Es gibt Dinge, auf die dich keiner bei der Geburt deines Babys vorbereitet

20 Dinge rund um die Geburt, auf die dich keiner vorbereitet

  • Die Fruchtblase platzt – aber nicht hollywoodreif

In Hollywoodfilmen fasst sich die hochschwangere Heldin gern an den Bauch und ruft panisch: „Das Baby! Es kommt!“. Und dann – Kameraschwenk – guckt sie auf die XL-Pfütze, die sich zwischen ihren Füßen auf den Boden ausbreitet und bringt das Baby augenblicklich in der Küche, im Fahrstuhl oder im Flugzeug auf die Welt… Im wahren Leben platzt die Fruchtblase eher selten mit einem solchen Knall-Effekt, meist tröpfelt es und manchmal ergießt sich das Fruchtwasser auch in einem Schwall, aber dir bleibt in der Regel genügend Zeit, um dich darauf einzustellen, dass es bald losgeht. Ins Krankenhaus solltest du dich dennoch aufmachen, da, sobald die Fruchtblase gesprungen ist, Keime aus der Scheide aufsteigen und Infektionen verursachen können. Nur so viel: In die Klinik hetzen à la Hollywood musst du lediglich in Notfällen.

 

  • Gäääääääähn…

48 Stunden Wehen und noch immer nichts passiert? Falls dir langweilig ist, kannst du dir (online) den Film „Nine Months“ anschauen, der zeigt, was in Punkt 1 beschrieben ist. Oder dich mit Punkt 3 befassen, da steckt mindestens genauso viel Adrenalin drin.

 

  • Oh weh(en)!

Bauchweh? Menstruationsbeschwerden? Oder Tattoo-Stechen? Kein Vergleich zu den Schmerzen, die den Körper bei jeder Wehe durchströmen. Es beginnt mit leichteren Krämpfen und dann wird’s: heftig. Leiden, Tortur, Folter – diese Wörter gehören zur Beschreibung des Geburtsvorgangs wie das Entbindungsbett zum Kreißsaal. Aber (fast) alle Frauen, die ein Baby zur Welt gebracht haben, sagen hinterher: Sobald es da ist, ist die Freude größer als jeder Schmerz. #ausdembauchherausmitteninsherz

 

  • Schmerzen einfach wegatmen? Schön wär’s…

Der „Hechel-Kurs“ zur Vorbereitung auf die Geburt ist berühmt (die werdende Mutter: „Ich muss mich gaaaaanz dringend anmelden!“), berüchtigt (der werdende Vater: „Muss ich da wirklich mit?“) und berechtigt: Die richtige Atemtechnik versorgt dich und dein Baby optimal mit Sauerstoff, gibt Kraft und fördert die Konzentration – und lindert Wehenschmerzen. Wegblasen lassen sie sich jedoch nicht. Für den Fall, dass du sie nicht länger aushalten möchtest oder kannst, sind Schmerzmittel oder die sogenannte PDA (Periduralanästhesie) da, bei der mittels einer Rückenmarksspritze die untere Körperhälfte betäubt wird. Das ist nur was für Weicheier oder Angsthasen? Nein, darauf zurückzugreifen, wenn nötig und wenn nichts dagegen spricht, ist: erlaubt. Dein Arzt wird dich diesbezüglich eingehend beraten.

 

 

    20-Dinge-klein

  • Ups, ich muss mal

Du kennst es ja schon aus der Schwangerschaft: Werdende Mamis geben sich auf der Toilette die Klinke in die Hand. Wenn dein Baby allerdings nicht mehr länger in deinem Bauch bleiben möchte, sich langsam Richtung Ausgang schiebt, verstärkt auf Harnblase und Darm drückt, ist das Es-nicht-mehr-halten-können-Gefühl tatsächlich enorm. Aber es kann sein, dass dich der Arzt oder die Krankenschwester jetzt nicht mehr auf die Toilette gehen lässt, weil es zu gefährlich wäre, dass dir dabei etwas ganz anderes „rausrutscht“.

 

  • Hilfe, wo ist MEIN Arzt?

Es kann vorkommen, dass die Person, die dein Baby auf die Welt bringt, nicht der Arzt/die Ärztin ist, der/die dich durch die Schwangerschaft begleitet hat. Die Natur richtet sich selten nach (errechneten) Terminen und Ärzte können nicht versprechen, dass sie genau zum richtigen Zeitpunkt Dienst haben und verfügbar sind. Aber: Wenn es wirklich losgeht, wirst du keinen Gedanken mehr daran verschwenden, ob „dein“ Arzt da ist. Du willst einfach nur, dass das Baby endlich rauskommt – egal, ob dabei ein anderer Arzt eine Krankenschwester oder der Hausmeister behilflich ist.

 

  • Ein einschneidendes Erlebnis

Dammschnitt – zugegeben, das hört sich nicht gerade nach „sanfter Geburt“ an. Zu einer „Epi“ (von Episiotomie), dem Schnitt zwischen Scheide und After, entschließen sich Arzt oder Hebamme, wenn es bei der Geburt eng wird, das Baby es sehr eilig hat oder die Wehen außer Kontrolle geraten. Doch aufgrund der Betäubung merkt die Mutter kaum etwas davon – und hinterher wird dafür Sorge getragen, dass die Wunde schnellstmöglich verheilt.

 

  • „Manchmal muss gesaugt werden? Wie bitte?“

Die Saugglocke kann zum Einsatz kommen, wenn die Geburt stockt, Komplikationen auftreten und das Baby schnell raus muss. Stell dir jetzt aber bitte keine wilden Staubsauger-Szenarien vor! Die Glocke, die eher eine flache Kappe ist, wird durch die Scheide eingeführt und per Vakuum am Kopf des Säuglings festgesaugt. Anschließend wird das Kleine vorsichtig herausgezogen. Sollte dennoch ein Abdruck am Köpfchen bleiben, verschwindet der ganz bald wieder.

