4 Tipps gegen Milchstau

Schmerzen, Fieber, aber immerhin ein Trost: Du bist nicht allein! Viele Frauen haben in den ersten 12 Wochen der Stillzeit einen Milchstau. Dann ist schnelle Hilfe gefragt

 

Warum entsteht ein Milchstau?

Wenn man von einem Milchstau spricht, ist die unzureichende Entleerung deiner Brust gemeint. Dafür kann es mehrere Gründe geben:

  • Dein Baby saugt noch nicht ideal
    Da die meisten Frauen in der 2. oder 3. Woche nach der Geburt davon betroffen sind, ist der Milchstau in vielen Fällen darauf zurückzuführen, dass die Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind noch nicht optimal eingespielt ist. Dein Baby saugt eventuell noch nicht ideal an der Brust und leert nicht alle Milchgänge. Wichtig ist deshalb, dass deine Hebamme oder Stillberaterin dir verschiedene Stillpositionen zeigt und dir erklärt, auf was du achten musst, wenn du dein Baby anlegst und während es an deiner Brust trinkt. 
  • Milcheinschuss
    Kurz nach der Geburt bekommt dein Kind zunächst Kolostrum, die besonders nährstoffreiche Vormilch, von der dein Baby nur sehr kleine Mengen benötigt. Im Anschluss entwickelt sich Kolostrum zur sogenannten Übergangsmilch und schließlich, ungefähr eine Woche nach der Geburt, wird das Baby dann mit „reifer“ Muttermilch versorgt. Mit dieser Entwicklung ändert sich nicht nur die Zusammensetzung der Muttermilch, sondern auch die Menge. Und weil es ein paar Tage dauert, bis sich dein Körper auf die individuellen Bedürfnisse deines Babys einstellt, kann es sein, dass du in dieser Übergangsphase mehr Milch hast, als dein Baby gerade benötigt. Eine nicht ganz geleerte Brust nach dem Stillen erhöht das Risiko eines Milchstaus.
  • Äußere Faktoren z.B. Stress
    Schmerzen nach der Entbindung, Stress (körperlich oder seelisch), zu viel Besuch oder auch einschnürende Kleidungsstücke können einen Milchstau begünstigen. Versuche dich daher einmal bewusst aus dem Alltag zurückzunehmen und bitte deinen Partner, Familienmitglieder und Freunde um Hilfe. Kuschel dich am besten zusammen mit deinem Baby ins Bett und lege deinen Fokus auf das Stillen. Die Zeit nach der Geburt heißt nicht umsonst Wochenbett! Eine gesunde und ausgewogene Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr beschleunigen zudem den Heilungsprozess. Versuche zu schlafen wenn dein Baby schläft, um die körperliche Erschöpfung so gering wie möglich zu halten.

Wie erkenne ich einen Milchstau?

Die Symptome sprechen meist schnell für sich: Deine Brust schmerzt, sie ist stellenweise gerötet und verhärtet, du bekommst leichtes Fieber. Aber Achtung: Wenn das Fieber schnell ansteigt und du Schüttelfrost bekommst, ist das ein Warnzeichen für eine beginnende Mastitis (Brustentzündung)!

 

Was hilft bei Milchstau? 4 heiße Tipps!

1) Weiter stillen: Dadurch kann die gestaute Milch abfließen und die Milchmenge sich den Bedürfnissen des Babys anpassen. Deshalb solltest du dein Baby mindestens alle zwei bis drei Stunden anlegen. Um den Milchfluss zu fördern, kann Wärme vor dem Stillen helfen, etwa ein warmes Bad oder ein Kirschkernkissen. Dadurch weiten sich nämlich die Blutgefäße und Milchgänge und die Milch fließt besser und schneller. Außerdem solltest du dein Baby am besten so an deine Brust legen, dass sein Kinn in die schmerzende Richtung zeigt. So wird die angestaute Milch in diesem Bereich schnell und effizient entleert.

2) Milch ausstreichen: Wenn du nach dem Stillen das Gefühl hast, deine Brust ist noch nicht leer, aber dein Baby ist bereits müde oder satt, kannst du die überschüssige Milch durch Ausstreichen abfließen lassen. Am besten massierst du dafür deine Brust zunächst mit den Händen. Dann hältst du sie im sog. C-Griff und streichst langsam aus. Deine Hebamme oder Stillberaterin kann dir zeigen, wie das genau funktioniert. Auch hier hilft Wärme, um die Milch schneller zum Fließen zu bringen.

3) Milch abpumpen: Mit einer elektrischen Milchpumpe wie deiner Symphony geht das Entleeren schneller und effizienter als beim Ausstreichen. Zusätzlicher Vorteil: Du kannst direkt in eine Milchflasche abpumpen, sodass die überschüssige Milch nicht verloren geht, sondern aufbewahrt und später gefüttert werden kann.

4) Brust kühlen: Nach dem Anlegen, Abpumpen oder Ausstreichen empfiehlt es sich die Brust zu kühlen. Die Kälte sorgt dafür, dass dein Körper nicht sofort wieder neue Muttermilch produziert und kann Schmerzen und Schwellungen verringern. Am besten eignen sich Quarkwickel oder Weißkohlblätter aus dem Kühlschrank, da sie sich gut an die betroffene Stelle anpassen und eine entzündungshemmende Wirkung haben.

 

Und was tue ich, wenn der Milchstau nicht besser wird?

Wenn alle Versuche fehlschlagen und es dir nach spätestens zwei Tagen immer noch nicht besser geht, solltest du dir ärztlichen Rat einholen, denn der Übergang vom Milchstau zur Brustentzündung (Mastitis) ist fließend – und die muss meist mit Antibiotika unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden.

 

Hattest du schon mal einen Milchstau? Was hat dir geholfen? Schreib uns unter beratung@medela.de oder auf Facebook.