Schwanger in der Probezeit: Das sind deine Rechte

Schwanger in der Probezeit

Wer in der Probezeit schwanger wird, steht oft vor jeder Menge Fragen: Riskierst du eine Kündigung, wenn du es deinem Arbeitgeber sagst? Wann ist der beste Zeitpunkt für ein Gespräch? Welche Rechte hast du als werdende Mutter?

 

 

Kündigungsschutz in der Probezeit

Falls du gerade eine neue Stelle angetreten und festgestellt hast, dass du schwanger bist, heißt es jetzt: Erst mal tief durchatmen und entspannen! Wer in der vertraglich festgeschriebenen Probezeit schwanger wird, ist gesetzlich vor einer Kündigung geschützt. Grund ist, dass der Mutterschutz auch dann greift, wenn du noch in der Probezeit bist. Übrigens gilt er für alle Arbeitnehmerinnen – egal, ob Azubi oder geringfügig Beschäftigte. Konkret bedeutet das: Selbst wenn dein Chef dir die Kündigung androht oder dir gar ein entsprechendes Schreiben auf den Tisch knallt: Die Kündigung ist unwirksam. Dein Arbeitgeber kann dich während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Geburt nicht kündigen. Schwangere genießen nämlich einen Sonderkündigungsschutz. Dieser dient dazu, ihre finanzielle Absicherung sicherzustellen. Außerdem sollen sie sich auch in der ersten Zeit nach der Geburt keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen müssen.

 

Der richtige Zeitpunkt für ein Gespräch mit dem Arbeitgeber

Auch wenn du am liebsten noch keinem Menschen von deiner Schwangerschaft erzählen möchtest: Gesetzlich bist du verpflichtet, deinen Arbeitgeber nach Möglichkeit unverzüglich zu informieren. Am besten überreichst du deinem Chef beim Gespräch zusätzlich noch eine schriftliche Mitteilung über deine Schwangerschaft, damit du einen Nachweis hast und er später nicht behaupten kann, er wüsste von nichts. Oder du fragst alternativ eine Kollegin, ob sie dich zum Gespräch begleitet. So hast du im Ernstfall eine Zeugin.

 

Der Arbeitgeber weiß bei der Kündigung nichts von der Schwangerschaft

Deinem Chef war zum Zeitpunkt der Kündigung deine Schwangerschaft nicht bekannt? Dann hast du noch zwei Wochen Zeit, um ihm im Anschluss daran deine Schwangerschaft mitzuteilen. Die Kündigung wird dann nachträglich ebenfalls unwirksam. Achtung: Ein Überschreiten der Frist führt grundsätzlich dazu, dass der besondere Kündigungsschutz nicht eintritt! Hiervon gibt’s nur zwei Ausnahmen: Wenn du wegen eines Krankenhausaufenthalts oder einer Urlaubsabwesenheit keine Kenntnis vom Zugang der Kündigung hattest. Oder wenn du erst nach Ablauf der zwei Wochen erfährst, dass du schwanger bist.

 

Befristete Verträge

Auch wenn du es wahrscheinlich noch so hoffst: Leider besteht bei Zeitverträgen kein Anspruch auf Verlängerung. Läuft ein befristeter Vertrag aus, so endet das Arbeitsverhältnis ohne Kündigung.

 

Du bist in der Probezeit schwanger geworden? Wie bist du damit umgegangen? Wie hat dein Chef reagiert? Erzähl es uns von deinen Erfahrungen unter kontakt@medela.de oder besuche uns auf unserer Facebookseite.