Schwangerschaftsdiabetes ist eine relativ häufige Erkrankung

Schwangerschaftsdiabetes: Was du jetzt wissen musst

Die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes ist ein Schock.  Wie geht es jetzt weiter? Muss ich Insulin spritzen? Schadet es meinem Baby? Wir haben die wichtigsten Antworten für dich zusammengestellt.

 

1) Was ist Schwangerschaftsdiabetes?

Die Diagnose wird gestellt, wenn der Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft zu hoch ist. Man nimmt an, dass der Stoffwechsel entgleist, weil der Hormonhaushalt umgebaut wird. Etwa vier bis fünf Prozent aller schwangeren Frauen sind davon betroffen. Manche Frauen brauchen dann eine Behandlung. Damit du auf der sicheren Seite bist, solltest du dich auf jeden Fall engmaschig vom Arzt kontrollieren lassen und seine Ratschläge befolgen.

 

2) Wie wird der Schwangerschaftsdiabetes erkannt?

Heutzutage gehört ein Routinescreening zur Vorsorge. Der Zuckertest (Glukosetoleranztest) in der 23. bis 28. Schwangerschaftswoche beginnt mit einem Vortest. Dafür musst du ein Glas Wasser mit Zucker trinken. Ist das Ergebnis unauffällig, besteht kein Risiko. Sind die Werte zu hoch, wird mit einem weiteren Test abgeklärt, ob Diabetes besteht.

 

3) Mein Test steht noch aus. Bin ich gefährdet?

Grundsätzlich kann jede Frau Schwangerschaftsdiabetes bekommen. Dein Risiko ist jedoch höher, wenn du stark übergewichtig bist, deine Ernährung zu ungesund ist oder wenn es in deiner Familie eine Vorgeschichte mit Zuckerkrankheit gibt.

 

4) Wie wirkt sich das bei mir aus?

Möglich sind ein Zuviel an Fruchtwasser, Bluthochdruck und Harnwegsinfektionen. Bei einem unbehandelten Schwangerschaftsdiabetes steigt das Risiko für eine seltene, aber bedrohliche Komplikation: die Präeklampsie. Viel zu hohe Blutdruckwerte können zu einer Frühgeburt führen und auch das Leben der Mutter bedrohen.

 

5) Welche Folgen kann das für mein Kind haben?

Die beruhigende Nachricht: Auch bei einem Schwangerschaftsdiabetes entwickelt sich das Baby meistens ganz normal und wird gesund geboren. Beim unbehandeltem Schwangerschaftsdiabetes wird das Baby größer und schwerer als normal, weil die Mutter zu viel Zucker im Blut hat. Es kann auch in der Entwicklung zurückliegen, weil die Plazenta das Ungeborene nicht optimal versorgt. Meistens sind dann die Lungen nicht ausgereift

 

6) Wird jetzt die Geburt schwieriger?

Eine Entbindung wird komplizierter, wenn das Baby sehr groß ist (zum Beispiel bei einem Geburtsgewicht von 4,5 Kilo). Meistens wird es dann per Kaiserschnitt geholt. 

 

7) Bin ich jetzt zuckerkrank?

Nein. Bei den meisten Patientinnen verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt von selbst. Allerdings passiert es häufiger, dass sie in späteren Jahren einen Diabetes mellitus Typ 2 entwickeln. Damit das nicht passiert, solltest du mit gesunder Ernährung vorbeugen.

 

8) Wie wird Schwangerschaftsdiabetes behandelt?

Fast alle Schwangeren bekommen den entgleisten Stoffwechsel mit diszipliniertem Essen und mehr Fitness in den Griff. Wichtig ist eine Ernährung ohne zuviel „schlechte“ Kohlenhydrate und Fett. Also heißt es Abschied nehmen von Schokolade und Kuchen, Fastfood und süßen Säften. Den Heißhunger wirst du sicher gut bändigen können, wenn du daran denkst, dass dein Verzicht bedeutet, dass dein Baby gesund bleibt. Statt dessen stehen gesundes Gemüse und Vollkorn auf dem Speiseplan. Walken, Rad fahren und Schwimmen sind ideale Sportarten, um den Blutzuckerspiegel zu senken.

 

9) Muss ich Insulin spritzen?

Nur in Ausnahmefällen. 85 Prozent der Patientinnen haben mit der Ernährungsumstellung Erfolg. Bei den restlichen 15 Prozent genügt das nicht. Ob sie Insulin spritzen müssen, entscheidet der Arzt. Insulin ist aber nicht schädlich für den Fötus, da es nicht in die Plazenta gelangt.

 

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