Meine Hausgeburt – Meine Traumgeburt

Mascha K. berichtet über ihre persönliche Traumgeburt

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Mit der nachstehenden Dokumentation meiner geplanten Hausgeburt, möchte ich allen Mamis Mut machen die Ähnliches planen bzw. den Mamas einen Einblick in den Ablauf einer Hausgeburt geben, die sich diese Form der Entbindung überhaupt nicht vorstellen können. Viel  Spaß beim Lesen!

 

 

 

 

Die ersten Wehen

Die Geburt von unserem Kind hat am Sonntag den 14. August 2016 um ziemlich genau 5 Uhr in der Früh angefangen. Ich bin von der ersten deutlich spürbaren Wehe geweckt worden. Davor hatte ich zwar immer wieder Übungswehen und vermutlich auch Senkwehen, aber diese waren für mich nie so deutlich, dass ich sie entschieden von Kindsbewegungen hätte unterscheiden können oder sie gar als schmerzhaft empfunden hätte. Ich habe dann zuerst ein paar Wehen im Bett liegend abgewartet, um zu schauen, ob es vielleicht nur eine einzige war. Als ich dann aber gemerkt habe, dass die Wehen schon recht regelmäßig kommen und ich auch nicht mehr schlafen konnte (einerseits vor Aufregung und andererseits, weil die Wehen dann doch schon deutlich spürbar waren) bin ich aufgestanden und ins Wohnzimmer gegangen. Mein Partner und ich sind am Abend zuvor recht spät ins Bett und ich wollte meinen Freund Markus noch schlafen lassen. Ich weiß nicht mehr genau, was ich dann gemacht habe, aber ich habe relativ bald angefangen die Abstände zwischen den Wehen zu messen. Ich habe immer die Dauer der Wehe gemessen und anschließend die Dauer der Wehenpause.

 

Irgendwann zwischen 06:00 Uhr und 08:00 Uhr habe ich Markus geweckt, um ihm zu sagen, dass es nun vermutlich losgeht (zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch nicht ganz glauben, dass es losgeht, immerhin waren es noch 12 Tage bis zum ET) und weil ich in die Badewanne wollte, um zu schauen, ob die Wehen da stärker werden oder vielleicht sogar schwächer. Markus war ebenfalls überrascht und aufgeregt, dass das vielleicht tatsächlich der Anfang sein könnte. Ich bin dann in die Badewanne während Markus das Frühstück vorbereitet hat. Nach der Vorbereitung hat er sich neben mich gesetzt, um die Wehen zu messen. Ich kann nicht mehr genau sagen, in welchen Abständen die Wehen kamen (die Wehenpausen waren immer so ca. 5 Minuten lang und die Wehen selber vielleicht 30 Sekunden, also ca. 6-7 Minuten). Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich noch sehr wohl gefühlt und habe mich darauf konzentriert, bereits in diesem frühen Stadium die Wehen zu veratmen, meinen Kiefer und meine Gesichtsmuskulatur währenddessen nicht anzuspannen, alles locker zu lassen und mir meinen Muttermund vorzustellen, wie er sich wie eine Blüte öffnet. Ich habe mich mit HypnoBirthing auf die Geburt vorbereitet, aber ich war mir schon davor ziemlich sicher, dass meine Geburt nicht schmerzfrei sein würde. Vielleicht war sie es auch deshalb nicht, weil ich nicht daran geglaubt habe, dass sie schmerzfrei sein würde. Aber das ist für mich überhaupt nicht relevant, weil es so oder so eine absolute Traumgeburt war und genauso verlief, wie ich es mir gewünscht und erhofft hatte. Die HypnoBirthing-Methode und die Vorbereitung damit war für mich auf jeden Fall ein voller Erfolg, weil es mir durch die ganze Geburt hindurch geholfen hat, fokussiert zu bleiben und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Ich bin mir auch 100%ig sicher, dass die Geburt deswegen verhältnismäßig schnell verlief – von der ersten Wehe bis zur Geburt 19 Stunden bzw. vom Muttermund mit 5 cm ca. 8-10 Stunden. Meine Hebammen waren auf jeden Fall total begeistert und erstaunt, wie schnell die Geburt verlief.

