Blasensprung

Frag die Hebamme: Wie erkenne ich einen Blasensprung?

Ist ein Blasensprung immer so ein Wasserfall wie im Film? Oder kann es sein, dass ich es gar nicht bemerke? Unsere Hebamme klärt auf

Die meisten Schwangeren empfinden den Blasensprung wie das Wasserlassen auf der Toilette, mit dem Unterschied, dass sie selbst das Austreten des Fruchtwassers nicht kontrollieren können. Das kann tröpfchenweise passieren oder schwallartig. Die Fruchtblase kann auch erst während der Geburt reißen. Wenn sie vor Wehenbeginn reißt (wie im Hollywoodfilm so gerne genommen) spricht man von vorzeitigem Blasensprung. Wenn es nur Tröpfchen sind und du dir unsicher bist, kontaktiere am besten sofort deinen behandelnden Arzt oder deine Hebamme, die mit Hilfe eines Schnelltests die Flüssigkeit auf ihren pH-Wert kontrollieren und somit das Fruchtwasser von Urin unterscheiden können. In der Regel ist das Fruchtwasser sehr hell. Ist es grünlich ist Vorsicht geboten, denn dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Baby im Mutterleib Mekonium (Kindspech) ausgeschieden hat. In diesem Fall musst du dringend ins Krankenhaus.

Risiko: Nabelschnurvorfall

Vorsicht ist auch beim vorzeitigen Blasensprung geboten, wenn du aus einer vorhergehenden Vorsorgeuntersuchung weißt, dass dein Baby noch nicht ganz in Geburtsposition ist, also der vorangehende Teil des Kindes (meistens das Köpfchen) noch nicht in dein Becken gerutscht ist. Dann besteht die Gefahr, dass sich die Nabelschnur vor das Kind schiebt (Nabelschnurvorfall). Die Gefahr bei dieser seltenen geburtshilfliche Komplikation ist, dass auf die Nabelschnur Druck ausgeübt wird und deshalb das Baby nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Vorsichthalber solltest du dich in einem solchen Fall deshalb in die leichte Seitenlage legen, um den Druck auf die Nabelschnur zu verringern, und deinen Arzt kontaktieren.

Warten auf die Wehen

Sollte die Fruchtblase platzen und du hast noch keine Wehen, wird in der Regel bis zu 24 Stunden abgewartet. Haben dann die Wehen nicht auf natürliche Weise eingesetzt, wird mit Wehen fördernden Mitteln die Geburt eingeleitet, um das Risiko einer Infektion möglichst gering zu halten.

 

 


Veröffentlicht: 18 Okt, 2018

Medela

Alexandra Buder / Hebamme

Hebamme bei Medela

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden und Bekannten
previous arrow
next arrow
Slider