Mit dem Milcheinschuss haben die meisten Frauen am 3. oder 4. Tag nach der Geburt zu kämpfen.

Milcheinschuss – Meine Brust wird groß und prall…!

Mit diesen Anzeichen haben wohl die meisten stillenden Mütter rund um den dritten, vierten Tag zu kämpfen. Hierbei handelt es sich um den sogenannten Milcheinschuss.

Mit dem Milcheinschuss verändert sich die Muttermilchzusammensetzung, die stets auf die individuellen Bedürfnisse deines Babys angepasst ist, so wie auch ihre Färbung und die verfügbare Menge. Mit deiner Muttermilch hast du dein Baby zwar schon von Geburt an versorgt, aber nun wandelt sich die Vormilch (Kolostrum) um in die reife Muttermilch. Von dem sehr nährstoffreichen Kolostrum hat dein Baby nur winzige Mengen, etwa so viel wie eine große Murmel, benötigt. Das Muttermilchangebot richtet sich stets nach der Nachfrage des Babys und ist, wenn das Baby nach seinem Bedarf gestillt wird, immer auf die vom Baby benötigte Menge abgestimmt. Da aber das Abstimmen ein paar Tage dauern kann, kann es passieren, dass du während dem Milcheinschuss vorübergehend mehr Milch produzierst als dein Baby benötigt. Deine Brüste fühlen sich dann womöglich prall und unangenehm an – manche Frauen empfinden sogar Schmerzen.

Dies ist zum Glück nur eine Übergangsphase und bald wird dein Körper ganz auf dein Baby eingespielt sein. Dennoch gibt es Methoden, wie du diese unangenehme Phase bestmöglich überbrücken kannst:

 

 

1. Stille dein Baby so oft wie möglich:

Wenn du von Geburt an sehr oft stillst, wird die Milchbildung von Anfang an maximal angekurbelt und der hormongesteuerte Milcheinschuss tritt dadurch sanfter und nicht allzu sprunghaft ein.

 

 

2. Lass dich unterstützen:

Die Zeit direkt nach der Geburt ist eine sensible Phase, in der sich Mutter und Kind erst noch aneinander gewöhnen und ihren eigenen Stillrhythmus finden müssen. Babys müssen das Stillen erst erlernen und das kann ein paar Tage dauern. Zugleich müssen sich Mutter und Kind von den Geburtsstrapazen erholen. Einen wichtigen Beitrag können dein Partner, deine Familie und der Bekanntenkreis in dieser Zeit leisten, indem sie für euch einkaufen, kochen oder auch mal den Wäscheberg erledigen. Ein paar Tipps, wie dich dein Partner in der ersten Zeit nach der Geburt unterstützen kann findest du Hier.

 

 

3. Wärme vor dem Stillen:

Wärme auf der Brust durch ein Kirschkern- oder Wärmekissen, eine warme Dusche oder einen warmen Waschlappen weitet die Milchgänge und bringt die Milch leichter zum Fließen. Hier findest du ein paar Tipps dazu.

 

 

4. Milch vor dem Stillen ausstreichen:

Eine sanfte Brustmassage vor dem Stillen bringt den Milchfluss in Gang und ermöglicht es dir, z. B. per Hand etwas Muttermilch auszustreichen. Alternativ kannst du auch mit einer Milchpumpe etwas Muttermilch abpumpen. Dadurch ist die Brust nicht allzu prall und deinem Baby fällt es leichter die volle Brust mit seinem Mund zu erfassen.

 

 

5. Kälte nach dem Stillen:

Mit Hilfe eines kühlen Waschlappens, Quarkwickel oder Weißkrautblätter aus dem Kühlschrank kannst du nach dem Stillen deine Brust kühlen. Die Brustwarzen und die Vorhöfe sparst du dabei aus. Durch die Kälte verengen sich die Blutgefäße und Milchgänge, was sich wiederum schmerzlindernd auswirkt.

 

 

6. Wenn alle Stricke reißen…

Wenn alle Tipps keine wirkliche Linderung schaffen, dann kannst du auch nach Rücksprache mit deinem Arzt oder deiner Hebamme vorübergehend ein stillverträgliches Schmerzmittel wie z. B. Paracetamol einnehmen. Alternativ gibt es auch Mittel auf homöopathischer Basis. Weitere Informationen findest du hier.

 

Wir wünschen euch viel Kraft und Ausdauer und eine wunderschöne Stillzeit!

 

Hast du Fragen zum Milcheinschuss? Dann melde dich doch bei unserer Hebamme unter beratung@medela.de oder auf unserer Facebookseite.