 

 

HypnoBirthing 

Bereits in diesem frühen Stadium habe ich mit der bewussten Atmung angefangen und habe mir meine Geburtsaffirmationen vorgesagt. Ich dachte mir, dass es bestimmt noch schmerzhafter wird und ich wollte verhindern, dass ich von den Schmerzen übermannt werde und mich dann nicht mehr konzentrieren kann und nicht in meine Geburtsatmung reinfinde. Die Rechnung ist zum Glück voll aufgegangen.

 

Zu diesem Zeitpunkt saß ich immer noch im Badewasser – nach ca. einer Stunde wollte ich dann aber wieder raus aus dem Wasser. Die Wehen waren kaum spürbar stärker geworden und auch die Abstände sind nicht deutlich kürzer geworden. Ich konnte es zu dem Zeitpunkt noch nicht glauben, dass sich unser Kleines (das Geschlecht unseres Kindes haben wir uns nicht sagen lassen) tatsächlich auf den Weg gemacht hat und habe lange gehadert, bevor wir gegen 11 Uhr dann doch unsere Hebamme angerufen haben. Denn ich wollte auf keinen Fall, dass mir die Hebamme sagt, dass das nur Senkwehen sind; ich hatte diesbezüglich Zweifel, weil die „Wehenprobe“ in der Badewanne ja nur sehr undeutliche Ergebnisse gebracht hat. 20 Minuten später war meine Hebamme da und hat festgestellt, dass mein Muttermund bei 3 cm war. Nachdem sie meinen Zustand gesehen hat (noch sehr entspannt, fröhlich und freudig) und auch einmal eine Wehe mitbekommen hat, hat sie uns gefragt, ob sie bleiben soll oder nochmal nach Hause fahren kann. Wir waren guter , weshalb sie wieder nach Hause gefahren ist. Auf meine Frage hin, ob es denn jetzt losgeht, meinte sie, dass es sein kann, dass ich mich jetzt schön „einwehe“, aber dass es auch sein kann, dass die Wehen wieder aufhören und es noch zwei, drei Tage dauern könne.

 

Als die Hebamme wieder weg war, haben wir es uns auf der Couch gemütlich gemacht und einen Film angesehen, um uns so die Zeit zu vertreiben und mich bzw. uns abzulenken. Den Film haben wir jedoch  nur bis zur Hälfte geschafft. Dann konnte ich nicht mehr länger sitzen und wollte wieder in die Badewanne, in der ich wieder so ca. eine Stunde lag. Währenddessen hat Markus das Schlafzimmer vorbereitet (Malerfolie ausgelegt, Matte vors Bett etc.) und die Wohnung noch klar Schiff gemacht. Mittlerweile waren die Wehen schon so stark, dass mir das Rumgewusel von meinem Freund  während der Wehen auf die Nerven ging und ich ihn lieber bei mir gehabt hätte. In den Wehenpausen war ich aber froh und sehr dankbar, dass er doch noch für Ordnung gesorgt hat.

 

 

Der Muttermund war bereits 7 cm geöffnet

Was genau bis abends passiert ist bzw. was wir gemacht haben, kann ich nicht mehr sagen. Die Zeit verging aber sehr schnell und die Wehen haben nicht aufgehört und sind auch beim zweiten Abtauchen in der Badewanne tendenziell eher stärker geworden. Gegen 18 Uhr haben wir dann beschlossen die Hebamme wieder anzurufen. Ich wollte zwar einerseits lieber noch warten, weil ich befürchtete, dass sie uns sagt, dass mein Muttermund dann erst bei 4 cm war. Andererseits waren die Wehen schon so stark, dass ich einfach wissen wollte, ob sich was getan hat und ich wollte so allmählich auch jemanden vom Fach bei mir haben. Als sie dann kam und mich untersucht hat, war ich bereits bei 7 cm. Was mich sehr beruhigt hat. Daraufhin ist sie dann auch geblieben. Wahrscheinlich auch deshalb, weil sie mir angemerkt hat, dass die Wehen mittlerweile stärker waren. Erst zu dem Zeitpunkt habe ich dann wirklich begriffen, dass die Geburt angefangen hat und unser Kind in den nächsten Stunden geboren werden würde. Wirklich aufgeregt war ich zu dem Zeitpunkt aber nicht. Dafür waren die Wehen schon zu stark und ich zu sehr darauf konzentriert und damit beschäftigt die Wehen zu veratmen. Ab dem Zeitpunkt haben wir uns überwiegend im Schlafzimmer aufgehalten. Auch mein Freund Markus hat sich zu uns ins Schlafzimmer gesellt. Ab da wurde die Stimmung insgesamt ruhiger und konzentrierter und ich konnte mich ganz auf mich besinnen.

