Elterngeld soll junge Eltern finanziell unterstützen

Crashkurs Elterngeld: Das Wichtigste im Überblick

Elterngeld soll junge Eltern finanziell unterstützen, die eine Auszeit vom Job nehmen und sich ihrem Baby widmen wollen. Seit einiger Zeit gibt es außerdem das Elterngeld plus, das Paaren noch mehr Spielraum lässt und für Teilzeitjobber gedacht ist. Basis-Elterngeld und Elterngeld plus lassen sich miteinander kombinieren. Zwischen zwölf und 36 Monaten gibt es Geld vom Staat.

Babys bringen lästigen Papierkram mit sich! Doch wenn du finanzielle Unterstützung vom Staat möchtest, musst du dich rechtzeitig darum kümmern. Elterngeld und Elterngeld plus sind eine tolle Sache, keine Frage. Aber auch ein komplexes Thema, weil die Wahlmöglichkeiten schier unendlich sind. Ihr solltet euch deshalb gut und rechtzeitig vor der Geburt überlegen, wie ihr Beruf und Betreuung aufteilen wollt und ob ihr Basis-Elterngeld, Elterngeld plus oder eine Kombination aus beiden in Anspruch nehmen wollt. Hier findet ihr das Wichtigste, was ihr darüber wissen müsst:

 

Elterngeld ist jetzt Basis-Elterngeld

Nach wie vor gibt es das Elterngeld, das jetzt Basis-Elterngeld heißt. Es wird während der ersten 14 Monate im Leben des Kindes gezahlt. Wie ihr euch das aufteilt, ist eigentlich egal, aber mindestens zwei Monate sind für den anderen Partner vorgesehen (Partnermonate).

 

Ihr könnt also beispielsweise sieben plus sieben, vier plus zehn oder zwölf plus zwei Monate nehmen. Ist das nicht möglich – also wenn dein Mann zum Beispiel nicht zwei Monate Elternzeit nehmen kann – bekommst du „nur“ deine zwölf Monate.

 

Basis-Elterngeld  ist vor allem für diejenigen gedacht, die zeitweise ganz aus dem Beruf aussteigen wollen.

Du kannst aber bis zu 30 Wochenstunden Teilzeit arbeiten. Bedenke aber, dass jedes Einkommen auf das Elterngeld angerechnet wird. Die meisten Teilzeitjobber entscheiden sich fürs Elterngeld plus. 

 

Wieviel Geld gibt es?

Der Staat zahlt zwischen mindestens 300 und maximal 1800 Euro. Es gibt 65 bzw. 67 Prozent vom bereinigten Nettolohn der letzten zwölf Monate vor der Geburt. Tipp: Die Steuerklasse rechtzeitig zu wechseln, lohnt sich in manchen Fällen, da dann das Nettoeinkommen steigt. Am besten den Steuerberater fragen!

 

Das Elterngeld wird mit dem Mutterschaftsgeld nach der Geburt verrechnet, du kriegst also nicht doppelt Geld vom Staat. Damit es hinterher keine böse Überraschung beim Steuerbescheid gibt, solltest du wissen, dass das Elterngeld im Prinzip zwar steuerfrei ist. Aber wenn du und dein Mann gemeinsam veranlagt seid, wird es eurem zu versteuernden Einkommen dazugerechnet.

 

Wer hat Anspruch?

Jeder bekommt Elterngeld: Arbeiter und Angestellte ebenso wie Beamte oder Selbstständige. Auch Hausfrauen oder -männer und Studenten oder Studentinnen erhalten Geld, und zwar den Mindestsatz von 300 Euro. Nur Paare, deren Einkommen über 500.000 Euro im Jahr liegt, gehen leer aus.

 

Wann soll ich Elterngeld beantragen?

Der Antrag kann ab dem Tag der Geburt gestellt werden. Du hast drei Monate Zeit, um ihn einzureichen. Schaffst du das in dem Zeitraum, bekommst du die Wochen nachgezahlt. Wenn nicht, verschenkst du Geld. Denn es wird nur drei Monate rückwirkend gezahlt!

 

Wo beantragen?

Du kannst den Antrag bei der Elterngeldstelle einreichen. Es gibt allerdings keine zentrale Adresse, sondern jedes Bundesland hat andere zuständige Stellen und andere Antragsformulare. Im Internet kannst du auf der Webseite des Familienministeriums www.familien-wegweiser.de nachschauen, wo die für deine Postleitzahl zuständige Elterngeldstelle sitzt und du kannst dir auch den Antrag  downloaden. Alle Informationen über die benötigten Bescheinigungen haben wir für dich im Blog-Beitrag Checkliste zum Elterngeld-Antrag zusammengestellt.

 

Beim Elterngeld plus gibt’s länger Geld

Das ist die Quintessenz des neuen Elterngelds plus: Doppelt so lang aber nur halb so hoch. Im Prinzip wird die Elterngeldzeit auf 28 Monate verdoppelt, aber nur die Hälfte des Betrags gezahlt.

 

Das Angebot lohnt sich vor allem für diejenigen, die Teilzeit arbeiten möchten.

 

Ihr könnt sogar 36 Monate lang Elterngeld beziehen, wenn beide gleichzeitig in vier aufeinanderfolgenden Monaten zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten. Zu den 28 Monaten Elterngeld kommt nämlich noch ein Partnerschaftsbonus von jeweils vier Monaten für dich und deinen Mann.

 

Alles ist kombinierbar

Ihr könnt Basis-Elterngeld, Elterngeld plus und Partnerschaftsbonus frei kombinieren. Wer die Wahl hat, hat aber auch die Qual: Klärt möglichst frühzeitig untereinander und mit eurem Arbeitgeber, wer wann frei nimmt oder arbeiten geht.

 

Für welche Variante des Elterngelds habt ihr euch entschieden? Schreib‘ uns unter kontakt@medela.de oder in unserer Medela Deutschland Facebook-Community.