Lexikon für werdende Väter - damit du deine Frau und die Ärzte auch verstehst.

Lexikon für werdende Väter

Die wichtigsten Begriffe auf einen Blick

Im Vergleich zu früher nehmen Väter heute mehr an der Schwangerschaft der Frau teil: Sie sind offener und direkter. Du möchtest auch aktiv am Projekt Baby teilhaben? Welche Begriffe für dich in Zukunft wichtig sind, erfährst du hier.

 

Vorsorgeuntersuchungen und U-Untersuchungen

Mutter und Kind freuen sich über deine Anwesenheit bei allen Terminen. Die sogenannten Vorsorgeuntersuchungen (beim Arzt oder der Hebamme) halten euch während der Schwangerschaft auf dem Laufenden: Wie entwickeln sich die Organe? Wie groß ist das Baby jetzt schon? In der Regel sind es circa drei Ultraschalluntersuchungen und circa zehn weitere Termine – eben je nach Verlauf der Schwangerschaft. Ab der 40. Schwangerschaftswoche sollte die Frau alle zwei Tage zur Untersuchung kommen. Die U-Untersuchungen beim Kind finden dann statt, wenn es auf der Welt ist. Sie dienen der Gesundheitsvorsorge und Früherkennung von Krankheiten, die die normale körperliche, geistige, emotionale und soziale Entwicklung des Kindes gefährden könnten. Bis zum Ende des sechsten Lebensjahres sind sie Pflichtleistungen der Krankenkassen. Ebenso sind in vielen Bundesländern U-Untersuchungen verbindliche Termine. Du solltest sie rechtzeitig wahrnehmen, um sicher zu sein, dass sich dein Kind altersentsprechend entwickelt.

 

Nützliche Apps

Eine Schwangerschaft besteht aus vielen Terminen. Damit du nicht den Groll deiner Frau auf dich ziehst, heißt es: Keinen Termin verpassen und pünktlich sein. Apps wie MyMedela helfen dir dabei, den Überblick zu behalten.

 

Bonding

Meint die frühe Bindung zwischen Eltern und Kind. Diese sollte so früh wie möglich nach der Geburt entstehen, und zwar durch Hautkontakt und Nähe. Das Neugeborene lernt zu vertrauen, indem es bei der Mutter im Arm liegt oder beim Vater auf der nackten Brust. So hören und spüren Babys den Herzschlag der Eltern und genießen die gegenseitige Wärme.

 

Geburtsvorbereitungskurse

Sie klingen etwas altbacken, und man hat Frauengruppen vor Augen, die – sich den großen Bauch haltend – auf dem Boden liegen und kurzatmig hecheln. Es ist es aber allemal wert, wenn du mitkommst. Du machst deiner Partnerin eine große Freude, wenn du sie begleitest. Und darüber hinaus sind die Kurse auch für Männer eine spannende Erfahrung und auch du wirst sicher viel lernen: zum Thema Schwangerschaft, Geburt sowie wichtige Informationen und Unterstützung für deine neue Rolle als Vater.

 

Trimester

Eine Schwangerschaft wird in drei Abschnitte unterteilt, sogenannte Trimester/Trimena (Einzahl Trimenon). Und jedes Schwangerschaftsdrittel ist eine besondere Phase für sich.

Erstes Trimester: Woche 1–12

In dieser Phase entwickelt sich das Baby schnell, ebenso intensiv erleben viele Frauen die hormonelle Umstellung. Oft ausgeprägt im ersten Trimester: Übelkeit und Erbrechen.

Zweites Trimester: Woche 13–27

Während dieser Wochen spüren viele Frauen die ersten Bewegungen des Fötus. Anfängliche Beschwerden, wie Übelkeit und Unausgeglichenheit, treten oft etwas zurück. 

Drittes Trimester: Woche 28–40 bzw. bis zur Geburt

Das Baby wächst vollständig heran, der Körper der Frau bereitet sich auf die Geburt vor.

 

Mond-Monate

Dauert eine Schwangerschaft nun neun Monate oder doch zehn? Beides. Damit man beim Rechnen nicht durcheinander kommt, spricht man weitläufig, vereinfacht und aufgerundet von 280 Tagen Schwangerschaft. Das entspricht 40 Schwangerschaftswochen. Man rechnet der Einfachheit zuliebe mit vier Wochen pro Monat. Demnach würde eine Schwangerschaft 10 Monate dauern, die sogenannten Mond-Monate. Der gleiche Zeitraum entspricht dann circa 9 Kalendermonaten.

 

Schwangerschaftsbeginn

Hier herrscht allgemeine Verwirrung. Sie kann dich aber unbeeindruckt lassen, denn die verschiedenen Meinungen beruhen nur auf einem unterschiedlichen Verständnis des „Starttermins“. Die einen errechnen sich den Start zum Zeitpunkt der Zeugung, also der Befruchtung – danach folgen 267 Tage bis zur Geburt. Andere wiederum sehen den ersten Tag der letzten Periode als Schwangerschaftsbeginn, also bereits etwa zwei Wochen vor der Zeugung.