 

Ab diesem Zeitpunkt sind meine Erinnerungen sehr durcheinander. Ich kann nicht mehr genau sagen, wann was passiert ist und wie lange etwas gedauert hat.

Die Wehen habe ich sowohl im unteren Bauch als auch im unteren Rücken gespürt. Die Hebamme hat mich dann auf meinen Wunsch hin am Rücken massiert, was sehr gut getan hat und die Schmerzen zwischen den Wehen sehr gelindert hat.

 

Ich schätze es war ca. 20/21 Uhr als ich in die Übergangsphase gekommen bin. Zwar habe ich zu keinem Zeitpunkt gedacht, dass ich nicht mehr kann, nicht mehr will oder Schmerzmittel brauche, aber da hatte ich den Punkt erreicht, an dem ich wollte, dass sich etwas tut. Die Untersuchungen haben zum Glück immer ergeben, dass der Muttermund sich weiter öffnet und die Geburt voranschreitet. Zur etwa gleichen Zeit kam dann die zweite Hebamme dazu.

 

Ich habe weiter eine Wehe nach der anderen veratmet und mittlerweile so laut getönt, dass ich das gute Zureden von den Hebammen und Markus gar nicht mehr gehört habe.

 

Die Übergangsphase habe ich als relativ kurz empfunden. Ziemlich bald hatte ich das Gefühl mitpressen zu wollen. Nachdem ich meinen Hebammen das gesagt habe, meinten sie, dass ich dann doch mal versuchen sollte bei der nächsten Wehe mitzupressen. Jetzt – mit den Presswehen – fing der Teil der Geburt an, bei dem ich nicht genau wusste was ich machen sollte. Die HypnoBirthing Methode spricht ja davon, das Baby nach unten zu atmen. Das habe ich anfänglich auch versucht: ich habe weiterhin mein Gesicht ganz entspannt gelassen und habe lediglich versucht meine Energie noch mehr nach unten zu richten. Meine Hebamme hat mich dann angewiesen (nachdem sie gefragt hat, ob ich Hilfe möchte), dass ich oben alles zu machen soll und richtig mit Wut nach unten schieben soll (also pressen). Im Nachhinein meinten meine Hebammen auch, dass, so toll HypnoBirthing auch ist, sie die Beschreibung was man unter den Presswehen machen soll nicht unterstützt. Ich weiß nicht, ob das „Runteratmen“ bei anderen funktioniert, bei mir jedenfalls nicht.

 

Ein anderer Grund, weswegen ich während den Presswehen etwas verwirrt war, war, dass ich von mehreren Seiten gehört hatte, dass man die Presswehen als Erleichterung empfindet. Ich bin davon ausgegangen, dass ich sie ganz deutlich spüre und ein deutliches Bedürfnis bekomme zu pressen. Das war aber nicht der Fall und bei mehreren Wehen war ich mir gar nicht sicher, ob das jetzt eine Wehe ist oder nicht. Da ich, wie in der Eröffnungsphase auch,  das Gefühl hatte auf die Toilette zu müssen. Das hat mich gehemmt zu pressen. Die Hebammen haben vorgeschlagen, dass ich mich einfach mal für eine Zeit auf die Toilette  setze. Zu dem Zeitpunkt der Geburt war ich sehr müde und bin zwischen den Wehen immer wieder weggenickt. Auch die Geburt ist währenddessen ein bisschen eingeschlafen, weswegen mich meine Hebammen dazu aufgemuntert haben, wieder ins Schlafzimmer zu gehen und ein paar Wehen im Stehen mit einem Bein auf dem Bett aufgestellt zu verarbeiten. Das hat super funktioniert und innerhalb kürzester Zeit ist die Kleine ein gutes Stück tiefer gerutscht. Die letzten Wehen habe ich dann in der tiefen Hocke mit Markus hinter mir verbracht. Er saß auf dem Gebärhocker   und ich habe mich mit meinen Armen auf seinen abgestützt.

