PEKiP,Yoga, Zeichensprache – Welcher Babykurs ist der richtige für uns?

Das Angebot an Babykursen ist riesig, Babys Terminkalender randvoll. Muss das sein? Was bieten die Kurse wirklich? Und wann machen sie Sinn? Ein Überblick über die beliebtesten Kurse

Frühförderung ist das Zauberwort der Stunde. Egal ob PEKiP, Yoga oder Babyschwimmen, der Terminkalender eines drei Monate alten Babys liest sich teilweise schon wie der Stundenplan eines Grundschülers und Mütter telefonieren Anmeldefristen hinterher, anstatt im Wochenbett zu entspannen. Stop! Ja, es ist richtig, dass Babykurse die geistige und körperliche Entwicklung deines Kindes fördern können und es ist toll, dass du so nebenbei viele andere Eltern kennenlernst. Aber zuallererst ist wichtig, dass der Kurs deinem Baby Spaß macht und ihr beide den Termin nicht mit Stress verbindet. Denn nur dann hat dein Baby auch etwas davon.

 

Zwei wichtige Erkenntnisse lauten deshalb:

1) Nicht zu früh anfangen

Wenn dein Baby von den Eindrücken eines Babykurses überfordert ist , werdet ihr beide keinen Spaß daran haben. Wann ihr einsteigt, hängt vom Kurs, dessen Altersempfehlung und den Vorlieben deines Babys ab. Mit Babymassage kannst du schon einige Wochen nach der Geburt beginnen, wenn ihr euch beide wohlfühlt. Ein Kurs für Babyzeichensprache oder Babyschwimmen dagegen hat für Kinder unter drei Monaten keinen Sinn.

2) Zwei Kurse pro Woche reichen

Auch wenn die Kurse Spaß machen: Im ersten Lebensjahr muss die Zeit deines Babys nicht komplett verplant sein. Übertreibe es nicht, sonst überflutest du dein Kind mit zu vielen Reizen. Besuchst du zu viele Kurse, ist der positive Effekt schnell dahin. Denn es braucht nach jeder Aktivität auch Zeit, um die Eindrücke zu verarbeiten. Noch ist ein regelmäßiger Tagesablauf mit festen Essens- und Schlafzeiten wichtiger als jeder Kurs. Darum: Zwei Kurse pro Woche oder eine Aktivität alle drei Tage sind absolut ausreichend.

 

Aber was verbirgt sich nun hinter den einzelnen Kursen?

 

  • PEKiP ist die Abkürzung für „Prager Eltern-Kind-Programm“ und vermutlich der beliebteste Kurs in Deutschland. Zentraler Punkt des Konzepts, das die Kinder mit Bewegungsanregungen und Spielen über das gesamte erste Lebensjahr in ihrer stets aktuellen Entwicklungsphase unterstützen will: Das Baby bewegt sich nackt im Raum. (Nein, auch Windeln sind nicht erlaubt!) Für Eltern heißt das: Bitte nicht zu warm anziehen!
  • Babymassage: Hier steht intensiver Körperkontakt als „Kommunikationsmittel“ im Vordergrund, um die Bindung von Eltern und Kind zu stärken. Eingehüllt in sanfte Berührungen und duftendes Öl, können viele Babys tatsächlich gut entspannen. Und zu Hause auf dem Wickeltisch taugt das Erlernte auch perfekt zum Abendritual!  
  • Baby-Shiatsu ist eine traditionelle Behandlung aus Asien, die über sanften Finger- und Handdruck die sensorische, motorische und emotionale Entwicklung fördern soll. Die Shiatsu-Philosophie basiert auf der Vorstellung, dass Punkte auf den zwölf Leitbahnen des Körpers (Meridianen) liegen und mit den inneren Organen verbunden sind. Fühlt man sich wohl, fließt die Energie ungehindert durch die Meridiane. Bei Stress oder Krankheit kommt es dagegen zum Energiestau. Der kann durch gezielte, sanfte Massage aufgehoben werden. Auch zur Vorbeugung soll die Massage nützen.
  • Baby-Yoga kombiniert leichte Yogaübungen für die Mutter mit entspannender Massage für das Baby – für mehr Ruhe und Ausgeglichenheit für beide. Während Mama besonders Nacken, Schultern und Rücken stärkt, strampelt das Baby auf der Decke und darf sich mit Mamas Hilfe an leichten Dehnübungen versuchen.
  • Baby-Schwimmen unterstützt die spielerische Begegnung mit Wasser und soll die spätere motorische Bewegungsfähigkeit fördern. Für manche Babys ein Heidenspaß, für andere der blanke Horror. Wichtig: Das Wasser sollte möglichst nicht zu stark gechlort sein.
  • Baby-Sprachkurse – von Sprachwissenschaftlerin Helen Doron entwickelt – sollen das Sprachzentrum und aktive Zuhören über Spiele, Reime und Lieder trainieren.
  • Baby-Zeichensprache verbindet Wörter mit entsprechenden Zeichen. Ziel ist es, den Babys zu helfen, sich selbst besser verständigen zu können. Etwa indem sie durch Zeichen signalisieren, dass sie Hunger haben oder schlafen wollen.
  • Pikler, benannt nach der Kinderärztin eines Waisenhauses, unterstützt eigenständiges Spielen, Bewegen und Forschen.  
  • ElBa steht für „Eltern-Baby-Kurse“ vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). Sie begleiten Eltern und Babys im ersten Lebensjahr durch Austausch und Spielanregungen.
  • Krabbelgruppen:  Der Klassiker unter den Babykursen. Hier können sich Mamas austauschen und Babys erste Kontakte knüpfen. Was sonst noch in den Gruppenstunden passiert, entscheidet meist jede Gruppe oder Gruppenleitung für sich. Oft stehen Lieder, Reime und Fingerspiele auf dem Programm, aber auch Bewegungsangebote für die Kleinen.

 

Welchen Babykurs hast du mit deinem Baby besucht? Was hat euch besonders viel Spaß gemacht? Erzähle uns von deinen Erfahrungen unter kontakt@medela.de oder bei Facebook.