Abstillen fällt schwer

Abgestillt: „Der Abschied vom Stillen fiel mir unheimlich schwer!“

Abstillen ist wie die gesamte Stillzeit vor allem eins: eine ganz persönliche Erfahrung. Elena Fritzler, 32, erzählt ihre Geschichte.

„Für mich war immer klar, dass ich stille. Schon in der Schwangerschaft habe ich mich eingehend mit dem Thema beschäftigt und viel darüber gelesen. Ich wusste, dass Muttermilch einfach das Beste für mein Baby ist. Was da alles Gutes drinsteckt! Besser kann man seinen kleinen Zwerg gar nicht verwöhnen als mit diesem natürlichen Zaubertrank. Zum Glück hat es mit dem Stillen dann auch auf zweimal auf Anhieb prima geklappt. Ich habe zwei Jungs im Alter von vier und zwei Jahren: Niklas und Lorenz. Beide bekam ich nach der Geburt im Kreissaal sofort angelegt und sie haben gleich gesaugt. Einfach faszinierend, wie das von der Natur eingerichtet ist!

„Stillen war eine unvergessliche Erfahrung“

Nach zwei Tagen kam dann der Milcheinschuss. Jetzt ging es mit dem Stillen richtig los. Natürlich war es am Anfang schmerzhaft, meine Brustwarzen taten weh. Trotzdem überwog das Positive und Schöne. In meiner Erinnerung bleibt das Stillen eine unvergessliche Erfahrung: Meistens habe ich mich gemütlich aufs Sofa gesetzt, um meinen kleinen Schatz anzulegen. Mein Smartphone habe ich während dieser Zeit weggelegt, auch der Fernseher blieb aus. Ich konzentrierte mich ganz auf mein Baby und genoss dieses Gefühl inniger Verbundenheit. Und, ja, das Stillen entspannte mich total.

„Beikost bin ich ganz behutsam angegangen“

Sechs Monate habe ich Niklas und Lorenz jeweils voll gestillt, dann spürte ich, dass sie mehr wollten und auch brauchten als meine Milch. Ich fing mit der Beikost an. Allerdings ging ich es behutsam an. Das war mir wichtig: Ich wollte einen möglichst sanften Übergang vom Stillen zur Beikost. Mittags gab es zunächst einen Möhrenbrei. Danach wollten die beiden wieder an meine Brust und ich legte sie an – auch, weil ich unsicher war. Zuerst essen die Kleinen ja nur ein paar Löffelchen Brei. Ich fragte mich, ob das ausreicht: Wird mein Baby auch wirklich satt? Gerade bei meinem ersten Sohn trieb mich diese Frage um. Viele Mamas führen ja schon nach einer Woche die zweite Beikost-Mahlzeit ein. Mir wäre das definitiv viel zu schnell gegangen. Das hätte sich nicht gut angefühlt. Ganz ehrlich: Es fiel mir schwer loszulassen, mich von dieser innigen Zeit zu verabschieden. Deshalb fing ich erst nach ein paar Wochen an, morgens einen Obst-Getreide-Brei zu geben. Zwei Monate nach Beginn des Abstillens bekamen die Jungs dann auch abends einen Milch-Getreide-Brei und ich stillte nur noch nachts.

„Nachts ging es weiter“

Bei meinem ersten Sohn Niklas ging das sechs Monate so weiter: Tagsüber gab es nur noch Beikost, nachts die Brust. Im Laufe der Monate muss ich sagen, dass das nächtliche Stillen doch ganz schön anstrengend war. Manchmal wollte Niklas zwei Mal in der Nacht trinken. Durch den Schlafmangel fühlte ich mich immer erschöpfter. Ich versuchte komplett abzustillen, bot nachts statt Milch Wasser an. Leider funktionierte das nicht: Niklas und später auch Lorenz wollten an meine Brust. Bei meinem älteren Sohn ging das so bis er 14 Monate alt war; den jüngeren stillte ich nachts noch bis zum Alter von 16 Monaten.

„Mir fehlt diese unglaubliche Nähe“

Ich weiß, das hört sich jetzt nicht schön an, aber irgendwann war ich dann doch etwas genervt. Das Abstillen zog sich einfach sooo lange hin. Ich war so kaputt, wollte einfach mal wieder eine Nacht durchschlafen. Bei Lorenz hatte ich nach 16 Monaten dann wirklich genug. Vielleicht spürte der Kleine, dass unsere Stillzeit zu Ende ging. Jedenfalls wollte er eines Nachts nicht mehr an meine Brust. Wenn ich heute ans Stillen zurückdenke fehlt mir manchmal diese unglaubliche Nähe und ich werde fast ein bisschen wehmütig. Es war einfach eine besonders intensive Zeit und bleibt eine wunderschöne Erinnerung!“

 

 

Elena Fritzler Abstillen

Elena Fitzler, 32, ist Mutter von zwei Jungs, Niklas und Lorenz.


Veröffentlicht: 16 Nov, 2018

Medela

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