Ein Milchstau ist sehr schmerzhaft. Was du dagegen tun kannst verraten wir dir hier.

Hilfe, ich habe einen Milchstau!

Viele stillende Frauen machen innerhalb der ersten 12. Wochen nach der Geburt Bekanntschaft mit einem Milchstau. Dies kann ein schmerzhaftes und ernstzunehmendes Unterfangen sein, das schnell behandelt werden sollte, um den Übergang zu einer Brustentzündung (Mastitis) zu vermeiden. Im Folgenden findest du Informationen, wie es zu einem Milchstau kommen kann und was dir schnelle Abhilfe verschafft.

 

 

Was genau ist ein Milchstau?

Wenn man von einem Milchstau spricht, ist die unzureichende Entleerung der Brust gemeint. Da die meisten Frauen in der 2./3. Woche nach der Geburt davon betroffen sind, ist der Milchstau in vielen Fällen darauf zurückzuführen, dass die Stillsymbiose zwischen Mutter und Kind noch nicht optimal eingespielt ist.

 

 

Anzeichen dafür, dass du einen Milchstau hast:

  • Schmerzen in der Brust
  • Eine gerötete, warme Stelle an der Brust
  • Verhärtung(en) in der Brust
  • Leichtes Fieber
  • Gliederschmerzen mit Fieber und Schüttelfrost (Wichtiges Warnzeichen für beginnende Mastitis / fließender Übergang zu Mastitis)

 

Wie kann ein Milchstau entstehen?

Da das Stillen ein Zusammenspiel von Mutter und Kind ist, kann ein Milchstau zum einen darauf zurückzuführen sein, dass das Kind noch nicht ideal an der Brust saugt und somit die Milchgänge nicht vollständig entleert werden. Wichtig herfür ist, dass deine Hebamme oder Stillberaterin dir verschiedene Stillpositionen zeigt und dir erklärt, auf was du bei deinem Baby achten musst, bevor und während es an der Brust trinkt. Hierzu gehört z. B. auch, dass dein Baby den Mund weit öffnet und nicht nur die Brustwarze, sondern auch möglichst viel vom Warzenhof mit in den Mund nimmt. Regelmäßiges Stillen ist die beste Methode, um die Brüste gut zu entleeren und die Milchproduktion maximal anzukurbeln. Zeitgleich bekommt dein Baby dann alle wichtigen Nähr-und Abwehrstoffe über die Muttermilch, die es zum Wachsen und Gedeihen braucht.

 

Zum anderen kann ein Milchstau aber auch vom Körper der Mutter ausgehen. Kurz nach der Geburt bekommt dein Kind Kolostrum – eine sehr nährstoffreiche Vormilch, von der dein Baby nur sehr kleine Mengen benötigt. Im Anschluss entwickelt sich Kolostrum mit dem Milcheinschuss, der ca. um den 2. Tag nach der Geburt stattfindet, zur Transitorischen Milch. Ungefähr eine Woche nach der Geburt wird das Baby dann mit  ´reifer´ Muttermilch versorgt. Mit dieser Entwicklung ändert sich nicht nur die Zusammensetzung der Muttermilch, sondern auch die Menge. Weil es ein paar Tage dauert, bis sich dein Körper von den zunächst körpereigenen Entwicklungsschritten auf die individuellen Bedürfnisse deines Babys einstellt, kann es sein, dass du in dieser Übergangsphase mehr Milch hast, als dein Baby gerade benötigt. Folglich kann es passieren, dass dein Baby schon satt ist bevor die Brust entleert ist, was wiederum das Risiko eines Milchstaus erhöhen kann.

 

Aber auch äußere Faktoren wie Schmerzen nach der Entbindung, Stress (körperlich oder seelisch), zu viel Besuch oder einschnürende Kleidungsstücke können einen Milchstau begünstigen. Versuche dich daher einmal bewusst aus dem Alltag zurückzunehmen und bitte deinen Partner, Familienmitglieder und Freunde um Hilfe. Kuschel dich am besten zusammen mit deinem Baby ins Bett und lege deinen Fokus auf das Stillen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr beschleunigen zudem den Heilungsprozess. Versuche zu schlafen wenn dein Baby schläft, um die körperliche Erschöpfung so gering wie möglich zu halten. Das Wochenbett ist eine Zeit, in der sich die frischgebackene Mama von den Geburtsstrapazen erholen soll und sich alle Beteiligten auf die neue Familienkonstellation und deren Herausforderungen einstellen.

