Was die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes bedeutet

Schwangerschaftsdiabetes: „Ich war fix und fertig“

Es war eine Risikoschwangerschaft und dann auch noch diese Diagnose: Daniela B., 36, hatte Schwangerschaftsdiabetes. Wie sie nach dem ersten Schock damit umging, erzählt sie hier.

 

Es war ein Schock, als mein Frauenarzt mir mitteilte, dass ich Schwangerschaftsdiabetes habe. Damit hätte ich nicht gerechnet. Mein Vater leidet zwar an Diabetes, doch mir selbst ging es bislang gesundheitlich gut. Wenngleich es eine Risikoschwangerschaft war, denn 2006 hatte ich eine Totgeburt. Ein unbeschreiblich schmerzhafter Verlust, der sich kaum in Worte fassen lässt. Es dauerte Jahre bis mein Mann und ich darüber hinweg gekommen sind. Wir lieben Kinder, haben bereits eine große Tochter, die fast 15 ist. Irgendwann wünschten wir uns nichts sehnlicher, als noch mal ein Baby zu bekommen, noch einmal den Zauber des Anfangs zu erleben, das erste Lächeln, die ersten Schritte, das erste „Mama“ und „Papa“…

 

Was kommt da auf mich zu?

Zweieinhalb Jahre hat es gedauert bis ich endlich schwanger war. Dann war die Freude riesengroß, aber natürlich auch die Angst, dass wieder etwas passiert. Innerlich war ich sehr angespannt. Die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes verstärkte dieses Gefühl noch. In der 26. Woche machte ich bei meinem Frauenarzt einen Zuckerbelastungstest. Da wurde der Diabetes festgestellt. Sofort hatte ich große Angst, fragte mich: Was kommt da auf mich zu? Wird alles gut gehen? Ich wünschte es mir so sehr. Natürlich war für mich klar, dass ich alles tun würde, damit mein Baby gesund zur Welt kommt. Mein Frauenarzt überwies mich dann gleich zu einem Diabetologen. Dieser schlug vor, ich sollte zunächst versuchen, meinen Blutzuckerspiegel mit Hilfe einer Ernährungsumstellung in den Griff zu bekommen. Ich sollte mich gesund und bewusst ernähren – also statt Weißbrot nur Vollkornbrot, statt Säften nur Wasser, viel Reis und Gemüse. Über einen Zeitraum von etwa 14 Tagen musste ich drei Mal täglich vor und nach der Mahlzeit meinen Blutzucker messen.

 

Es half alles nichts, ich musste Insulin spritzen

Aber egal, wie sehr ich auf meine Ernährung achtete: Leider waren meine Werte immer deutlich zu hoch. Nach dem nächsten Termin beim Diabetologen war klar: Es hilft nichts, ich muss Insulin spritzen! Vor und nach jeder Mahlzeit sowie vor dem Zubettgehen musste ich meinen Blutzuckerspiegel messen und vier Mal täglich Insulin spritzen. Natürlich musste ich aber trotzdem auf meine Ernährung achten. Früher hatte ich morgens zum Beispiel immer ein Brot mit Erdbeermarmelade zum Frühstück gegessen. Das war nicht mehr möglich – mein Blutzucker schnellte sofort in die Höhe! Ich versuchte es mit einem kleinen Fruchtjoghurt, in den ich drei Esslöffel Haferflocken mischte oder aß wahrweise eine Scheibe Vollkornbrot mit Butter und Apfelscheibchen. Mittags gab es statt meiner geliebten Pasta mit Tomatensauce oft Fleisch mit Reis und dazu Tomaten und Gurken. Obwohl ich mir wirklich viel Mühe gab, waren meine Blutzuckerwerte aber nach wie vor einfach zu hoch. Ich fühlte mich überfordert, wusste nicht, was ich machen sollte, war zugleich traurig und wütend auf mich selbst. Meine Ernährungsberaterin riet mir, auszuprobieren, wie mein Körper auf bestimmte Speisen reagiert. Leider funktionierte auch das nicht. Ständig hatte ich Hunger. Das, was ich essen durfte, hat mich einfach nicht richtig satt gemacht. Schrecklich! Wie sehr hätte ich mir eine grundlegende Schulung gewünscht so wie sie Diabetiker bekommen! Dafür ist die Zeit der Schwangerschaft aber zu knapp bemessen – und in der Regel ist der Diabetes nach der Entbindung ja auch glücklicherweise wieder verschwunden.

 

Würde mein Baby gesund zur Welt kommen?

Ganz schlimm wurde es, als mir im Krankenhaus beim Ultraschall mitgeteilt wurde, dass der Bauchumfang meines Babys außerhalb der Norm liegt. Als ich das hörte, war ich fix und fertig. Ich musste an meinen Sohn denken, der 2006 tot zur Welt gekommen war, hatte wahnsinnige Verlustängste und machte mir natürlich große Sorgen um unser Baby. Vorsichtshalber sollte ich engmaschig zur Kontrolluntersuchung kommen, alle zwei Wochen ging ich abwechselnd entweder zu meinem Frauenarzt oder ins Krankenhaus. Eine anstrengende und belastende Zeit. Glücklicherweise lagen die Werte gegen Ende der Schwangerschaft in der Norm. Endlich hatte ich meinen Blutzucker im Griff. Ich war erleichtert und muss sagen: Das machte mich stolz!

 

Ende gut, alles gut

Im August 2016 war es dann soweit: Unsere kleine Maila kam zur Welt. Ich wünschte mir so sehr, dass dieses mal alles gut ging. Und das war dann glücklicherweise auch der Fall. Maila war kerngesund, ihre Blutzuckerwerte waren in Ordnung – und meine eigenen lagen nach der Geburt auch sofort wieder im Normbereich. Mindestens ein Jahr lang werde ich sie jetzt stillen. Ich finde, Muttermilch ist die beste Nahrung für ein Baby. Noch dazu kommt, dass Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes das Stillen empfohlen wird.

 

In Zukunft werde ich versuchen, mich selbst gesund zu ernähren und Sport zu machen und natürlich auch später bei meiner Kleinen auf gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung achten. Ich denke, das wird mir aber nicht schwer fallen. Ich bin so glücklich, sie zu haben. Ich würde alles tun, damit es ihr gut geht.

 

Lies dazu auch unser Experten-Interview zum Thema Gestationsdiabetes!

 

Du hattest selbst auch Schwangerschaftsdiabetes? Wie geht es dir und deinem Baby heute? Schreib uns unter kontakt@medela.de oder besuche uns auf unserer Facebookseite.