Bloggerin Mama Tilli berichtet: Die Milchpumpe hat meine Stillbeziehung gerettet

„Die Milchpumpe hat unsere Stillbeziehung gerettet“

Eigentlich wünschte sich Bloggerin „Mama Tilli“ nur etwas mehr Unabhängigkeit beim zweiten Baby, als sie sich eine Milchpumpe anschaffte. Aber dann kam plötzlich alles anders…

Beim ersten Kind schaffte ich mir erst sehr spät eine Milchpumpe an. Es war eine handbetriebene günstige Pumpe und irgendwie funktionierte das mit uns beiden überhaupt nicht. Unser erstes Baby habe ich also komplett gestillt, auch wenn ich in der Zeit gerne einmal das Haus alleine verlassen hätte. Beim zweiten Kind wollte ich mir von Anfang an die Möglichkeit offen halten auch mal alleine zum Friseur zu gehen oder dem Papa eine Babymahlzeit zu überlassen. Etwas gefrustet von meinen ersten Erfahrungen mit einer Milchpumpe wollte ich diesmal direkt „etwas Richtiges“ und vor allem keine Handpumpe mehr haben! So fand die  Medela Swing den Weg zu uns. Dass all die praktischen Überlegungen erst einmal zweitrangig sein würden, und die Milchpumpe eine viel größere Bedeutung haben würde, damit rechnete ich nicht.

Zwei Wochen bangen und pumpen

Alles fing zunächst gut an: Unsere zweite Tochter erblickte das Licht der Welt und noch im Kreißsaal suchte das kleine Menschlein nach der ganz natürlichen Nahrungsquelle. Das so frische Baby direkt anlegen zu können war so ein schönes Gefühl und wir bekamen im Kreißsaal so viel Ruhe und Zeit die ersten Minuten und die erste gemeinsame Stillerfahrung zu genießen!Aber auf der Wöchnerinnenstation war unsere Kleine dann absolut trinkfaul und nach zwei Tagen schien sich unsere Stillbeziehung erst einmal erledigt zu haben. Mein Baby wurde auf die Neugeborenenstation verlegt, verkabelt und überwacht und ich saß plötzlich allein da. Zwei Wochen lang lag meine Tochter in der Klinik und ich pendelte mehrmals täglich zwischen dem Krankenhaus und meinem kurzfristig angemieteten Zimmer im Schwesternwohnheim um die Ecke. Ab und zu versuchte ich die Kleine anzulegen, aber sie war wahrscheinlich zu schlapp, um gemeinsam an der Stillbeziehung zu arbeiten und ich einfach zu gestresst von den ganzen Kabeln, dem ständigen Gepiepse der Monitore und der ungemütlichen Krankenhausatmosphäre. Zum Glück gab es auf der Neugeborenenstation Klinikmilchpumpen ( die Symphony von Medela) für die Mütter, so dass ich es zumindest schaffte, den halben Bedarf für die Kleine abzupumpen. Nachdem ich also die Kleine gewickelt und ihr die Flasche gegeben hatte, setzte ich mich jedes Mal an die Milchpumpe und pumpte für die nächste Mahlzeit ab.

Ein Stück Normalität

Im Krankenhaus ist ja aber auch über die Versorgungszeiten der Kinder hinaus immer etwas los – Untersuchungen, Besuch, die eigenen Mahlzeiten… Ich kam also nur unregelmäßig und eher zwischen Tür und Angel zum Abpumpen, was die Milchproduktion nicht gerade anregte. Irgendwann brauchte dann auch ich einmal einen Tag Pause vom Krankenhausalltag und so tauschte ich mit meinem Mann für einen Tag die Rollen. Er blieb im Krankenhaus bzw. im Schwesternwohnheim und ich verbrachte einen Tag mit der großen Schwester zu Hause. Einen Tag mal keine Krankenhausatmosphäre, keine piepsenden Geräte, kein Pendeln zwischen Schwesternwohnheim und Krankenhaus. Stattdessen das eigene Bett, viel Zeit mit der großen Schwester und ein wenig Abstand zu allem. Dabei an der Milchproduktion weiter zu „arbeiten“ war kein Problem, da ich ja zu Hause meine kleine elektrische Milchpumpe hatte. So konnte ich im gewohnten Rhythmus Milch abpumpen und am nächsten Tag in der Kühltasche ins Krankenhaus bringen.

Zurück zu Hause – und jetzt?

Zum Glück konnte unsere Kleine dann auch bald von ihren Schläuchen und Kabeln befreit werden und ich startete einen neuen Versuch zu stillen. Mit der Freude über die gute gesundheitliche Entwicklung, ohne störende Kabel und in einer Atmosphäre in die ich mich im Laufe der Zeit irgendwie eingefunden hatte klappte es dann einigermaßen. Denn auch wenn die Milchpumpen im Krankenhaus wirklich gut waren, die Milch wurde und wurde nicht mehr. Doch auch beim Stillen wurde mein Baby nicht richtig satt und bekam nach jedem Mal noch eine Flasche mit Pre-Nahrung. Nach 2 Wochen durften wir dann endlich nach Hause, zusammen mit dem eindringlichen Hinweis der Kinderärztin auf das Gewicht des Chaosbabys zu achten und besser erstmal nicht auf das Zufüttern zu verzichten. Damit war ich erstmal total verunsichert. Denn neben meinem Wunsch meine Tochter ausschließlich zu stillen, blieb die Angst nicht genug Milch für die Kleine zu haben. Und gerade nach den Erlebnissen im Krankenhaus hatte ich Angst die gesunde Entwicklung der Kleinen dadurch zu gefährden.

Ich will wieder stillen!

Meine Hebamme war in dieser Zeit die größte Stütze und ihrem Rat vertraute ich. Nach jeder Stillmahlzeit sollte ich zusätzlich noch Milch abpumpen. In der ersten Zeit kam nach dem Stillen nichts mehr. Trotzdem pumpte ich, wie angeraten, 1-2 Minuten „ins Leere“. Meine Kleine verlangte währenddessen immer wieder nach einer Flasche, nachdem ich sie gestillt hatte… Doch irgendwie haben wir die Kurve dann doch bekommen. Das ganze Abpumpen lohnte sich, denn auf einmal war die Milchproduktion so richtig in Gang gekommen! Plötzlich hing das Baby nach jeder gestillten Mahlzeit mit zufriedener Miene und einem Tropfen Milch im Mundwinkel in meinen Armen und verlangte mit keinem Ton mehr nach der künstlichen Nahrung. Ein Gefühl, dass wahrscheinlich nur Mütter nachvollziehen können, aber ich finde es gibt keinen Moment der mehr Zufriedenheit ausstrahlt als ein gestilltes Baby! Und mich als Mutter macht es schon ein wenig stolz, dass wir es trotz einigen Startschwierigkeiten zu einer glücklichen Stillbeziehung geschafft haben. Ohne das Angebot einer guten Milchpumpe im Krankenhaus und ohne meine Milchpumpe zu Hause wäre uns das sicher nicht geglückt.

Auch wenn das Chaosbaby nun ein absolutes Stillbaby ist – meine Milchpumpe habe ich nicht weg geräumt. Sie wird nun so genutzt, wie ich es anfangs geplant hatte: Ich schaffe mir damit den Freiraum auch mal alleine das Haus zu verlassen, zum Friseur zu gehen oder mit der großen Schwester zusammen etwas Schönes zu unternehmen. Und dabei weiß ich dann, dass meine Kleine beim Papa in besten Händen und mit der Muttermilch bestens ernährt ist.

 

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