die Unterhaltung auf die Straße und den Spielplatz. Da sind die Kleinen abgelenkt und können sich mit etwas Glück auch mal ein paar Minuten selbst beschäftigen, während ihr endlich mal wieder Erwachsenen zuhören und euer Sozialleben wiederbeleben könnt.

 

8) Wer muss zum 100. Mal Uno spielen?

Keine Frage, es macht Spaß, wenn die Kleinen Gesellschaftsspiele entdecken und man tatsächlich zusammen spielen kann. Bei der ersten und zweiten Runde. Wenn du dann aber die Karten zum x-ten Mal mischt oder deine Spielfigur im Leiterspiel schon wieder auf Start rückst, kann dir niemand ein Gähnen verdenken. Dein Trost: Wiederholungen sind gut für die kindliche Entwicklung, auch wenn dafür deine grauen Zellen gefühlt langsam absterben.

 

9) Wer muss dem Baby die Zähne putzen?

Niemand streitet sich gern mit seinem Kind und gerade beim Zähneputzen müssen Mama und Papa manchmal mehr liebevollen Zwang anwenden, als sie jemals wollten. Denn da hilft alles Kopf hin und her werfen, schreien und protestieren nichts: Zahnhygiene ist wichtig. Abwechseln schont die Nerven. Ansonsten hilft leider nur: Augen zu und durch – und vielleicht die Zahnputztricks in diesem Blog.

 

10) Wie lange darf Mama/Papa auf die Toilette gehen?

Erstes Gesetz des Elternalltags: Die Toilette ist der letzte Rückzugsort gestresster Mütter und Väter! Kein Wunder, dass der jeweils andere Panik bekommt, wenn der/die Liebste mit Handy in der Hand und einem Wochenstapel Zeitungen auf dem Örtchen verschwindet. Energisch gegen die Türe klopfen ist spätestens nach 20 Minuten absolut legitim.

 

 

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