Erste Hilfe für Babys Teil 7: Pseudokrupp – wie kann ich meinem Kind helfen?

Dein Baby hustet, ringt nach Luft und du fühlst dich schrecklich hilflos: Ein Pseudokrupp-Anfall ist keine Kleinigkeit. Wie du deinem Kind schnell helfen kannst, erklärt Janko von Ribbeck.

 

Herr von Ribbeck, was ist denn eigentlich ein Pseudokrupp Anfall?

Es ist ein bellender Husten, der mitten in der Nacht vorkommt, meist in der kalten Jahreszeit und wenn die Kinder eh schon erkältet sind. Das Geräusch dieses Hustens ist sehr eigen, es erinnert ein bisschen an einen Seehund. Wichtig zu wissen ist, dass die Kinder dabei schlecht Luft bekommen, aber nicht ersticken! Pseudokrupp kommt nur bis zu einem Alter von 6 Jahren vor, Jungen sind dabei doppelt so häufig betroffen wie Mädchen.

 

Warum kommt er gerade nachts?

Um Mitternacht senkt sich der körpereigene Kortisonspiegel. Kortison wirkt entzündungshemmend und abschwellend. Beim Pseudokrupp schwellen dann nachts die Schleimhäute an, was die Luftströmung in den Atemwegen verändert und die Härchen in der Luftröhre irritiert – und das Kind muss husten.

 

Und kann schlecht atmen?

Ja, die Kinder wachen auf und können plötzlich nur noch sehr schwer Einatmen. Sie sind heiser und es pfeift – das alles macht ganz schön Angst. Die kann so groß sein, dass manche Kinder wirklich Angst bekommen zu Ersticken. Zum Glück kann das nicht passieren. Richtige Atemnot kann aber dann dazukommen, wenn das Kind anfängt zu Schreien und so der Atemwiderstand noch höher wird.

 

Wie kann ich helfen?

Wichtig ist, dass Sie an die kalte, frische Luft gehen – am besten auf den Balkon oder die Terrasse. Oder Sie machen die Fenster weit auf oder setzen sich mit ihrem Kind vor den Kühlschrank oder das Gefrierfach. Durch die kalte Luft schwellen die Atemwege wieder ab. Und: Beruhigen Sie ihr Kind! Wenn Sie das schaffen, atmet ihr Kind schwer, aber ruhig. Der Anfall müsste nach 30 Minuten vorbei sein.

 

Sollte ich nicht besser ins Krankenhaus fahren?

Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie natürlich auch den Notarzt unter der 112 anrufen oder in die Kinderklinik fahren. Gerade beim ersten Mal erschrecken sich natürlich auch die Eltern sehr. Auch wenn man es sich natürlich nicht wünscht: Bekommt ein Kind öfter einen Pseudokrupp Anfall, können das Kinder und Eltern mit der Zeit ganz gut gemeinsam überstehen.

 

Weitere Folgen unserer Serie:

 

Interview mit Janko von RibbeckJanko von Ribbeck ist Vater von vier eigenen und zwei Stiefkindern und war jahrelang als Rettungssanitäter unterwegs. Heute gibt er seine reiche Erfahrung in Kursen und Büchern speziell an Eltern weiter. Die schätzen sowohl seine Kompetenz, als auch seine praxisnahen, lebendigen Erklärungen.

www.erste-hilfe-fuer-kinder.de