Wenn alles schief geht, einfach mal Fünfe gerade sein lassen

Ein Babydrama zu viel, zwei Hände zu wenig? Einfach mal Fünfe gerade sein lassen!

Ein Schwall Bäuerchen auf deiner frisch gewaschenen Lieblingsbluse? Egal, das bleibt jetzt einfach so! 8 weitere Situationen, in denen Mütter viel öfter mal Fünfe gerade sein lassen sollten.

 

 1) Wenn Baby den Brei auf seinem Sonntagskleidchen verteilt

Klar, die Kleinen wollen spielen, experimentieren, entdecken – auch beim Essen. Deshalb landen Brei, Gemüse und Co. nicht immer im Mund, sondern auch gerne mal auf den Klamotten. Aber sobald Pastinaken- und Karotten-Spuren Kleidchen oder Hemdchen zieren, denken Mamis an Schmutzwäsche- und Bügelberge und vor allem daran, dass es ein grooooßer Fehler war, das Outfit für besondere Anlässe aus dem Schrank zu holen. Schwamm drüber! Jetzt bloß nicht aus dem Konzept und dem liebevoll geplanten Nachmittagsprogramm bringen lassen! Wetten, Baby sieht auch (oder gerade!) im fleckigen Kleidchen super süß aus? Kunterbunte Kleidung wirkt ohnehin kreativer. Und wenn es doch irgendwann wieder blütenrein sein soll: Wofür wurde die Gallseife erfunden? Mal ehrlich, das perfekte Baby-Outfit gibt es ohnehin nur auf der Werbetafel.

 

2) Wenn Schwiegermama mal wieder alles besser weiß

Das Kind ist zu luftig / zu warm angezogen. Langsam müsste es lernen, mit dem Löffel zu essen, im eigenen Bett zu schlafen, sich mal alleine zu beschäftigen. Du solltest konsequenter sein – aber manchmal auch gelassener. Naja, durchwischen könntest du auch mal wieder. Und warum kommt ihr nicht öfter zu Besuch? – Genau deshalb! Ruhig Blut: Explosionen deinerseits lassen lediglich den Haussegen schiefhängen. #heiterweitermachen und bei Bedarf auf Durchzug schalten. Gilt übrigens auch für gleich nervige Kommentare der eigenen Mutter, Nachbarin oder der Frau hinter dir an der Supermarktkasse. Jeder hat verständlicherweise das Bedürfnis seine Erfahrungen und guten Ratschläge weiterzugeben. Ob du das Bedürfnis hast, sie anzunehmen, bleibt dir überlassen.

 

3) Wenn du stillst und jeder um dich herum (doof) guckt

Stillen ist gesund fürs Kind, da ist man sich einig. Aber sobald eine Mutter ihrem Kind in der Öffentlichkeit die Brust gibt, finden das erstaunlich viele Menschen anstößig. Schon klar, dass du dich üblicherweise in einen Still-/Wickelraum oder an ein ungestörtes Plätzchen zurückziehst. Es kann jedoch passieren, dass dein Baby früher oder später als erwartet Hunger hat und du in der U-Bahn, beim Friseur, auf einem Flohmarkt bist. Scheu dich nicht und lass dein Baby trinken. In solchen Fällen schützt ein Tuch (am besten immer eines dabei haben) vor empörten oder neugierigen Blicken. Und das Erinnern daran, dass es sich bei dem Vorgang um die natürlichste Sache der Welt handelt, bewahrt dich garantiert vor schlechtem Gewissen oder peinlicher Berührtheit. Gut zu wissen: Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wertet Stillverbote als Diskriminierung von Frauen. Auch ein Satz, den du bei Gelegenheit mal anbringen könntest.

 

4) Wenn andere Mütter kleine Genies zuhause haben

Unglaublich, was der Nachwuchs von anderen Müttern alles kann, geradezu hochbegabt scheinen die Kleinen zu sein, künftige Nobelpreisträger! Wie gesagt: unglaublich. Also schmunzeln, nicht ärgern oder diskutieren! Du kennst es ja selbst: Mutterstolz färbt die Welt rosarot. Dein Kind ist einzigartig und für dich das süßeste und tollste der Welt. Und es ist mit nichts zu vergleichen, oder? Na, dann hat sich die Sache doch schon erledigt.

