Mit Zwillingen und Mehrlingen verläuft der Alltag doch anders als mit nur einem Kind. Hier ein paar Tipps, wie du Zwillinge an Alltagsroutinen gewöhnst.

So gewöhnst du Zwillinge an Routinen

Einer schreit immer – das können wahrscheinlich die meisten Mehrlingsmamas bestätigen. Gerade die ersten Lebensjahre sind bei Zwillingen oder gar Drillingen extrem anstrengend. Um in dieser aufreibenden Phase wenigstens noch ein kleines bisschen Zeit für sich zu bekommen, sollten Eltern einige Routinen in den Alltag einführen.

 

Rituale strukturieren den Alltag

Früher hast du am liebsten den Tag einfach auf dich zukommen lassen? Auch wenn es hart klingt: Damit ist jetzt endgültig Schluss! Anfangs bestimmen die Zwillinge deinen Alltag. Du wirst dauermüde sein. Damit du diese anstrengende Phase gut überstehst, ist es wichtig Routinen und Rituale einzuführen. Auf diese Weise lernen deine Babys im Laufe der Zeit, was sie in der entsprechenden Situation erwartet. Sie bekommen eine Orientierungshilfe, die ihnen Sicherheit gibt.

 

Abend-Ritual mit Gute-Nacht-Lied

so-gewoehnst-du-zwillinge-an-routinen_klein

Am besten, du beginnst abends. Die Bettzeit-Routine ist das wichtigste Element zur Einführung eines festen Tagesablaufs. Wenn du erst mal den festen Ablauf zum Zubettgehen eingeführt hast, gelingt der Rest fast mühelos. Gewöhn deine Babys früh an Einschlaf-Rituale: Erst baden, dann Schlafanzug an, dann beide stillen und zum Abschluss ein Gute-Nacht-Lied singen. Natürlich wird das gleich nach der Geburt nicht funktionieren. Wahrscheinlich werden die Babys anfangs sogar schon beim Trinken einschlafen. Versuch trotzdem bei diesem Rhythmus zu bleiben. So gewöhnen sich deine Kleinen an das feste Bettgeh-Ritual. Übrigens: Selbst wenn es noch so schöne Lieder-CDs zu kaufen gibt – die vertraute Stimme von Mama und Papa wirkt noch immer am beruhigendsten. Selbst schreiende Babys kannst du besänftigen, wenn du mit gedämpfter, gleichmäßiger Stimme ein altes Schlaflied singst.

 

Stillen am Tag und nachts

Das Stillen kann für dich und deine Babys ein besonders schönes Ritual werden. Richtest du den Stillplatz beispielsweise im Babyzimmer ein, verbinden sie damit etwas Angenehmes – und akzeptieren es oftmals viel leichter. Das hilft ihnen nachts in ihren Bettchen zu schlafen. Kleiner Tipp: Wenn du beim Stillen gerne kuschelst, solltest du dieses Ritual auf den Tag beschränken und nachts ohne dieses Ritual die Brust geben. Sprich mit deinen Babys bei der Nachtfütterung wenig. Dadurch lernen sie schneller, zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden.

 

Mittagsschlaf für Zwillinge

Solange deine Babys mittags noch schlafen, solltest du sie unbedingt hinlegen, um ein Nickerchen zu machen. Am besten natürlich zur gleichen Zeit, damit sie abends nach Möglichkeit auch zur selben Zeit wieder ins  Bett gehen.

 

Wickeln und Füttern

Lassen sich deine Kleinen nicht so gerne wickeln, könntest du beispielsweise zuerst mit den Füßchen und Händchen spielen bevor du dich der ungeliebten Angelegenheit zuwendest. Auch das Füttern kannst du – soweit das eben möglich ist – zu Hause immer an einem festen Platz vornehmen und es mit immer den gleichen Worten ankündigen.

 

Vereinbartes konsequent einhalten

Regeln haben natürlich nur dann einen Sinn, wenn du sie auch konsequent einhältst. Sie gelten allerdings nicht nur für die Kinder, sondern auch für dich. Wenn du willst, dass deine Kinder später beim Essen ruhig am Tisch sitzen bleiben, darfst du selbst logischerweise auch nicht ständig aufstehen.   

 

Veränderungen während der Wachstumsphase

Sei nicht überrascht, wenn deine Babys immer wieder aus dem Rhythmus ausbrechen. Sie haben im ersten Lebensjahr ein unglaubliches Programm vor sich: Allein in den ersten fünf Lebensmonaten verdoppelt sich bei den meisten Babys das Geburtsgewicht. Im ersten Jahr lernt es zu sitzen, zu robben und zu krabbeln – und vielleicht sogar zu laufen. Ganz klar, mal werden deine Babys während dieser Zeit hungriger sein als üblich, mehr Schlaf brauchen oder auch plötzlich nachts wieder mehrmals aufwachen. Mit allen diesen Veränderungen ändert sich zwangsläufig auch der Tagesablauf deiner Babys. Erwarte am besten nicht, dass der eingeführte Tagesplan wie am Schnürchen funktioniert. Die Kinder wachsen, das Leben verändert sich – und die Rituale und Regeln müssen immer wieder aufs Neue den Bedürfnissen angepasst werden.