Schwangerschaftsdiabetes ist eine relativ häufige Erkrankung

Diagnose Schwangerschaftsdiabetes – bekomme ich trotzdem ein gesundes Kind?

Schwangerschaftsdiabetes ist eine relativ häufige Erkrankung. Wird er rechtzeitig erkannt, kann er gut behandelt werden. Die meisten Mütter bringen ein gesundes Kind zur Welt. Dabei helfen ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung. Unbehandelt kann es zu Geburtskomplikationen und Entwicklungsverzögerungen kommen.

Viele Frauen sind geschockt, wenn der Arzt ihnen eröffnet, dass sie an Schwangerschaftsdiabetes (auch Gestationsdiabetes genannt) leiden. Denn eigentlich haben sie sich gut gefühlt und keine Beschwerden gehabt. Jetzt kreisen die Gedanken unaufhörlich im Kopf: Wird mein Baby gesund zur Welt kommen?

 

Arztbesuche sind wichtig

Die beruhigende Nachricht: auch bei einem Schwangerschaftsdiabetes entwickelt sich das Baby meistens ganz normal und wird gesund geboren. Manche Frauen brauchen jedoch eine Behandlung. Damit du auf der sicheren Seite bist, solltest du dich auf jeden Fall engmaschig vom Arzt kontrollieren lassen und seine Ratschläge befolgen.

 

Was ist Schwangerschaftsdiabetes?

Der Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft ist zu hoch. Man nimmt an, dass der Stoffwechsel entgleist, weil der Hormonhaushalt umgebaut wird. Etwa vier bis fünf Prozent aller schwangeren Frauen sind davon betroffen.

 

Welche Folgen kann das für mein Kind haben?

Beim unbehandeltem Schwangerschaftsdiabetes wird das Baby einerseits größer und schwerer als normal, weil die Mutter zuviel Zucker im Blut hat. Andererseits ist das Kind in der Entwicklung zurück, weil die Plazenta das Ungeborene nicht optimal versorgt.

Meistens sind die Lungen nicht ausgereift.

 

Ist die Geburt schwieriger?

Eine Entbindung wird komplizierter, wenn das Baby sehr groß ist (zum Beispiel bei einem Geburtsgewicht von 4,5 Kilo). Meistens wird es per Kaiserschnitt geholt. Es kommt öfter zu Frühgeburten.

 

Bin ich gefährdet?

Grundsätzlich kann jede Frau Schwangerschaftsdiabetes bekommen. Dein Risiko ist jedoch höher, wenn du stark übergewichtig bist, deine Ernährung zu ungesund ist oder wenn es in deiner Familie eine Vorgeschichte mit Zuckerkrankheit gibt.

 

Wie wirkt sich das bei mir aus?

Möglich sind ein Zuviel an Fruchtwasser, Bluthochdruck und Harnwegsinfektionen. Bei einem unbehandelten Schwangerschaftsdiabetes steigt das Risiko für eine seltene, aber bedrohliche Komplikation: die Präeklampsie. Viel zu hohe Blutdruckwerte können zu einer Frühgeburt führen und auch das Leben der Mutter bedrohen.

 

Bin ich jetzt zuckerkrank?

Nein. Bei den meisten Patientinnen verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt von selbst. Allerdings passiert es häufiger, dass sie in späteren Jahren einen Diabetes mellitus Typ 2 entwickeln. Damit das nicht passiert, solltest du mit gesunder Ernährung vorbeugen.

 

Wie wird der Schwangerschaftsdiabetes erkannt?

Heutzutage gehört ein Routinescreening zur Vorsorge. Der Zuckertest (Glukosetoleranztest) in der 23. bis 28. Schwangerschaftswoche beginnt mit einem Vortest. Dafür musst du ein Glas Wasser mit Zucker trinken. Ist das Ergebnis unauffällig, besteht kein Risiko. Sind die Werte zu hoch, wird mit einem weiteren Test abgeklärt, ob Diabetes besteht.

 

Gesunde Ernährung und Bewegung hilft

Die Behandlung ist einfach: Fast alle Schwangeren bekommen den entgleisten Stoffwechsel mit diszipliniertem Essen und mehr Fitness in den Griff. Wichtig ist eine Ernährung ohne zuviel „schlechte“ Kohlenhydrate und Fett. Also heißt es Abschied nehmen von Schokolade und Kuchen, Fastfood und süßen Säften. Den Heißhunger wirst du sicher gut bändigen können, wenn du daran denkst, dass dein Verzicht bedeutet, dass dein Baby gesund bleibt. Statt dessen stehen gesundes Gemüse und Vollkorn auf dem Speiseplan. Walken, Rad fahren und Schwimmen sind ideale Sportarten, um den Blutzuckerspiegel zu senken.

 

Muss ich spritzen?

Nur in Ausnahmefällen. 85 Prozent der Patientinnen haben mit der Ernährungsumstellung Erfolg. Bei den restlichen 15 Prozent genügt das nicht. Ob sie Insulin spritzen müssen, entscheidet der Arzt. Insulin ist aber nicht schädlich für den Fötus, da es nicht in die Plazenta gelangt.

 

Machst du dir Gedanken wegen einem Schwangerschaftsdiabetes? Schreib uns unter kontakt@medela.de oder in unserer Medela Deutschland Facebook-Community.