Dreimonatskoliken: Das hilft, wenn dein Baby herzzerreißend schreit

Etwa jedes zehnte Baby leidet unter so starken Bauchschmerzen, dass es regelmäßig Schreiattacken bekommt. Alles über Ursache, Symptome und was am besten gegen Dreimonatskoliken hilft.

 

Das sind Dreimonatskoliken

Dein Baby schreit, ohne hungrig, überhitzt, übermüdet oder krank zu sein? Dann könnte eine Dreimonatskolik dahinterstecken. Bei etwa jedem zehnten Säugling kommt es zu diesen anfallsartigen, oft auch exzessiven Schreiattacken – meist im Anschluss an eine Mahlzeit oder in den frühen Abendstunden. Eine Dreimonatskolik liegt laut medizinischer Definition nach Wessel vor, wenn das Baby mehr als drei Stunden am Tag, an mehr als drei Tagen pro Woche während drei aufeinanderfolgenden Wochen schreit. Oft ist der Bauch aufgebläht, die Kleinen krümmen sich vor Schmerzen, ziehen die Beinchen an oder machen sich ganz lang und überstrecken den Kopf nach hinten. Ein schrecklicher Anblick, zumal viele Babys obendrein noch ein knallrotes Köpfchen bekommen. Wahrscheinlich wirst du selbst mit deinem Baby mitleiden, fieberhaft überlegen, was es hat und wie du ihm bloß helfen kannst.

 

Warum schreit das Baby?

Ärgerlich, aber wahr: Die genauen Ursachen sind bis heute leider noch nicht eindeutig geklärt. Vieles spricht dafür, dass das Verdauungssystem noch nicht vollständig ausgereift ist, was in den ersten Lebensmonaten zu Beschwerden wie Blähungen und Bauchschmerzen führt. Die Symptome beginnen meist nach den ersten beiden Lebenswochen, verbessern sich typischerweise ab dem zweiten Lebensmonat und sind nach etwa drei Monaten vorbei. Gut eine Stunde am Tag wird dein Baby aber auch später weiterhin noch schreien. Mach dir deshalb keine Sorgen, das ist völlig normal. Schließlich sind Laute die einzige Sprache, mit der sich ein Baby zu Beginn seines Lebens verständlich machen kann.

 

 

Das hilft bei Dreimonatskoliken

Eine sichere und auch wirksame Therapie gibt es leider nicht. Allerdings haben sich im Laufe der Zeit einige Beruhigungsmethoden bewährt:    

  • Herumtragen in Fliegerstellung: Dabei liegt das Baby bäuchlings auf deinem Unterarm, mit der freien Hand stützt du es ab. Alternativ kannst du das Baby auch über deine Schulter gelehnt herumtragen.
  • Gleichmäßiges, vorsichtiges Wippen auf einem Gymnastikball.
  • Singen, summen, tanzen, spazieren gehen und natürlich viel schmusen.
  • Etwas in einem bestimmten Rhythmus machen, z.B. ein Gute-Nacht-Lied singen. Auch ein gleichmäßiges Hintergrundgeräusch wie etwa der Rhythmus einer Waschmaschine oder das Rauschen eines Föns kann beruhigend sein.
  • Bauchmassagen im Uhrzeigersinn

  • Mit beiden Händen die Knie deines Babys mehrmals leicht gegen den Bauch drücken. Vielen Babys tut es auch gut, die Position zu wechseln und auf dem Bauch zu liegen.
  • Feucht-warme Bauchwickel oder ein warmes Bad. Auch ein warmes Kirschkernkissen auf dem Bauch tut gut. Achtung: Überprüfe vorher die Temperatur. Mach das Kissen keinesfalls zu heiß!
  • Generell gilt: Eine ruhige Umgebung und ein geregelter Tagesablauf unterstützen dich ganz sicher in deinen Beruhigungsversuchen. Wichtig: Koliken sind kein Grund abzustillen. Die Amerikanische Akademie der Kinderärzte weist darauf hin, dass sich der Zustand der Säuglinge durch künstliche Babynahrung häufig nicht verbessert.

 

Hilfe vom Profi

Reden, reden, reden: Sicherlich wird es dir gut tun, dich mit anderen Müttern auszutauschen. Schnell wirst du merken, dass du mit deinem Problem nicht allein bist, denn etwa jeder dritten Familie geht es ähnlich. Wenn du dir gar nicht mehr zu helfen weißt, solltest du dir aber auf jeden Fall Hilfe vom Profi holen. Mittlerweile gibt es in jeder größeren Stadt Schreiambulanzen. Diese befinden sich meist in Kinderkrankenhäusern. Dort kannst du deine Probleme in Ruhe schildern und dich von Fachleuten beraten lassen. Frag einfach deinen Kinderarzt oder deine Hebamme nach Adresse und Ansprechpartner.

 

 

Dein Baby hat auch mit Dreimonatskoliken zu kämpfen? Wie hilfst du ihm? Teile deine Erfahrungen mit uns und anderen Mamas unter kontakt@medela-blog.de oder besuche uns auf unserer Facebookseite.