Hausmittel für Babys

Husten, Schnupfen, wunder Po: Diese Hausmittel helfen deinem Baby

Dein Baby hat sich erkältet? Klar, der Kinderarzt ist immer die erste Anlaufstelle. Bei leichten Symptomen musst Du aber nicht gleich zu Medikamenten greifen. Wir haben Hebamme Brigitte Breidenbach gefragt, welche Hausmittel sie empfiehlt.

 

Muttermilch ist die beste Ernährung für Babys. Stimmt es, dass sie auch bei wundem Po hilft?

Aber ja, das funktioniert sehr gut! Einfach den Po damit betupfen und an der Luft trocknen lassen. Das klappt übrigens auch, wenn die Mutter wunde Brustwarzen hat. Muttermilch hat eine entzündungshemmende Wirkung, deshalb kann man sie eigentlich auf alle entzündeten Hautstellen tupfen. Muttermilch, Luft und Sonne sind in diesen Fällen die besten Heilmittel, aber bei einem geröteten Po oder entzündeten Brustwarzen, ist das natürlich nicht immer so einfach umzusetzen.

 

Gibt es noch andere Hausmittel, die Sie bei einem wunden Po empfehlen können?

Das kommt natürlich darauf an, woher die Rötung kommt. Ist es ein Soor, also ein Pilz, muss man zum Arzt gehen. Manchmal kann es vorkommen, dass ein gestilltes Baby einen geröteten Po bekommt, weil die Mama ein wenig zu viel Säurehaltiges gegessen hat. Schnell passiert das auch, wenn der Stuhl lange in der Windel war. Außer Muttermilch hilft dann Eichenrindentee sehr gut: Sie können den abgekühlten Teebeutel direkt auf den Po legen oder Sie machen mit dem etwa 5 bis 10 Minuten gezogenen Tee Umschläge. Beides sollten Sie circa fünf Minuten einwirken lassen. Wenn es im Zimmer schön warm ist, können Sie das Baby natürlich auch länger nackig strampeln lassen. Als nächstes wird dann eine Salbe dünn aufgetragen die Lanolin, also Wollwachs, enthält. Abschließend kommt dann am besten noch natürliche Schafwolle auf den Po: Einfach ein etwa handtellergroßes Stück abzupfen und in die Windel legen. So bekommt man einen wunden Popo ganz schnell wieder in den Griff!

 

Schnupfen ist bestimmt auch häufiges Thema, wenn Sie die Mütter zur Nachsorge besuchen, oder?

Ja auf jeden Fall, und Schnupfen ist an sich erst einmal auch nichts Außergewöhnliches bei Neugeborenen. Denn häufig ist es gar kein richtiger Schnupfen: Oft ist die trockene Raumluft Schuld an den geschwollenen Schleimhäuten. Eine gute Zimmertemperatur liegt etwa bei 20 bis 21 Grad. Viele Familien überhitzen leider ihre Wohnräume Wenn ich frage, ob das Baby trinken kann, ohne abzusetzen, sagen mir die meisten Eltern, dass es problemlos trinkt. Dann hat das Kind keinen Schnupfen – seine Schleimhäute sind nur etwas angeschwollen. In jedem Fall gibt es aber gute Hausmittel: Sie können mit einer Pipette einen Tropfen Muttermilch oder physiologische Kochsalzlösung, die es in der Apotheke gibt, in jedes Nasenloch des Babys tröpfeln. Dann packen Sie das Baby am besten schön warm ein und gehen an die frische Luft, dann schwillt die Schleimhaut bald wieder ab. Hat das Baby aber eine Erkältung und Fieber müssen Sie natürlich zum Kinderarzt gehen.

 

Was ist eigentlich ein Augenschnupfen? 

„Augenschnupfen“, sagt man nur im Volksmund. Oft ist der Tränenkanal bei Neugeborenen etwas verengt und kann deshalb nicht die ganze Flüssigkeit aufnehmen, die im Auge gebildet wird. Dann sind kleine gelbliche Körnchen zu sehen, gerade nachdem das Baby geschlafen hat. Viele Eltern deuten das dann als Bindehautentzündung, aber es ist nur ein Sekret, das nicht abfließen kann. Dagegen gibt es sehr gute homöopathische Augentropfen mit der Pflanze Euphrasia als Wirkstoff, auch Augentrost genannt. Damit geht das gewöhnlich in ein paar Tagen weg. Wenn es sich um eine Entzündung handelt, dann ist das Sekret grünlich und die Skleren gerötet – dann sollten Sie den Arzt aufsuchen.

 

Was kann ich tun, wenn mein Baby hustet?

