Wir zeigen dir, wie die Rechtslage ist und geben dir Tipps auf was du bei der Familienversicherung achten solltest.

Die erste Familienversicherung: Auf was musst du achten

Gerade einmal frisch auf der Welt und schon muss euer neues Glück versichert werden. Oder passiert das automatisch? Wir zeigen dir, wie die Rechtslage ist und geben dir Tipps auf was du bei der Familienversicherung achten solltest.

 

Versicherungsschutz

Erst einmal aufatmen: Für Neugeborene besteht ab dem ersten Lebenstag ein Versicherungsschutz. Mit der Geburtsanzeige bei eurem Standesamt bekommt ihr neben einer Geburtsurkunde ein Schreiben zur Auswahl der Krankenkasse für euer Kind. Aber auch wenn davor schon Untersuchungen anfallen ist das kein Problem. In diesem Fall könnt ihr die Versicherungskarte einfach nachreichen.
 

Gesetzliche Krankenversicherung

Die Basis für die Versicherung eures Neugeborenen seid ihr als Eltern. Sind beide Ehepartner gesetzlich versichert, so kann das Kind bis zum 25. Lebensjahr ohne zusätzliche Kosten in diese Versicherung mit aufgenommen werden.
 
Dazu reicht das Elternteil mit dem höheren Einkommen die vom Standesamt erhaltene Bescheinigung für die Krankenversicherung bei seiner Versicherung ein und das Kind wird automatisch mitversichert.
 
Die Familienversicherung bezieht sich nicht nur auf euer Kind, sondern auch auf euren Ehepartner. Sollte ein Elternteil nur geringfügige Einkünfte unter 450 € beziehen, so kann dieser kostenlos über die gesetzliche Krankenversicherung des verdienenden Partners mitversichert werden.
 

Private Krankenversicherung

Ist ein Elternteil privat versichert und ein Elternteil gesetzlich, so hat das Kind nur dann Anspruch auf eine kostenfreie Familienversicherung, wenn das Gehalt des privat versicherten Partners nicht über 4687,50 Euro brutto monatlich liegt.
 
Verdient der gesetzlich versicherte Elternteil jedoch mehr als der privat Versicherte oder fällt das Einkommen des privat Versicherten unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 56.250 €, kann das Kind ebenso gesetzlich mitversichert werden.
 
Während in der gesetzlichen Krankenkasse für das Kind keine Kosten anfallen, wird in der privaten Versicherung dafür ein monatlicher Beitrag fällig.
 

familienversicherung-kleinAufnahmepflicht der privaten Krankenversicherung

Sollte feststehen, dass ihr euer Kind privat versichert, heißt es schnell sein, denn die privaten Krankenkassen nehmen normalerweise nicht jeden auf und der Aufnahmeprozess kann sich schwierig gestalten.
 
Jedoch gilt in den ersten beiden Monaten für die Krankenkassen eine Aufnahmepflicht. Das heißt euer Kind muss von der privaten Krankenkasse ohne Gesundheitsprüfung und ohne Risikozuschläge aufgenommen werden. Auch wenn das Kind an angeborenen Krankheiten leidet, wird es in den Tarif des Elternteils eingegliedert.
 

Vorteile und Nachteile

Jeder hat es schon einmal gehört: Man kommt schneller dran und wird als Privatkassenpatient besser behandelt. Die Ärzte verdienen eben besser an privat Versicherten und bieten mehr Leistungen an als üblich.
 
Dennoch kommen im Alter und mit einer höheren Anzahl an Kindern eine enorme finanzielle Belastung auf euch als Eltern zu, wenn ihr eure Kinder privat versichert.
 
Was viele nicht wissen: Im Einzelfall könnt ihr auch als gesetzlich Versicherte entscheiden, ob ihr eine medizinische Leistung privat bezahlen möchtet und könnt das dem behandelnden Arzt oder der Praxis mitteilen. Auch dann sind schnellere Termine und Behandlungen oft möglich.
 
 
Habt ihr noch weitere Tipps? Dann schreibt uns unter kontakt@medela.de und wir veröffentlichen auch eure Tipps.