Nahrungsergänzung für Schwangere?

Seit Schwangere von der Industrie als kaufkräftige Zielgruppe entdeckt wurden, wächst das Angebot an Nahrungsergänzungen wie speziellen Vitamin- und Mineralstoffprodukten. Es ist richtig, dass der Bedarf an bestimmten Nährstoffen während der Schwangerschaft besonders hoch ist. Doch viele Mittel sind nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nicht sinnvoll. Oft sind sie überdosiert und / oder enthalten Stoffe wie Eisen, die du nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen solltest.

 

 

Wirklich wichtig sind nur Folsäure und Jod

Hier kann der Bedarf nicht über die normale Ernährung abgedeckt werden. Alles andere ist überflüssig, wenn du dich ausgewogen ernährst.

  • Ebenfalls wichtig: Jod
    Auch Jodmangel kann das Risiko für Fehlgeburten und -bildungen erhöhen. Bei Schwangeren steigt der Bedarf um 20 Prozent, daher gilt: Täglich 100 bis 150 µg Jodid zuführen.
  • Unbedingt ergänzen: Folsäure
    Wenn du schwanger bist, steigt dein Bedarf an Folsäure auf 600 Mikrogramm (µg) täglich. Folsäure wird zur Schließung des Neuralrohrs beim Baby benötigt und beugt Fehlbildungen vor. Frauen mit Kinderwunsch wird empfohlen, mindestens vier Wochen vor einer möglichen Schwangerschaft täglich 400 µg einzunehmen.
  • Umstritten: Eisen und Omega-3-Fettsäure
    Auch wenn Schwangere oft einen erhöhten Eisenbedarf haben, sollte er nur nach ärztlicher Rücksprache über Spezialpräparate abgedeckt werden. Oft wird auch zu einer Aufnahme von 200 mg Omega-3-Fettsäure pro Tag geraten. Wenn du keinen Fisch magst, ist das eine Option. Wertvoller ist es, zweimal pro Woche fetten Meeresfisch zu essen – dann bist du optimal mit Omega-3-Fettsäuren versorgt. Aber: Rohen Fisch vom Speiseplan streichen!

 

Tipps: Möchtest du wissen, ob ein Nahrungsergänzungsmittel für dich empfehlenswert ist, frage zuerst deinen Arzt. Er weiß, welches Kombi-Präparat für dich sinnvoll ist. Dies kann der Fall sein, wenn du häufig in Kantinen isst, Diäten einhalten musst oder unter Verdauungsstörungen leidest.

Auch wenn die Drogeriemärkte voll davon sind: Greife nie zum nächstbesten Produkt. Selbstmedikation in der Schwangerschaft ist fehl am Platz!

 

Nimm niemals Präparate unklarer Herkunft (Internet) ein.

 

 

Gehe mit Medikamenten auf Nummer sicher

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Mit Medikamenten ist es ähnlich wie beim Essen und Trinken. Von allen Wirkstoffen, die du in deiner Schwangerschaft einnimmst, inhalierst oder spritzt, bekommt auch dein Baby etwas ab. Für dein Ungeborenes ist es deshalb am sichersten, wenn du in der Schwangerschaft Tabletten, Tropfen & Co. außen vor lässt. Leidest du an einer chronischen Krankheit wie Diabetes oder Bluthochdruck, solltest du dich von deinem Arzt oder deiner Hebamme beraten lassen, welche Medikamente für dich in Frage kommen.

 

 

Ein paar Tipps:

Egal ob verschreibungspflichtige oder frei verkäufliche Medikamente aus dem Drogeriemarkt – nimm nichts ein, ohne vorher mit deinem Frauenarzt, deiner Hebamme oder deiner Stillberaterin darüber gesprochen zu haben.

 

Versuche kleine Alltagsbeschwerden wie eine verstopfte Nase oder Verdauungsprobleme ohne Arzneimittel zu behandeln. Hier können auch schon ein Kamillendampfbad oder ein ausgiebiger Spaziergang helfen.

 

Weitere Informationen zur Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft erhältst du auch bei der Beratungsstelle für Arzneimittelsicherheit der Charité Berlin.