Husten kann ganz normal sein, gerade wenn sich etwas Schleim an den Bronchien festgesetzt hat. Dann ist es wichtig, dass das Baby den Schleim abhustet. Bei Husten ist es auf jeden Fall immer gut, wenn die Raumluft recht feucht ist. Sie können zum Beispiel Ihre Wäsche zum Trocknen ins Schlafzimmer des Babys stellen. Sonst hilft auch einfach ein feuchtes Handtuch. Wenn der Husten mit einer Erkältung zusammenhängt und über mehrere Tage anhält, sollte der Kinderarzt unbedingt die Lunge abhören– auf jeden Fall, wenn Fieber dabei ist, denn dann muss man an eine Lungenentzündung denken. Bei Neugeborenen spricht man bei einer Temperatur von 37,5 Grad von Fieber. Bitte auch keine ätherischen Pasten und Öle bei Neugeborenen anwenden und auf die Brust streichen.

 

Viele Babys leiden gerade in den ersten drei Monaten an Bauchweh und Blähungen. Gibt es dagegen gute Hausmittel?

Also wenn ich dagegen das richtige Mittel gefunden hätte, wäre ich schon Millionärin! Aber leider gibt es kein Mittel der Wahl, man muss sich da wirklich durchprobieren. Viele Kinder bekommen mit der zweiten bis dritten Lebenswoche Blähungen, was am Reifungsprozess des Darmes liegt und manche Babys leiden sehr darunter. Sie lassen sich dann kaum beruhigen, ziehen ihre Beine an, bekommen ein rotes Köpfchen und krümmen sich. Viele Babys mögen den „Fliegergriff“ dann sehr gern: Einfach das Baby mit dem Bauch auf den eigenen Unterarm legen und dann sanft den Popo im Rhythmus des eigenen Herzschlages klopfen. Das erinnert das Baby an den Herzschlag der Mama, den es ja im Bauch immer gehört hat. Wenn Sie dann noch beruhigende Geräusche machen – also ein Lied singen oder einfach so was wie „Sch, Sch, Sch“, was sich etwa anhört wie die Schlagader der Mama, die das Baby auch immer gehört hat –, müssten Sie ihr Kind ganz gut beruhigen können. Wenn es schlimme Koliken hat, wird es vielleicht trotzdem schreien, aber es merkt, da ist jemand, ich bin nicht alleine. Zuwendung und Nähe sind immer das A und O! Ich habe übrigens meine Enkel gerne in ein Tragetuch gepackt und bin dann auf einem Gymnastikball etwas auf und ab gehopst – das hat sie immer wunderbar beruhigt.

 

Gibt es Wickel, die man bei Blähungen probieren kann?

Sie können eine Windsalbe oder ein „Bäuchlein Öl“ ausprobieren, mit dem Sie sanft im Uhrzeigersinn um den Nabel herum vorsichtig massieren. Wichtig ist, dass das Bäuchlein warm gehalten wird. Entweder mit einem Kirschkernkissen oder mit einem feuchtwarmen Fencheltee-Wickel. Hierfür machen Sie einen Fencheltee, den Sie 5 bis 10 Minuten ziehen und etwas kühler als lauwarm abkühlen lassen. Dann befeuchten Sie damit ein kleines Baumwolltuch und legen es auf den Bauch. Zum Schluss kommt noch ein trockenes Tüchlein drüber. Fragen Sie am besten Ihre Hebamme!

 

Worauf sollte ich bei der Anwendung von Hausmitteln generell achten?

Auch Hausmittel können ihre Tücken haben! Wenn Sie nicht sicher sind, wie ein Mittel wirkt oder es nicht schon einmal ausprobiert haben, dann fragen Sie auf jeden Fall erst einmal Ihre Hebamme oder den Kinderarzt. Grundsätzlich müssen Sie sich als frischgebackene Mama keine allzu großen Sorgen machen: Das Neugeborene hat ja den sogenannten Nestschutz und wird normalerweise nicht wirklich krank – gerade wenn Sie das Kind stillen! In der Muttermilch sind immer genau die Inhaltsstoffe drin, die Ihr Baby gerade am meisten braucht. Und Sie kennen ja Ihr Kind und merken am Verhalten wenn etwas nicht stimmt. Ist es auffällig unruhig oder sehr schlapp, ist der beste und erste Weg, der zum Arzt.

 

 

Brigitte Breidenbach, ist seit 40 Jahren Hebamme und eigentlich schon fast in Rente. Die Nachsorge von Müttern und Neugeborenen macht sie aber weiterhin aus Leidenschaft. www.bb-hebamme.de

 

 

 

Kennt ihr noch weitere Hausmittel für Babys, die sich bei euch bewährt haben? Schreibt uns unter kontakt@medela.de oder auf Facebook!