Stillen senkt Asthma-Risiko

Neue Studie: Stillen senkt Asthma-Risiko um 40 Prozent!

Asthma liegt bei dir in der Familie? Dann kannst du deinem Baby mit einer langen Stillzeit den besten Schutz davor mitgeben! Die Forschungsergebnisse im Detail:

Wusstest du, dass Asthma die häufigste chronische Krankheit in Deutschland ist? Zehn Prozent der Kinder und fünf Prozent der Erwachsenen leiden darunter, und bei 30 Prozent der Betroffenen zeigen sich erste Krankheitssymptome bereits im ersten Lebensjahr. Bei 80 bis 90 Prozent bricht die Krankheit vor dem fünften Lebensjahr aus[i]. Damit ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter[ii] – und bisher gibt es keine vorbeugende Therapie. Außer: Von Anfang an Muttermilch füttern!

40 Prozent geringeres Asthma-Risiko durch Stillen

Dass Muttermilch Allergien vorbeugen kann, wussten wir ja schon länger, aber die Ergebnisse der neuen CHILD-Studie (Canadian Healthy Infant Longitudinal Development) sind dennoch beeindruckend: Ausschließliches Stillen kann das Asthma-Risiko bei Kindern um 40 Prozent senken![iii] Muttermilch ist so aktuell die einzige bekannte Möglichkeit zur Asthmaprävention. Nicht gestillte Kinder haben bis zum Alter von drei Jahren ein um 79 Prozent höheres Risiko an Asthma zu erkranken als Kinder, die gestillt wurden.[iv] Je länger du ausschließlich stillst, umso besser: Bei Kindern von asthmatischen Müttern senkt ausschließliches Stillen das Risiko für Giemen (Atemnebengeräusch) um 67 Prozent.

Jeder Tropfen zählt

„Jeder Monat, der gestillt wird, ja sogar jeder Tropfen Muttermilch, den ein Kind erhält, zählt bei der Prävention von Asthma. Vor allem Kinder mit einer familiären Vorbelastung für Asthma, beispielsweise weil die Mutter selbst davon betroffen ist, profitieren vom Stillen“, sagt Meghan Azad, Assistant Professor of Pediatrics and Child Health an der University of Manitoba (Kanada) und Leiterin der Asthma-Forschungsgruppe im Rahmen CHILD-Studie, die auf dem Medela Still- und Laktationssymposium 2018 die bahnbrechenden Ergebnisse vorstellte. Welche Inhaltsstoffe der Muttermilch für den präventiven Effekt bei Asthma verantwortlich sind, ist noch nicht bekannt. Erforscht werden die Auswirkungen so unterschiedlicher Stoffe wie Fettsäuren, Hormone, Immunfaktoren und Mikroben. Ein besonderes Augenmerk der Forschung gilt den humanen Oligosacchariden: Mehr als 100 dieser speziellen Zucker kommen in der Muttermilch vor und scheinen eine Rolle beim Schutz gegen Asthma zu spielen, obwohl Babys diese Oligosaccharide nicht verdauen können. Das übernehmen im Darm des Säuglings angesiedelte Mikroben, die ebenfalls über die Muttermilch aufgenommen werden. „Wir fangen gerade erst an zu verstehen, wie sich die Inhaltsstoffe der Muttermilch auf die Gesundheit der Kinder und im speziellen auf die Entwicklung von Asthma auswirken“, so Azad. Doch eines sei sicher: Für den Schutz vor Asthma ist nicht ein einzelner Inhaltsstoff der Muttermilch verantwortlich, sondern das Zusammenspiel vieler, genau auf den Bedarf des Babys abgestimmter Inhaltsstoffe.

Gesundheitsschutz durch Muttermilch

Die beeindruckenden Belege der CHILD-Studie zeigen einmal mehr, das Muttermilch weit mehr als nur Ernährung fürs Baby ist. Das flüssige Gold gilt zu Recht als „erste Impfung“ für jedes Kind und versorgt jedes Baby jederzeit mit dem richtigen Mix an Nährstoffen und Antikörpern, die weit bis in die Zukunft des Kindes wirken.

Leidest du unter Asthma? Welche Erfahrungen hast du vielleicht selbst mit Stillen als Vorbeugung gemacht? Schreib uns unter kundenservice@medela.de oder bei Facebook.

 

[i] https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/asthma-bei-kindern/wie-haeufig-ist-asthma-bei-kindern/

[ii] https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/schwerpunktthemen/kindliches-asthma/index.html

[iii] www.medela-symposium.com

[iv] [3] https://doi.org/10.1016/j.jpeds.2017.07.012