 

 

Was hilft bei Milchstau?

  • Weiter stillen: Durch das Stillen kann die gestaute Milch abfließen und die Milchmenge kann sich den Bedürfnissen des Babys anpassen. Um den Milchfluss zu fördern, wirkt sich Wärme vor dem Stillen, in Form von einem warmen Bad, einer Dusche oder einem Kirschkernkissen positiv aus. Dadurch weiten sich nämlich die Blutgefäße und Milchgänge und die Milch fließt besser und schneller. Zudem ist es ratsam, wenn du dein Kind so anlegst, dass der Unterkiefer in die Richtung deutet, die dir Schmerzen bereitet. So wird die angestaute Milch in diesem Bereich schnell und effizient entleert.

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  • Milch ausstreichen: Wenn du nach dem Stillen das Gefühl hast, deine Brust ist noch nicht leer, aber dein Baby ist bereits müde oder satt, kannst du die überschüssige Milch durch Ausstreichen abfließen lassen. Am besten massierst du hierfür deine Brust mit den Händen. Dann hältst du deine Brust mit der Hand im sog. C-Griff und imitierst das Saugen des Babys. Deine Hebamme oder Stillberaterin kann dir zeigen, wie das Ausstreichen genau funktioniert. Auch hier kannst du vorab wieder mit Wärme arbeiten, um die Milch schneller zum Fließen zu bringen.

 

  • Milch abpumpen: Die Verwendung einer Milchpumpe, z. B: die elektrische Milchpumpe Swing von Medela, ist eine weitere Möglichkeit, um deine Brüste optimal zu entleeren. So beugst du einem Milchstau vor bzw. kannst einen schon eingetretenen Milchstau beheben. Diese Methode ist schneller und effizienter als das Ausstreichen per Hand. Der Vorteil hierbei ist, dass du direkt in eine Milchflasche abpumpst, sodass du deinem Baby diese Milch zu einem späteren Zeitpunkt verfüttern kannst. Die Firma Medela hat sich auf das Abpumpen und Füttern von Muttermilch spezialisiert und hierfür evidenzbasierte Methoden entwickelt, die diese Prozesse naturgetreu nachahmen. So sind beispielsweise alle Pumpen mit der 2-Phasen-Expressionstechnologie ausgestattet, die erst die Brust stimuliert und dann, sobald der Milchspendereflex ausgelöst wurde, im Abpumpmodus die Milch abpumpt.

     

    Im Anschluss kann die abgepumpte Muttermilch mit dem Calma Sauger dem Baby verfüttert werden. Calma ist so konzipiert, dass die Milch nur dann fließt, wenn das Baby ein Vakuum aufbaut. So kann der Wechsel zwischen Brust und Flasche und wieder zurück ganz einfach gelingen. Zudem wird dem Baby die Koordination von Saugen, Schlucken und Atmen erleichtert.  

     

    Wusstest du schon, dass dir bei einem Milchstau dein Gynäkologe ein Rezept für den Verleih einer elektrischen Milchpumpe ausstellen kann? Lasse dich am besten hierzu ärztlich beraten.

 

  • Die Brust kühlen: Nach dem Anlegen, Abpumpen oder Ausstreichen empfiehlt es sich die Brust zu kühlen. Kälte sorgt dafür, dass der Körper nicht wieder sofort neue Milch nachproduziert und kann Schmerzen und Schwellungen verringern. Am besten eignen sich Quarkwickel und Weißkohlblätter, da sie sich gut an die betroffene Stelle anpassen und eine entzündungshemmende Wirkung haben.

 

Was ist zu tun, sollte der Milchstau nicht besser werden?

Wenn alle Versuche fehlschlagen und es dir nach spätestens zwei Tagen immer noch nicht besser geht, solltest du dir ärztlichen Rat einholen. Ein Milchstau ist mit Vorsicht zu genießen, da der Übergang in eine ausgewachsene Brustentzündung (Mastitis) fließend ist. Diese muss meist mit Antibiotika unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden.

 

Fazit: Das A und O um einem Milchstau erfolgreich und schnell entgegenzuwirken, ist die schnellstmögliche Entleerung der Brust. In diesem Sinne: “ Möge die Milch fließen!“