 

 

Das Köpfchen kommt

Kurz bevor die Kleine da war, durfte ich ihr Köpfchen fühlen. Auch wenn es irre war und ein sehr schönes Gefühl ihren kleinen, super haarigen Kopf zu spüren, hat es mir nicht den erhofften Ansporn gegeben. Ich war hundemüde und wollte einfach nur, dass es vorbei ist. Hätte ich geahnt, dass es nur noch eine Sache von wenigen Minuten ist, hätte ich mich vielleicht mehr gefreut. Aber ich wollte auch zu diesem Zeitpunkt nicht nachfragen, wie lange es wohl noch dauern wird, weil ich befürchtete, dass mir die Antwort nicht gefallen würde. Bei der vorletzten Wehe sollte ich nach der Hälfte nicht mehr weiterpressen, damit mein Gewebe Zeit hatte sich zu dehnen. Das war wohl der heftigste Teil der Geburt (und der schmerzhafteste). Aber mit der Atmung, die mir meine Hebammen gezeigt haben („10 Kerzen auspusten“) konnte ich es ganz gut aushalten.

 

Während der kommenden Wehenpause hat unsere Kleine bereits den ersten Mucks von sich gegeben, der mich so überrascht hat und von dem mir die Tränen in die Augen schossen. Ich dachte nicht, dass sie schon so weit draußen war und dass es gleich vorbei sein würde. Mit der nächsten Wehe lag unsere Kleine dann vor uns und ich habe sie erst einmal nur angeschaut und dieses Wunder betrachtet. Die Nabelschnur hat zuerst noch ihre Scham bedeckt, sodass wir einfach nur unser Kind gesehen haben, ohne das Geschlecht zu wissen. Ein paar Sekunden später habe ich sie in meine Arme genommen und wir konnten erkennen, dass es ein Mädchen ist.

 

Die Nabelschnur war ziemlich kurz, sodass ich sie nicht sehr weit hochnehmen konnte. Aber nachdem die Nabelschnur auspulsiert war, hat Markus sie durchgeschnitten und dann sind wir drei erst einmal ins Bett zum Kuscheln.

 

 

Meine Hausgeburt – meine Traumgeburt

mascha-1Ich wollte die Kleine dann auch ziemlich bald das erste Mal anlegen, was problemlos funktioniert hat. Meine Hebamme hat mich angeleitet meine Brustwarze mit dem Pinzettengriff zu fassen und der Kleinen zu helfen, sie in den Mund zu nehmen. Unsere Tochter hatte von Anfang an einen guten Saugreflex und hat direkt fleißig getrunken. Ich war überrascht, wie unangenehm bis schmerzhaft ich es empfand. Die ersten Tage wurde es auch immer schlimmer und meine Brustwarzen waren richtig blutig. Aber nach dem ersten Ansaugschmerz ging es dann immer sehr gut und nach einer Woche waren meine Brustwarzen dann auch wieder verheilt.

 

Ich habe zum Glück nur eine kleine Geburtsverletzung, die ich eigentlich gar nicht so nennen möchte, weil es nicht so schlimm ist und daher auch nicht genäht werden musste.

 

Direkt nach der Geburt dachte ich mir, dass ich so schnell kein Kind mehr bekommen will. Aber mit ein wenig Abstand kann ich sagen, dass es trotz der Schmerzen für mich absolut machbar war. Ich habe es als sehr anstrengende körperliche Arbeit empfunden und bin froh, dass ich schon vor der Schwangerschaft sportlich war und auch währenddessen versucht habe aktiv zu bleiben. Außerdem hat es mir sehr geholfen mich auf mein entspanntes Gesicht und meine Atmung zu konzentrieren und mir meine Affirmationen immer wieder vorzusagen.

 

Ich schätze mich sehr glücklich sagen zu können, dass es eine Traumgeburt war und genau so, wie ich es mir gewünscht habe.