Die wichtigsten Schwangerschaftsbeschwerden und was dagegen hilft auf einen Blick

Schwangerschaftsbeschwerden – wie sie entstehen und was dir dabei helfen kann

Hier findet ihr Erklärungen was, wann und warum in eurem Körper passieren kann

Während der 9 Monate Schwangerschaft verändert sich einiges im weiblichen Körper. Dieser ´Ausnahmezustand´ kann die ein oder anderen Schwangerschaftsbeschwerden mit sich bringen. 

 

 

Übelkeit

Übelkeit ist ein häufiger Begleiter im frühen Schwangerschaftsstadium und oftmals das erste Anzeichen einer Schwangerschaft überhaupt. Das Übelkeitsgefühl ist sehr unangenehm  für den sowieso schon belasteten Körper. Kommen dann noch hormonbedingte Stimmungsschwankungen dazu, ist die explosive Mischung perfekt. Liebe Männer, nehmt euch in Acht 😉

 

Kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten über den Tag verteilt, helfen den meisten Frauen die Übelkeit einigermaßen in den Griff zu bekommen, da sie den Blutzuckerspiegel konstant halten. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist absolut notwendig, genauso wie ausreichend Schlaf und Ruhephasen im Alltag. Für die meisten Betroffenen kommt das Licht am Ende des Tunnels um die 12. Schwangerschaftswoche. Dann verschwindet die Übelkeit meist so schnell wie sie gekommen ist.

 

 

Sodbrennen (Reflux)

Durch den veränderten Hormonhaushalt, wird der Muskel, der den Übergang vom Magen zur Speiseröhre verschließt, schlaff. Dadurch kann es passieren, dass die Magensäure einfacher nach oben steigt. Durch das wachsende Baby wird der Druck auf den Magen stetig größer was wiederum den Säurerückfluss begünstigt. Abhilfe schaffen, kann z. B. ein Glas Milch, da es die Säure neutralisiert. Zudem sollten Betroffene in aufrechter Position essen und zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zubettgehen ein paar Stunden verstreichen lassen. Kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten sind ideal. Auf frittierte und scharf gewürzte Speisen sollte allerdings verzichtet werden. Wasser und Kräutertees sind Kaffee und kohlensäurehaltigen Getränken vorzuziehen.

 

 

Verstopfung

Mit dem Wachstum des  Babys  wird der Darm aus seiner gewohnten Position gedrängt und der Magen nach oben gedrückt. Zusätzlich laufen die Verdauungsprozesse aufgrund der Schwangerschaftshormone langsamer als gewohnt ab. Dies kann dann zu Verstopfung führen. Die Einnahme von Eisentabletten kann das Problem noch verstärken. Am besten eignet sich eine vollwertige Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von täglich 2-3 Litern ist empfehlenswert. Körperliche Aktivität bringt die Darmtätigkeit zusätzlich in Schwung.

 

 

Blasenschwäche

Während der Schwangerschaft wird  das Gewebe im Beckenboden weicher, was bei manchen Frauen, v.a. im letzten Trimester, zu ungewollten Abgang von Urin führen kann. Aber auch die Geburt selbst, und die damit einhergehende Lockerung und Dehnung der Beckenbodenmuskeln, kann zu Blasenschwäche  führen. Gezieltes Beckenbodentraining kann die Beschwerden reduzieren bzw. im Vorfeld vermeiden. Die Übungen werden meist in Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskursen besprochen und sollten zu Hause mehrmals wöchentlich wiederholt werden. Das Tragen von Slipeinlagen und Binden ist ratsam. Um einen ungewollten Urinabgang  zu vermeiden, können Frauen bei  plötzlichem Druck, ausgelöst durch z.B. Lachen, Bücken, Husten und Niesen, den Beckenboden anspannen und die Beine überschlagen.

 

 

Karies & Parodontitis

Bakterielle Infektionskrankheiten wie Karies und Parodontitis werden in der Schwangerschaft durch den veränderten Hormonhaushalt und Stoffwechseln begünstigt. Heißhunger auf Süßes und die veränderte, säurehaltigere Speichelzusammensetzung können zudem die Zahngesundheit der Schwangeren beeinträchtigen. Vor allem Parodontitis kann schädigend auf das Ungeborene wirken und scheint mit dem Risiko einer Frühgeburt und niedrigem Geburtsgewicht in Verbindung zu stehen. Neben Zahnbelag und Zahnentzündungen leiden Schwangere manchmal auch unter verstärktem Zahnfleischbluten, was vor allem auf die erhöhte Durchblutung während der Schwangerschaft zurückzuführen ist. Eine gesunde und vollwertige Ernährung kann dem Karies- und Parodontitis-Risiko positiv entgegen wirken. Jede Frau hat während ihrer Schwangerschaft Anspruch auf zusätzliche Vorsorgetermine beim Zahnarzt bei denen die Zahngesundheit überprüft wird.