 

5) Wenn es in der Kita Krach gab

Ja, in der Kita wird auch mal gebissen oder gehauen, Spielzeug weggenommen oder kaputt gemacht, mit Stiften im Gesicht oder an der Wand gemalt. Ups, deine Tochter / dein Sohn ist auch hin und wieder der Übeltäter / die Übeltäterin? Das ist gar nicht so „ups“, sondern ziemlich normal und vor allem kein Drama, das Eltern untereinander austragen sollten. Wenn dein Kind alt genug ist, um sich zu entschuldigen, solltest du es natürlich dazu anhalten. Schon ältere Krippenkinder verstehen, warum ein Kind weint, wenn sie ihm etwas kaputt gemacht haben. Zerbrochenes Spielzeug ist schnell ersetzt – und bei größeren Verfehlungen des Nachwuchses greift zur Not die Haftpflichtversicherung. Kinder dürfen Fehler machen. Und du bist als Mutter nicht für jeden persönlich verantwortlich.

 

6) Wenn der halbe Hausstand dabei ist, aber der Hausschlüssel daheim geblieben ist

Sobald man mit dem Nachwuchs das Haus verlässt, ist der Kinderwagen vollgepackt, als würde eine zweimonatige Exkursion durch die Wildnis anstehen. Taschentücher, Feuchttücher, Spucktücher, Windeln, Schnuller, Ersatz-Klamotten, Spielsachen, Snacks, Getränke, Regen-Ausrüstung, Pflaster… Und dann ist man eine Weile unterwegs und stellt fest, dass doch etwas fehlt. Der Lieblingsteddy. Das Smartphone, das einem den Weg zum Schwimmbad anzeigen sollte. Der Schlüssel. Was tun? Entspannen. Improvisieren. Und darüber lachen, dass beim nächsten Ausflug noch viel, viele mehr zuhause bleiben kann.    

 

7) Wenn ein Tobsuchtsanfall richtig laut wird

…weil dein Sprössling an der Supermarktkasse auf Süßigkeiten besteht, ihm andere Kinder nicht ihre Spielsachen überlassen oder er nicht nach Hause gehen möchte. Tja, das Gebrülle und/oder Geheule soll darauf aufmerksam machen, wie ungerecht es gerade zugeht. Jetzt bloß nicht versuchen, das Ganze mit weisen Worten zu übertönen, sondern lieber zur stillen Heldin werden. Das heißt: Ruhig und so schnell wie möglich mit dem Nachwuchs den Schauplatz verlassen und hinterher beruhigen, erklären, trösten. Und keinesfalls die eigenen Erziehungsfähigkeiten in Frage stellen. Solche Szenen kommen in den besten Familien vor: Prinz George (3) zum Beispiel bekam bei der Hochzeit seiner Tante Pippa Middleton einen Wutanfall, weil er versehentlich auf ihr Brautkleid getreten war und ihm seine Mama, die Herzogin Kate, deswegen eine kleine Standpauke gehalten hatte.

8) Wenn dir dein Perfektionismus ein Schnippchen schlägt  

Die beste Mutter der Welt, eine liebevolle Partnerin, eine scharfe Sexbombe, eine engagierte Kollegin, eine Fitnessgöttin, eine Freundin, die trotz des Familien-Tohuwabohus Zeit für ihre Mädels hat – all das möchten Mamis sein. Über kurz oder lang mündet das hausgemachte Tausendsassatum in Überforderung und Selbstzweifel. Es sei denn, man erteilt sich selbst die Absolution. Wie jene „unperfekten Mütter“, die sogar öffentlich auf Facebook oder Blogs das Fünf-gerade-sein-Lassen zelebrieren. Oder hast du darüber etwa noch nie gelacht? Eben. Und wer auch über sich selbst lachen kann, lacht am besten. #liebedichselbst

 

Was sind die Momente, in denen du immer tief durchatmen musst? Schreib uns unter kontakt@medela.de oder auf Facebook.