Was gegen Zahnschmerzen bei Babys hilft

Das lindert die Schmerzen beim Zahnen

Ob Löffel, Spielzeugauto oder Stofftier – dein Baby kaut einfach auf allem herum? Dann bekommt es wahrscheinlich seine ersten Zähne. Das hilft bei möglichen Zahnungsbeschwerden.

 

Hurra, der erste Zahn!

Meist ist es im Alter von sechs Monaten so weit: Der erste Zahn bricht durch! Manchen Babys merkt man das gar nicht an, sie haben keine oder nur minimale Beschwerden. Andere quengeln und schreien viel, haben dicke rote Backen, bekommen Fieber, manchmal sogar Durchfall oder einen wunden Po. Durch das ungewohnte Gefühl im Mund, das mal ein Kribbeln, mal ein Drücken sein kann, nehmen die Kinder gerne die Finger in den Mund und speicheln sehr viel. Oft ist die Kleidung im Hals- und Brustbereich klatschnass. Gleichzeitig gelangen dadurch manchmal auch Keime in den Mund, die dann eine kleine Infektion verursachen und zu besagter Temperaturerhöhung oder Durchfall führen können. Aber keine Sorge, das Zahnen ist eigentlich ein unkomplizierter Prozess. Sollte es wirklich einmal zu länger anhaltenden Beschwerden oder Fieber kommen, dann frag am besten deinen Kinderarzt oder Zahnarzt auf. Sie beraten dich gern. Außerdem kannst du es mit folgenden Tipps versuchen:

 

Wohltuende Zahnfleischmassage

„Unterstützt werden kann das Zahnen, indem der Kieferkamm regelmäßig massiert wird“, sagt Dr. Yvonne Wagner, Zahnärztin an der Poliklinik für Präventive Zahnheilkunde und Kinderzahnheilkunde des Universitätsklinikums Jena. „Ganz nebenbei gewöhnt sich dein Baby dabei auch an das tägliche Putzritual.“ Am besten funktioniert das mit einem kleinen „Waschlappen“-Fingerling oder einem Zahnputz-Fingerhütchen mit Borsten aus weichem Gummi. Selbst wenn du es dir nicht vorstellen kannst: Eine kleine Kieferkammmassage finden die meisten Babys auch während des Zahnens angenehm. Danach den Waschlappen oder das Hütchen unter heißem Wasser abwaschen und in der Luft trocknen. Falls du beide Utensilien nicht parat hast: Massier die Zahnleiste sanft mit deinem sauberen Finger. Aber Vorsicht: Es könnte sein, dass dein Baby versucht, dir in den Finger zu beißen.

 

Beißring und kühle Gemüse-Sticks

Sehr zu empfehlen sind Beißringe. Diese sind für Babys sicher und dein Kleines kann ordentlich darauf herumbeißen. Falls du keinen Beißring zur Hand hast, kleiner Tipp: Eine Zahnbürste tut es auch! Viele Babys empfinden es auch als angenehm, auf einem Stückchen Gurke oder auf einer Karotte herumzubeißen – vor allem, wenn die frisch aus dem Kühlschrank kommen und schön gekühlt sind. Aber Vorsicht – das sollte nur unter Aufsicht passieren, damit nichts aus Versehen in die Luftröhre rutscht!

 

Halskette aus Bernstein

Manche Mamas schwören auf sie: Halsketten aus Bernstein. In minimalen Mengen geben die kleinen Perlen Bernsteinsäure an die Haut ab. Die ist unter Müttern bekannt dafür, dass sie die Schmerzen beim Zahnen lindert. Wissenschaftlich erwiesen ist das allerdings nicht. Hier hilft nur ausprobieren, ob es deinem Kind tatsächlich hilft. Aber auch dabei ist Vorsicht geboten, damit Dein Kind sich die Kette nicht allein um den Hals wickelt und sich damit eventuell verletzt.

 

Achtung: Nelken, die auch oft empfohlen werden, eignen sich auf keinen Fall im Kleinkindalter! Sie haben ein hohes Allergiepotential!

 

Kamille

Eine weitere Möglichkeit, die Zahnungsbeschwerden zu lindern, ist Kamille. Hierfür kannst Du einfach einen stärkeren Kamillentee kochen und diesen dann selbstverständlich abgekühlt auf das Zahnfleisch deines Babys einmassieren. Kamille ist auch als Extrakt in deiner Apotheke erhältlich. Lass Dich dazu aber am besten von deiner Apotheke beraten, da Kamille in der Regel verdünnt werden muss.

 

Wurzeln

Wird oft noch von Hebammen empfohlen: Eine altbewährte Zahnungshilfe ist die Veilchenwurzel, die aus dem Rhizom der Schwertlilie gewonnen und ähnlich wie ein Schnuller an einem Bändchen befestigt wird. Diese Beißwurzel enthält schmerzlindernde Inhaltsstoffe, die freigesetzt werden, wenn das Baby darauf kaut. Wichtig: Regelmäßig auskochen, damit Bakterien und Keime abgetötet werden und sobald sie faserig wird, lieber entsorgen, damit sich dein Kleines nicht an den Stückchen verschluckt.

 

Mittel zur Schmerzlinderung

Schon für die Allerkleinsten gibt es zur lokalen Schmerzlinderung entsprechende Mittel. Frag doch einfach mal in deiner Apotheke nach. Ansonsten gibt es auch homöopathische Alternativen. Wenn dir das lieber ist, erkundige dich bei deinem Kinderarzt nach sinnvollen Präparaten.

 

Ablenkung tut gut

Spazieren gehen, singen, schmusen, spielen: Wenn du dein Baby ablenkst, wird es seine fiesen Zahnschmerzen wahrscheinlich zumindest für einen kurzen Moment vergessen.

 

Zähneputzen ist ein Muss

„Ab dem ersten Zahn ist Zähneputzen ein Muss“, sagt Kinderzahnärztin Dr. Yvonne Wagner. „Das gilt auch während des Zahnens. Die meisten Kinder empfinden die Massage des Zahnfleisches und der Kieferkämme sogar beruhigend.“ Die deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) empfiehlt zur Zahnreinigung einen Hauch Kinderzahnpasta mit 500 ppm Fluorid. Diese Mengenangabe steht auch auf der Tube. „Ausnahme ist, wenn das Kind eine Vitamin D-Tablette bekommt, die mit Fluorid kombiniert ist“, erklärt die Kinderzahnärztin. „In diesem Fall sollte eine fluoridfreie Zahnpasta verwendet werden. Ansonsten ist die Fluoridmenge zu groß, was später an den bleibenden Zähnen zu weißen Flecken oder braunen Verfärbungen des Zahnschmelzes führen kann.“

 

Fachliche Beratung: Dr. Yvonne Wagner, Zahnärztin an der Poliklinik für Präventive Zahnheilkunde und Kinderzahnheilkunde des Universitätsklinikums Jena.