Erste Hilfe für Babys Teil 6: Vergiftungen

Es kann so schnell gehen: Einmal kurz woanders hingeschaut und schon hat dein Kleines die Spülmittelflasche im Mund. Janko von Ribbeck erklärt was im Vergiftungsnotfall zu tun ist.

 

Was sind die häufigsten Vergiftungen im Haushalt?

Oft sind Tabletten der Grund von Vergiftungen. Kinder machen nun einmal alles nach und wenn sie beobachten, wie Mama oder Papa Medikamente nehmen, wollen sie das natürlich auch probieren. Deshalb sollten Tabletten oder andere Medikamente niemals so herumliegen, dass Kinder drankommen. Gefährlich sind auch Zigaretten, die Kinder zuhause oder auf Spielplätzen finden und in den Mund stecken. Dann gibt’s Kinder, die sehr ambitioniert die Einkaufstasche ausräumen und eher man sich versieht haben sie ein Spülmittel oder Shampoo in den Fingern…

 

Welche Substanzen sind besonders gefährlich und wie muss ich reagieren?


Das Beste ist wenn Sie in jedem Fall in einer der deutschlandweit neun Vergiftungszentralen anzurufen! Das was Kinder zu sich nehmen sind Kleinstmengen und man hat in der Regel immer Zeit in der Vergiftungszentrale anzurufen. Die Hotline ist rund um die Uhr erreichbar. Die Entwarnungsquote ist dabei übrigens sehr hoch. Das heißt, die meisten Fälle sind nicht so schlimm wie es zunächst scheint.

 

Das heißt, die Vergiftungszentrale sagt mir dann auch ganz konkret was ich machen muss?


Ja genau, denn das kommt immer ganz individuell auf die Substanz an. Ein Glas Wasser kann man aber immer trinken, das richtet keinen Schaden an, sondern verdünnt. Aber bitte wirklich nur ein Glas.

 

Bei welchen Pflanzen muss ich besonders vorsichtig sein?


Ich könnte jetzt 20 oder mehr Pflanzen aufzählen, aber das kommt natürlich immer darauf an wo man wohnt. Viele der wirklich giftigen Pflanzen wird man nicht auf dem Weg zum Kindergarten oder Spielplatz finden. Eine Tollkirsche zum Beispiel ist sehr giftig, die muss ich aber ganz schön suchen – und das im Wald oder auf dem Berg. Manche Kinder haben auch überhaupt kein Interesse an Pflanzen, die würden niemals auf die Idee kommen, sich eine in den Mund zu stecken. Andere wiederum haben immer sofort jedes Blatt im Mund – auf diese Kinder muss man natürlich besonders achten. Das Schwierige ist: In der Natur hinterlässt das Kind natürlich kaum Spuren. Sie können dann nicht wissen, was oder wieviel es gegessen hat. Dann kommt es darauf an, ob zum Beispiel ein Samen zerkaut wurde oder nicht. Unzerkaute Samen scheiden die Kinder einfach im Ganzen wieder aus. Auch hier haben die Mitarbeiter der Vergiftungszentrale ein gutes Fingerspitzengefühl und helfen sehr gut weiter. Googeln sollte man besser seinlassen. Im Internet ist vieles viel giftiger als es Experten beurteilen würden. Efeu etwa galt früher als sehr giftig, heute weiß man, dass er das kaum ist.

 

Hier findest du alle Themen unserer Erste-Hilfe-Serie auf einen Bilck:

 

Janko von Ribbeck ist Vater von vier eigenen und zwei Stiefkindern und war jahrelang als Rettungssanitäter unterwegs. Heute gibt er seine reiche Erfahrung in Kursen und Büchern speziell an Eltern weiter Die schätzen sowohl seine Kompetenz, als auch seine praxisnahen, lebendigen Erklärungen.

www.erste-hilfe-fuer-kinder.de