Wissen und Forschung beschäftigen sich vermehrt mit dem Thema Stillen.

Faszinierendes Potential: Muttermilch enthält Stammzellen

Stammzellen gelten in der Medizin als wahre Alleskönner. Umso spannender, dass sie auch in Muttermilch vorhanden sind. Neuste Forschungen versprechen Bahnbrechendes.

 

Die Erforschung der Muttermilch ist ein einzigartiges Gebiet. Deswegen arbeitet Medela seit über 50 Jahren mit erfahrenen Medizinern und Forschern zusammen und fördert die Kooperationen mit Universitäten, Krankenhäusern und Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt. 

 

Was Dr. Foteini Kakulas (ehemals Hassiotou) von der University of Western Australia aufzeigte, ist bemerkenswert: Muttermilch enthält Stammzellen. Diese wiederum können dazu angeregt werden, sich in andere Körperzelltypen wie Knochen-, Fett-, Leber- und Hirnzellen zu verwandeln. Könnte dies die Lösung sein, um auf einfache, nichtinvasive und ethisch unbedenkliche Weise pluripotente Stammzellen zu gewinnen? Und was bedeutet das im Hinblick auf den einzigartigen Wert von Muttermilch für das Wachstum und die Entwicklung der Säuglinge? Babys nehmen täglich über die Muttermilch Millionen, wenn nicht gar Milliarden lebender Zellen auf. Kann das ein Zufall sein? Können diese im Magen des Babys überleben?

 

Neue Perspektiven für die Medizin?

Dr. Kakulas stellte ihre Forschungsergebnisse erstmals auf dem10. Medela Symposium in Warschau  einem europäischen Publikum vor. Dabei präsentierte Dr. Kakulas ein neues sogenanntes Cross-Fostering-Experiment: Anhand eines Mäuseversuchs konnte sie den Weg der Zellen von der Muttermilch in das Neugeborene nachvollziehen. Dabei zeigte sich, dass sich lebende Stammzellen aus der Muttermilch sowohl im Magen als auch im Blut, im Thymus, in der Leber, in der Bauchspeicheldrüse, in der Milz und sogar im Gehirn finden lassen. Die Zellen waren auch funktionell in diese Organe integriert und produzierten sogar organspezifische Proteine.

 

Muttermilch als Quelle menschlicher Stammzellen?

Dr. Kakulas erklärte: „Ich bin stolz darauf, an dieser aufregenden Entdeckungsreise zur Erforschung der Muttermilch-Stammzellen teilzunehmen, die von Medela unterstützt wird, und viele neue Forschungshorizonte eröffnet. Da Muttermilch relativ viele Stammzellen enthält, möchte ich vor allem mehr über die Rolle herausfinden, die diese bei der Geweberegeneration und der Entwicklung des Babys spielen. Außerdem möchte ich genau wissen, wie sie sich eventuell bei Erkrankungen auswirken“, so Dr. Kakulas. Für sie liefert ihre Forschung  auch einen weiteren Grund, warum  Muttermilch wesentlich mehr sein, als nur Nahrung für das Baby. Es zeige sich, „dass Muttermilch eine ethisch vertretbare, nichtinvasive und ergiebige Quelle menschlicher Stammzellen sein kann.“

 

Weitere Informationen findest du unter:

https://www.medela.de/dam/medela-com/breastfeeding-professional/documents/general/symposium2015-16/abstracts-pdf/abstract-foteini-hassiotou-en.pdf

https://www.medela.de/stillen-fachpersonen/forschung/stammzellen-in-muttermilch
 

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