Es gibt viele wichtige Punkte, die bei der Wickelsituation beachtet werden müssen.

Wickeln für Profis: Ein Crash-Kurs – nicht nur für Väter

Mal ganz ehrlich: Wickeln gehört nicht gerade zu den Sternstunden des Eltern-Daseins. Vor allem wenn es ums “große Geschäft” geht, reicht man die niedliche Stinkbombe gerne der Partnerin oder dem Partner weiter. Kein Wunder, denn gerade wenn die Windel so richtig randvoll ist, muss jeder Handgriff sitzen – ehe das Baby entdeckt, dass es auch ganz hervorragend mal eben zwischen die Beine greifen könnte. Mit diesen Tipps werden frischgebackene Wickeltisch-Amateure ganz schnell zu Profis!

 

Grundsatzfrage: Wann ist es Zeit für eine frische Windel?

Klare Sache, wenn es stinkt oder bei nasser, voller Windel!  Hebammen empfehlen in der ersten Zeit aber auch grundsätzlich jeweils vor oder nach den Stillmahlzeiten zu wickeln, denn je länger eine nasse Windel am Baby-Popo klebt, desto schneller ist der rot statt rosig… Je jünger dein Baby ist, desto öfter musst du es wickeln!

 

Grundausstattung: Was braucht man wirklich?

Einen Wickelplatz an einem warmen, zugfreien Ort. In Wickeltischen kannst du dein Zubehör gut verstauen, die meisten haben sogar Schubfächer für Babys Kleider. Aber auch eine Wickelauflage auf der Waschmaschine im Badezimmer kann in kleinen Haushalten eine gute Lösung sein. Achte deinem Rücken zuliebe aber unbedingt auf eine angenehme Höhe des Tisches oder Auflage: Deine Arme sollten ungefähr im 90-Grad-Winkel aufliegen. Ein zu niedriger Wickeltisch begünstigt einen Rundrücken und wird ganz schnell unbequem. Eine durchdachte Lösung lohnt sich, schließlich werdet ihr sie die nächsten zwei Jahre und auch darüber hinaus regelmäßig nutzen.

Eine abwaschbare Wickelunterlage.  Damit dein Baby es bequem hat, legst du am besten noch ein weiches Handtuch darauf. Das hat gegenüber den teuren Einweg-Wickelunterlagen aus dem Drogeriemarkt nicht nur den großen Vorteil, dass es waschbar ist, es ist auch deutlich kuscheliger.

Eine Wärmelampe, damit dein Baby nicht friert. Besonders wichtig im Winter oder wenn der Wickelraum eher kühl ist. Es gibt Lampen zum An-die-Wand-schrauben oder Stehlampen. Wenn deine Wickelgelegenheit im Badezimmer ist, kannst du aber vielleicht darauf verzichten, denn dort ist es ja tendenziell immer kuschelig eingeheizt.

Wickelutensilien. Windeln, weiche Waschlappen, trockene Papier-Pflegetücher, eine Schüssel für warmes Wasser, Handtücher und eine Pflegecreme. Viel mehr ist nicht nötig.

Babykleidung, die sich leicht an- und ausziehen lässt. Die meisten Babys mögen es gar nicht, wenn man ihnen ständig etwas über den Kopf zieht. Wickelbodys sind deshalb für die ersten Monate ideal und minimieren das Protestrisiko.

 

Gut gewickelt in fünf Schritten

1. Alle nötigen Utensilien griffbereit haben.
Vorbereitung ist alles! Windeln, Waschlappen, trockene Papiertücher, eine Schüssel warmes Wasser, Handtücher und Pflegecreme – wenn du von Anfang an alles in Griffbereitschaft hast, kannst du dich ganz auf dein Baby konzentrieren. Um Unfälle zu vermeiden, lass dein Baby beim Wickeln nie, wirklich NIE, allein. Am besten hast du immer mindestens eine Hand an seinem Körper. Das hat noch einen weiteren Vorteil: Körperlicher Kontakt beruhigt!

2. Sanft saubermachen. 
Lege das Kind zum Wickeln auf den Rücken und öffne die alte Windel. Mit dem oberen Windelteil kannst du Schmutz und Stuhlgang schon mal grob abwischen und hast dann mit der zusammengeklappten Windel auch noch eine gute Unterlage, die deine Handtuchunterlage schützt. Um beim Saubermachen alles gut zu erreichen, hebe den Po des Babys etwas an. Das geht ganz einfach wenn du mit einer Hand die Beinchen deines Babys um fasst. Bitte immer an den Beinen anfassen, nicht an den kleinen Fußknöcheln hochziehen! Jetzt reinige den Po und den Genitalbereich mit einem weichen, feuchten Waschlappen. Wichtig: immer von vorne nach hinten wischen. Wenn du lieber Feuchttücher verwendest, eignen sich die unparfümierten besser, denn Duftstoffe reizen die empfindliche Babyhaut. 

3. Gut abtrocknen. 
Trockne den kleinen Po gut ab, denn dann wird er nicht so schnell wund. Ist das doch mal passiert, trage nach dem Abtrocknen ganz dünn eine geeignete Wundschutzcreme für den Windelbereich auf. 

4. Die neue Windel nicht zu eng anlegen.  
Die Windel darf Bauch und Beine nicht einschnüren. Sie sitzt richtig, wenn ein, zwei Finger leicht zwischen die Bündchen und den Körper deines Babys passen. 

5. Schnell wieder anziehen – oder nutzt die Zeit zum Spielen! 
Manche, gerade sehr junge Babys stresst das Wickeln, dann halte es am besten so kurz wie möglich. Etwas Ablenkung wirkt dann oft Wunder: leises Reden oder ein Mobile über dem Wickeltisch Vielleicht genießt dein Baby es aber auch, nackt unter der Wärmelampe zu liegen. Dann nutzt doch die gemeinsame Zeit für ein Fingerspielchen, zählt die Zehen, ob alle da sind oder probiert eine sanfte Babymassage aus!

 

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