 

Oxytocin und Prolaktin

Die beiden Hormone Oxytocin und Prolaktin sind besonders in der Stillzeit wichtig. Das sogenannte „Kuschelhormon“ Oxytocin wird beim Kuscheln, Sex oder der Geburt, aber eben auch bei Nähe zum Baby ausgeschüttet. Es fördert die Bindung zwischen euch allen. Bei der Mutter hat es noch eine weitere clevere Funktion: Es stimuliert den Milchspendereflex, der das Stillen ermöglicht. Gleichzeitig wird das Hormon Prolaktin ausgeschüttet, das wiederum die Milchproduktion anregt.

 

Sport in der Schwangerschaft

Bewegung ist gut für schwangere Frauen. Heftiges Cardio-Training oder Sportarten mit hohem Verletzungs- oder Sturzrisiko sind natürlich nicht die beste Wahl. Schwimmen oder Radfahren entlasten den Bauch und helfen, mit der Schwerpunktveränderung (die der große Bauch mit sich bringt) umzugehen. Aber auch gemeinsames Sporteln oder Spaziergänge tun eurer Beziehung und dem Körper gut.

 

NICU

NICU steht für „Neonatal Intensive Care Unit“ und meint die Neugeborenen Intensivstation. Hier werden schwerkranke Babys und Frühchen versorgt, vor allem „sehr kleine Frühgeborene“ und „extrem kleine Frühgeborene“. Zur Einstufung: „Pünktliche“ Geburten finden in Schwangerschaftswoche 37 bis 42 statt. Kommt ein Kind vor der 37. Woche zur Welt, ist es als Frühgeburt einzustufen.  Sehr kleine Frühgeborene (VLBW = Very Low Birth Weight) sind Babys, die weniger als 1500 Gramm wiegen und in der Regel vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren werden. Als extrem kleine Frühgeborene (ELBW = Extremely Low Birth Weight) bezeichnet man Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1000 Gramm. Auf der NICU werden diese Babys umfassend, ihren Bedürfnissen entsprechend, betreut, zum Beispiel durch Lichttherapie, Sauerstoffversorgung oder Überwachung von Puls, Herztönen, Körpertemperatur und Atmung.

 

Pränataldiagnostik

Mittlerweile gibt es neben den Ultraschall-Untersuchungen auch andere Möglichkeiten, um zu erkennen, ob sich das ungeborene Baby normal entwickelt. Zur Pränataldiagnostik (vorgeburtliche Untersuchungen) zählt die sogenannte Nackentransparenz-Messung. Sie ermittelt den Wahrscheinlichkeitswert, wie hoch das Risiko ist, ein Kind mit Down-Syndrom (Trisomie 21) zu bekommen. Die statistische Wahrscheinlichkeit dafür wird dann anhand des Untersuchungsergebnisses und dem Alter der schwangeren Frau oder einer zusätzlichen Blutanalyse (Combined Test) errechnet. Im Falle eines erhöhten Risikos können weitere Tests durchgeführt werden, entweder eine  Fruchtwasserpunktion oder eine Chorionzottenbiopsie. Euer Arzt oder eure Hebamme kann euch detailliert über alle Tests, deren Vorteile sowie Risiken, aufklären. Letztlich ist es die persönliche Entscheidung aller Eltern, ob sie eine Pränataldiagnostik wählen – und wie sie im Falle eines „auffälligen“ Ergebnisses handeln. Wichtig ist, dass du mit deiner Partnerin offen über deine Ansichten sprichst.   

 

Muttermilchpumpen – einseitig, beidseitig, elektrisch, manuell …

Muttermilch ist die einzige natürliche und nährstoffreiche Komplett-Nahrung für Babys, sprich das Beste, was du deinem Baby geben kannst. Und ja, das können auch Väter. Mittels Milchpumpen kann die Frau ihre Muttermilch abpumpen, dann kannst du diese dem Kind z.B. mit dem Sauger Calma füttern. Bei Pumpen gibt es verschiedene Varianten: zum einen manuelle (Hand-Milchpumpen), zum anderen elektrische Pumpen. Bei den elektrischen Pumpen wiederum gibt es Produkte für das einseitige oder beidseitige Abpumpen.  Beim einseitigen Abpumpen entleert man die Brüste nacheinander. Bei Doppel- Milchpumpen geht es bei beiden Brüsten gleichzeitig – das ist  effizienter: 50 Prozent Zeitersparnis. Für die Wahl der richtigen Pumpe lasst ihr euch am besten von einer Hebamme oder einer Stillberaterin beraten oder du kannst dich auch HIER orientieren: 

 

 

Welche Begriffe waren neu für dich? Ergänze gerne das Vater-Lexikon und schreibe uns unter kontakt@medela.de oder in der Medela Deutschland Facebook-Community.

 

 

Quellen:

Anne Nina Simoens, Anja Pallasch: Babypedia (Goldmann), 2015.

 https://www.vaeter-zeit.de/vaeter-bonding/frank-otte.php