 

 

Karpaltunnelsyndrom

Taube Fingerspitzen und / oder Handinnenflächen sind häufige Begleiter während einer Schwangerschaft. Ausgelöst wird das Phänomen durch die vermehrte Wassereinlagerung im weiblichen Körper und den dadurch entstehenden Druck auf das Bindegewebe. Da im Bindegewebe auch zahlreiche Nerven liegen, wird somit der Druck auch auf diese übertragen, was dann das unangenehme oder manchmal sogar schmerzhafte Taubheitsgefühl mit sich bringt. Hierbei ist überwiegend die Hand die betroffene Stelle, weil hier der Armnerv durch den engen sogenannten Karpaltunnel verläuft. Schwillt nun das Bindegewebe an und dieser Nerv wird abgedrückt, spricht man vom Karpaltunnelsyndrom. Bei starken Schmerzen sollte unbedingt der Rat eines Neurologen eingeholt werden. Alternativ, kann in manchen Fällen gezielte Akupunktur Abhilfe schaffen. Nach der Entbindung wird das überschüssige Wasser aus dem Körper über die Nieren als Urin ausgeschieden, so dass nach der Geburt die Beschwerden meist innerhalb weniger Wochen wieder verschwinden.

 

 

Beckengürtellockerung

Besonders im letzten Trimester der Schwangerschaft werden die Bänder und Knorpelverbindungen des Beckenringes durch Hormone und der großen körperlichen Belastung stark aufgelockert. Diese zusätzliche Elastizität ist vor allem im Beckenbereich sinnvoll, damit dem Baby der größtmögliche Beckenraum bei der Geburt zur Verfügung steht. Allerdings kann bei manchen Frauen die Lockerung in den Bereichen Schambeinfuge, Darm-und Kreuzbein nicht nur zu Instabilität, sondern auch zu Schmerzen führen. In diesem Fall sollte die Symphyse so oft wie möglich entlastet werden, z.B. durch die Verwendung eines Stillkissens zwischen den Beinen beim Liegen und Schlafen. Betroffene sollten zudem das Tragen schwerer Gegenstände und häufiges Treppensteigen vermeiden. Dabei muss die Schwangere nicht gänzlich auf Sport verzichten. Fließende Bewegungen wie z.B. beim Schwimmen oder bei der Gymnastik, stärken die Muskeln und den Körper und können so schmerzlindernd wirken. Die Verwendung eines Beckengürtels kann für zusätzliche Entlastung sorgen.

 

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Rückenschmerzen

Der veränderte Hormonhaushalt und der immer größer und schwerer werdende Babybauch belasten die Wirbelsäule. Schwangere laufen Gefahr ins Hohlkreuz zu verfallen, was wiederum die Rückenschmerzen verstärkt. Eine aufrechte Haltung, Massagen und Gymnastik können die Schmerzen lindern.

 

 

 

Schlafprobleme

Mit ihnen haben die meisten Schwangeren zu kämpfen – spätestens im letzten Trimester.  Ausgelöst werden sie durch innerliche Unruhe (Angst vor der Geburt), eingeschränkte Schlafpositionen, häufiger Gang zur Toilette oder durch andere Schwangerschaftsbeschwerden. Die beste Liegeposition ist auf der Seite mit einem Kissen zwischen den Beinen zur Entlastung. Die Rückenlage sollte vermieden werden, da das Gewicht von Baby, Fruchtwasser und Plazenta auf die untere Hohlvene (Vena cava inferior) drücken. Dadurch kann der Blutfluss zum Herzen stark gemindert werden. Die Sauerstoffversorgung sinkt, der Blutdruck fällt, Schwindel, Übelkeit und Herzrasen können die Folge sein.

 

 

Müdigkeit / Niedriger Eisenwert

Während der Schwangerschaft erhöht sich die Blutmenge um circa 1,5 Liter. Dies hat die Natur zum Einen so eingerichtet, damit genügend Blut für die Versorgung des Babys bereit steht, da das Ungeborene über das mütterliche Blut mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird, und zum Anderen, als Puffer für die bevorstehende Geburt, welche immer mit einem gewissen Blutverlust einhergeht. Während der Schwangerschaft überprüft der Arzt oder die Hebamme regelmäßig den Eisenwert und verschreibt gegebenenfalls Eisentabletten, sollte der Wert zu niedrig sein. Der Eisengehalt wird ausschließlich über die Nahrungsaufnahme reguliert. Daher wird der Eisenwert durch abwechslungsreiche und gesunde Ernährung positiv beeinflusst. Besonders Fleisch, Fisch, Gemüse und Hülsenfrüchte sind gute Eisenlieferanten. Reduziert werden sollten dagegen koffeinhaltige Lebensmittel und Fertigprodukte.

 

 

Habt ihr noch mit weiteren Schwangerschaftsbeschwerden zu kämpfen? Oder habt ihr bestimmte „Hausmittelchen“ gegen die oben genannten? Dann schreibt uns unter kontakt@medela.de – wir freuen uns auf eure Tipps.