In einigen Krankenhäusern ist der Stillstart schwierig

Das erste Mal: Stillstart nach der Geburt

Es gibt viele erste Male im Leben, aber dieses wirst du garantiert nie vergessen: Das erste Anlegen, das erste Stillen deines Babys direkt nach der Geburt! Das Gefühl, wenn dieses kleine Wesen, das du gerade erst kennengelernt hast, mit dem du aber schon so lange verbunden warst, zaghaft an deiner Brust saugt – unbeschreiblich! Und ganz schön überwältigend.

 

Der ideale Stillstart

Für einen guten Stillstart ist es wichtig, dass dein Baby gleich in der ersten Stunde nach der Geburt deine Brust suchen darf. Dazu wird dir die Hebamme dein Baby noch im Kreißsaal auf den Bauch legen – und von da aus wird es beginnen, langsam aber zielstrebig deine Brustwarze zu suchen. Ob dein Baby dann bereits kräftig saugt oder nur vorsichtig leckt, hängt ganz von ihm ab. Beides ist völlig in Ordnung, denn sein kleiner Magen kann ohnehin noch nicht viel fassen: am ersten Tag nur circa sechs Milliliter, etwa 25 Milliliter am dritten Tag, dann langsam mehr. Dennoch ist diese erste Muttermilch, das Kolostrum, sehr wichtig, denn es enthält große Menge von Antikörpern und Wachstumsfaktoren und fördert die Entwicklung von Babys Verdauungstrakts. Im Grunde wirkt es wie eine erste Impfung! Das allererste Stillen soll dein Baby aber nicht nur durch Nahrung stärken, sondern es vor allem prägen: auf deinen besonderen Geruch und den Geschmack deiner Brustwarze. Wundere dich nicht, wenn dein Baby danach einschläft. Nach diesem ersten Stillen und natürlich auch wegen der Geburt wird es sehr müde und erschöpft sein.

 

Stillen, die Zweite…

Nach circa sechs Stunden – je nach den Stillstandards in deinem Krankenhaus – sollte deinem Baby zum zweiten Mal die Möglichkeit zu Stillen angeboten werden. Falls es schläft, lasse dir beim Aufwecken helfen. Achte darauf, zum Anlegen entspannt im Bett zu sitzen oder zu liegen. Halte dein Baby so, dass sein ganzer Körper dir Bauch-zu-Bauch zugewandt ist und dicht an deinem Körper liegt. Sein Mund soll auf Höhe der Brustwarze sein. Stimuliere nun seine Lippen mit der Brustwarze. So löst du den Suchreflex aus und dein Baby öffnet seinen Mund. Wenn der Mund weit geöffnet ist, wird dein Baby die Brustwarze “suchen” und von allein so erfassen, dass es die Brustwarze und einen großen Teil des Brustgewebes zu fassen bekommt. Wenn es nicht sofort klappt, versuche es einfach nochmal. Es ist ganz normal, wenn du in der Lernphase mehrere Male ansetzen musst. Aber die Mühe lohnt sich! Denn das richtige Anlegen ist sehr wichtig, damit die Milch gut fließt, dein Baby gut trinken kann und deine sensiblen Brustwarzen geschont werden. 

 

Und Dritte. Und Vierte. Und…

Damit deine Milchbildung optimal in Gang kommt, ist es wichtig, dass du nun so häufig wie möglich stillst. Das hat auch noch einen weiteren Vorteil: Wenn du so früh und so häufig wie möglich stillst, kannst du einen starken ersten “Milcheinschuss”, wie die Brustdrüsenschwellung, die unangenehm sein kann, im Volksmund heißt, vermeiden!

 

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