 

  • Huch, da hat sich jemand erschreckt…

Tja, eine Geburt ist keine vergnügliche Veranstaltung. Nicht für dich und nicht für die Person an deiner Seite. Ob dein Partner, deine Freundin oder deine Mutter – sei nicht verstimmt, wenn sich deine Begleitung im Laufe des Gefechts ein wenig von dir fernhält. Vermutlich hat man dich selten so temperamentvoll und unbeherrscht gesehen. Und was sich drumherum actionmäßig abspielt, das muss man(n) auch erstmal verarbeiten.

 

  • Das (beinahe) Happy End

Nach der Geburt ist vor der Geburt: Das Baby hat seinen Weg nach draußen geschafft, nun ist die Plazenta dran. Es gibt zwei Methoden die Plazenta zu gebären: Natürlich (Dauer ca. 1 Stunde) oder mit Hilfe von Oxytocin (dann ca. 20 Minuten). Außer in Notfällen, kann die Mutter zwischen diesen beiden Methoden wählen. Die Geburt der Plazenta ist die kritischste Phase, da hier der höchste Blutverlust zu erwarten ist.

 

  • Verflixt und zugenäht!

Sorry, aber das war’s noch nicht ganz. Möglicherweise hat die Prozedur der Geburt Spuren hinterlassen und die Ärzte müssen mit ein paar Stichen den „Schaden“ beheben. Das geht fix! Versprochen! Aber du schwebst sowieso im siebten Himmel – mit deinem Baby im Arm. Und die (Glücks)hormone, die dein Körper ausschüttet, tun ihr übriges.

 

  • Echte Handarbeit

Vor der Geburt, währenddessen und auch noch danach: Unzählige Hände, die an dir und deinem Unterleib herumwerkeln. Und eines ist sicher: Du wirst aufhören zu zählen.

 

  • Bloß nicht rot sehen!

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Das ist bei einer Entbindung nicht anders. Und unblutig geht’s auch nicht vonstatten. Wenn du zu den Menschen gehörst, die beim Thriller-Gucken bei jedem Schusswechsel die Augen schließen, solltest du besser nicht nach unten schauen. Die Hebamme und die Arzthelferinnen werden zwar sämtliche Utensilien diskret aus deinem Sichtfeld räumen, aber „klinisch sauber“ ist der Tatort erst später wieder.

 

  • „Bin ich high?“

Und wie! Vielleicht die Besteigung eines Achttausenders oder ein Marathon, aber ansonsten gibt es nicht viel, das anstrengender ist als eine Geburt. Du bist erschöpft wie nie zuvor und gleichzeitig glücklich wie nie zuvor. Und dann dreht sich die Welt nur noch um dich und dein Baby. Genieße den Ausnahme-Zustand!

 

  • Das kleine oder größere Übel

Die Aufregung, die Anstrengung, die Medikamente, die Schmerzen, all das Essen, das du vor lauter Nervosität verschlungen hast – wundere dich nicht, wenn dir übel wird. Spucktüte oder Eimer bereithalten!

 

  • Must have: die Mama-Windel

Die Krankenschwester kommt mit einer Windel für Erwachsene an… Was sich nach einem Witz anhört, ist leider Ernst: Nach der Geburt können noch Blutungen auftreten und die Einlage „saugt“ dann alles auf. Stimmt, sexy sieht anders aus. Aber du kannst die Sache auch mit Humor nehmen – wie die Amerikanerin Amanda Bacon. Sie postete auf Facebook unter der Überschrift „Motherhood uncensored“ ein Foto, auf dem sie eine „giant mom diaper“ trägt und bekam dafür über eine halbe Million „Likes“.

 

  • Heiße Höschen? Bleiben im Schrank!

Eines muss man zum vorherigen Punkt noch hinzufügen: Auf deine hübsche Unterwäsche musst du eine Weile verzichten – zugungsten von praktischen Krankenhaushöschen. Aber so ruinierst du zumindest nicht deine besten Stücke.

 

  • Es fließt und fließt und…

Machen wir’s kurz: Bis zu sechs Wochen nach der Geburt kann der sogenannte Wochenfluss anhalten. Deine Freundin und Helferin: die Damenbinde.

 

  • Das erlebt nicht jede(r)!

Du erlebst etwas, das die Natur für Männer nicht eingerichtet hat – mit anderen Worten, du machst eine Erfahrung, die nur weniger als der Hälfte der Menschheit überhaupt vorbehalten ist. Und hier noch ein paar Zahlen, um dir die Verhältnismäßigkeit zu verdeutlichen: In Deutschland leben rund 41 Millionen Frauen und im Jahr 2014 erreichte die Geburtenziffer einen Wert von 50,4 zur Welt gebrachten Kindern je 1000 Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 15 und 45 Jahren. Ja, Mutter zu werden, ist etwas Besonderes. Etwas besonders Schönes.

 

  • In ein paar Monaten Monaten…

…sind alle Strapazen vergessen. Denn sonst ließe es sich nicht erklären, dass viele Frauen ein zweites (oder drittes oder viertes…) Kind bekommen.

 

 

 

 

P.S. Wir woll(t)en dir keine Angst machen, sondern dich informieren, dich wissen lassen, was (dir) bevorsteht, damit du dich darauf vorbereiten kannst – und dich an der ein oder anderen Stelle zum Schmunzeln bringen. Und keine Sorge, so gut wie alle Frauen, die zum ersten Mal Mami werden, bekommen vor der Geburt “kalte Füße”.

 

Aber eines ist sicher: Ein Kind zu kriegen, ist und bleibt das Schönste auf der Welt.