Geburtsvorbereitung Akupunktur

Geburtsvorbereitung mit Akupunktur, Damm-Massage & Co: Das bringt’s

Der Geburtstermin rückt näher, die Spannung steigt – und du willst perfekt vorbereitet sein. Angebote gibt es reichlich. Wir haben eine Hebamme gefragt, was dahinter steckt

Akupunktur

Darum geht’s: Akupunktur zur Geburtsvorbereitung wird auch bei uns in Deutschland immer beliebter. Durchgeführt wird die Akupunktur von Frauenärzten und Hebammen, die darauf spezialisiert sind. Durch gezielte Akupunktur sollen sich die Reifungsprozesse des Körpers während der Schwangerschaft wirkungsvoll unterstützt werden.

So geht es: Die geburtsvorbereitende Akupunktur beginnt in der Regel in der 36. Schwangerschaftswoche und findet wöchentlich statt. Durch das Setzen von sechs bis acht Nadeln in den Beinen und an den kleinen Zehen pro Sitzung werden bestimmte Punkte stimuliert. Das hört sich jetzt schmerzhaft an, tatsächlich tut es kaum weh. Nur ein kurzer feiner Stich kann spürbar sein. Dass auch wirklich der korrekte Punkt getroffen wurde, merkst du an den folgenden Anzeichen: Leichtes Brennen, Kribbeln, Druck oder Wärme.

Das sagt die Hebamme: „Akupunktur führt zu einer besseren Reifung des Gebärmutterhalses, lockert das Gewebe und macht es elastisch. Zudem stärkt Akupunktur die Gebärmutter und regt die Wehentätigkeit an“, sagt Hebamme Laura Schütz aus Düsseldorf. „Geburtsvorbereitende Akupunktur kann Frauen helfen, entspannt und vertrauend auf die eigene Stärke und Energie die Geburt zu durchleben. Die Eröffnungs- und Austreibungswehen sind zugleich zielgerichteter.“

Himbeerblättertee

Darum geht’s: Himbeerblättertee ist nicht nur reich an Vitamin C, Kalzium und Eisen, sondern soll sich vitalisierend und zugleich beruhigend auf den Körper auswirken. Deshalb ist er auch eines der beliebtesten Hausmittel.

So geht’s: In der 36. Schwangerschaftswoche eine Tasse täglich trinken. In der 37. SSW pausieren. In der 38. SSW zwei bis drei Tassen am Tag. In der 39. SSW wieder pausieren. Ab der 40. SSW eine Teekanne täglich trinken.

Das sagt die Hebamme: „Die Muskulatur von Gebärmutter und Beckenboden wird gelockert und gleichzeitig wird die Durchblutung gefördert“, sagt Laura Schütz. „Besonders gut wirkt der Himbeerblättertee in Kombination mit der Akupunktur.“

Damm-Massage

Darum geht’s: Als Damm bezeichnet man das feste Gewebe zwischen Scheide und After. Es ist ein Teil der Beckenbodenmuskulatur, das unseren Körper nach unten hin abdichtet. Bei der Geburt wird er extrem beansprucht.

Das steckt dahinter: Obwohl das Gewebe extrem dehnbar ist, besteht die Gefahr, dass es durch die extreme Belastung bei der Geburt verletzt wird. Ab der 36. Woche wird deshalb bei dieser Methode täglich der Damm mit einem entsprechenden Öl massiert.

Das sagt die Hebamme: „Damm-Massagen fördern die Elastizität des Gewebes und kräftigen dieses zugleich “, sagt Schütz.

Heublumen-Dampfsitzbad

Darum geht’s: Dampfsitzbäder sollen genau wie die Damm-Massage das Gewebe lockern und dehnbar machen.

So geht’s: Ab der 37. Schwangerschaftswoche ein Mal in der Woche ein Heublumensitzbad nehmen. Dazu getrocknete Heublumen (Apotheke/Drogerie/Reformhaus) in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen. Anschließend in die Toilette stellen. Wenn die Temperatur angenehm ist, aufs WC setzen und den Dampf einwirken lassen.

Das sagt die Hebamme: „Heublumensitzbäder halten das Gewebe im Dammbereich elastisch und fördern die Durchblutung“, sagt Schütz.

Leinsamen

Darum geht’s: Gerade am Ende der Schwangerschaft leiden viele Frauen unter Verstopfungen. Ein Grund ist, dass das Baby mit seinem ganzen Gewicht auf den Darm drückt.

So gehts: Ein Esslöffel geschrotete Leinsamen täglich ab der 34. Schwangerschaftswoche ins Müsli oder den Joghurt mischen. Dazu ein Glas Wasser trinken.

Das sagt die Hebamme: „Leinsamen regen die Verdauung und damit die Peristaltik, also die Bewegung im Darm, an“, erklärt Schütz. „Das stimuliert wiederum die Gebärmutter und regt die Wehentätigkeit an.“

Spaziergänge

Darum geht’s: Die Geburt eines Kindes ist vergleichbar mit einem Marathon und erfordert sehr viel Ausdauer, Kraft und Energie. Deshalb lohnt es sich, körperlich fit zu bleiben.

So geht es: Gut ist, wenn du jeden Tag eine Runde spazieren gehst. Wie lange dein Spaziergang ist, kannst du selbst entscheiden. Schau einfach, was dir gut tut. Übertreibe es aber nicht mit Gewaltmärschen. Denk dran: Dein Körper braucht für die Geburt viel Kraft und deshalb ist es wichtig, auch Ruhephasen einzuplanen.

Das sagt die Hebamme: „Durch die Bewegung wird die Gebärmuttermuskulatur sowie die Wehentätigkeit angeregt“, erklärt die Hebamme. „Ruhige und nicht zu anstrengende Bewegungen sorgen dafür, dass das Baby leichter in die Geburtsposition rutscht.“

Sex

Darum geht’s: Wenn der errechnete Geburtstermin schon überschritten ist, wollen viele Schwangere nur noch eines: Es soll endlich losgehen! Zweifellos gehört Sex zu den beliebtesten Methoden, um Wehen auszulösen.

Das steckt dahinter: Sperma enthält Prostaglandin, ein Hormon, das den Muttermund schön weich macht. Auch die Muskelkontraktion bei einem Orgasmus kann dafür sorgen, dass die Wehentätigkeit angeregt wird.

Das sagt die Hebamme: „Sex ist auf jeden Fall wehenanregend – schon allein durch die Prostaglandine im Sperma“, sagt die Expertin. „Diese lockern gleichzeitig auch die Schleimhaut am Gebärmutterhals auf. Die Bewegung beim Sex steigert die Kontraktionsfähigkeit der Gebärmuttermuskulatur und wirkt sich positiv auf die Wehentätigkeit aus.“

 

Unsere Expertin: Laura Schütz ist seit 2011 examinierte Hebamme und hat seit Anfang 2017 in Düsseldorf die Hebammengemeinschaftspraxis „Hand in Hand“ mit Xenia Vorat. Mehr Infos: www.handinhand-hebammen.de