Mama ist krank! Was du jetzt in der Stillzeit beachten musst

Erkältung, Magen-Darm-Virus, Bronchitis – in der Stillzeit sind Krankheiten oft besonders unangenehm. Geht Stillen überhaupt ohne das Baby anzustecken? Und darfst du Medikamente nehmen? Wir haben Antworten auf deine Fragen.

 

Darf ich weiterstillen, wenn ich krank bin?

Frag dazu auf jeden Fall deinen Arzt, deine Hebamme oder eine Stillberaterin, aber in den meisten Fällen ist es möglich und wichtig, dass du weiterstillst.

 

Kann ich mein Baby durch die Muttermilch anstecken?

Eins steht fest: Bevor die Krankheit bei dir ausgebrochen ist, war dein Baby ihr längst ausgesetzt. Aber die gute Nachricht ist: Dein Körper produziert bei einer Infektion sofort auch Antikörper, die dein Baby über die Muttermilch erhält und die es schützen! So ist es zwar nicht ausgeschlossen, dass dein Baby ebenfalls krank wird, aber aufgrund der Antikörper meist mit deutlich schwächerem Verlauf.

 

Kann eine Krankheit auch zu Stillproblemen führen?

Eventuell kann es passieren, dass du über kurze Zeit etwas weniger Milch hast, wenn du akut krank oder gerade erst wieder genesen bist. Achte deshalb auf jeden Fall darauf, genügend Wasser zu trinken – zur Not auch in kleinen Schlucken, wenn es nicht anders geht. Wichtig ist, dass du dir viel Ruhe gönnst. Mach es dir und deinem Baby am besten im Bett bequem. Du solltest jetzt besonders oft stillen. Wenn du schon wieder arbeitest, melde dich krank, um dich auszuruhen und viel zu stillen.

 

Was passiert, wenn ich ins Krankenhaus muss?

Sag auf jeden Fall in der Klinik gleich Bescheid, dass du stillst. Manche Krankenhäuser nehmen dein Baby dann mit auf. Einige ermöglichen das „Rooming-in“, wenn sich eine weitere Person um dein Baby kümmert. Wenn dein Baby trotzdem nicht bei dir bleiben kann, ist es wichtig, dass du zu den gewohnten Stillzeiten abpumpst, um deine Milchbildung aufrecht zu erhalten. Die Klinikmilchpumpe Symphony von Medela kannst du womöglich sogar direkt im Krankenhaus ausleihen.

 

Darf ich überhaupt Medikamente nehmen? Die gehen doch sicher alle in die Muttermilch über.

Du hast recht, mit Medikamenten ist es ähnlich wie beim Essen und Trinken. Von fast allen Wirkstoffen, die du während der Stillzeit einnimmst, inhalierst oder spritzt, bekommt auch dein Baby etwas ab. Für dein Kind ist es deshalb natürlich am sichersten, wenn du während der Stillzeit möglichst keine Medikamente einnimmst. Bei kleinen Beschwerden wie einer verstopften Nase können auch natürliche Hausmittel wie ein Kamillendampfbad helfen. Aber manchmal ist eine Medikamenteneinnahme einfach unumgänglich. Zum Glück sind viele Arzneimittel stillverträglich. Lass dich auf jeden Fall immer von deinem Arzt, Apotheker, Hebamme oder Stillberaterin beraten!

 

Worauf muss ich bei der Medikamenteneinnahme achten?

Ganz wichtig ist wirklich: Egal, ob verschreibungspflichtige oder frei verkäufliche Medikamente aus dem Drogeriemarkt – nimm nichts ein, ohne dich vorher mit deinem Arzt, deiner Hebamme oder Stillberaterin darüber abzustimmen. Nur sie kennen die Inhaltsstoffe der verschiedenen Medikamente und wissen auch über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten Bescheid! Gerade bei Erkältungsmitteln ist es zum Beispiel wichtig, Präparate mit „ Pseudoephedrine“ zu meiden. Dieser Wirkstoff hat eine abschwellende Wirkung und kann dadurch deine Milchproduktion senken. Übrigens kann es durchaus sein, dass du auch verschiedene fachliche Meinungen dazu hörst, ob ein bestimmtes Medikament stillverträglich ist oder nicht, denn die Informationen über Arzneimittel ändern sich kontinuierlich.

 

Spielt auch das Alter meines Babys eine Rolle bei der Medikamentenwahl?

Die Frage, wie alt dein Baby ist und ob es noch voll gestillt wird oder auch schon Beikost bekommt (und wieviel), ist sicherlich ein Punkt, der im Gespräch mit deinem Arzt oder Apotheker relevant ist. Ebenso Fragen zur Gesundheit: Wenn dein Baby krank ist oder zu früh geboren wurde, sprich das auf jeden Fall an. Weitere wichtige Faktoren für die Auswahl eines geeigneten Medikaments findest du auch hier.

 

Gibt es keine Liste mit Medikamenten, die mit dem Stillen verträglich sind?

Nein, das nicht, aber die Beratungsstelle für Arzneimittelsicherheit der Charité Berlin unter www.embryotox.de hat hilfreiche Informationen. Die persönliche Beratung mit deinem Arzt ersetzt das natürlich nicht.

 

Wie gehst du damit um, wenn du in der Stillzeit krank bist? Musst oder musstest du Medikamente nehmen? Wie hast du deine Entscheidung getroffen? Erzähl uns davon unter kontakt@medela.de oder auf Facebook.