Stillstreik: Was du tun kannst, wenn dein Baby die Brust verweigert

Stillstreik! Wenn dein Baby plötzlich die Brust verweigert

Kaum sind dein Baby und du ein Dream-Team in puncto Stillen, kann es passieren, dass sich dein Baby plötzlich gegen das Stillen zu wehren scheint. Diese ablehnende Haltung, die meist mit viel Geschrei einhergeht, verunsichert einige Mütter verständlicherweise. Dabei liegt die Ursache meist nicht an der Mutter selbst, sondern es handelt sich oftmals um den sogenannten Stillstreik.

 

Was ist ein Stillstreik?

Der Stillstreik oder auch Brustschreiphase genannt, tritt bei manchen Babys meist um den 3./4. Lebensmonat ein. Dieses Verhalten ist auf den Entwicklungsstand des Babys zurückzuführen, das in diesem Alter seine Umwelt zunehmend wahrnimmt und die täglichen Eindrücke verarbeitet.

 

Wie äußert sich ein Stillstreik?

Viele Mütter berichten ähnliche Verhaltensweisen in dieser Phase. Dazu gehören z. B. vermeintlich grundloses Anschreien der Brust beim Versuch das Baby anzulegen, das Baby lässt sich nur schwer oder gar nicht anlegen, es überstreckt sich und macht einen unzufriedenen Eindruck. Außerdem ist es ganz typisch, dass diese Merkmale überwiegend tagsüber auftreten, wohingegen viele Mütter beim Stillen nachts keine Probleme berichten. Diese Tatsache lässt wieder darauf schließen, dass das Baby tagsüber durch äußere Reize von der Stillmahlzeit abgelenkt wird. In der reizarmen Umgebung nachts, holen dann die Kinder die Milchmenge, die sie tagsüber verpasst haben, nach. Somit kann es ganz normal sein, dass dein Baby plötzlich wieder jede Stunde aufwacht und die Brust verlangt.

 

Wie kannst du den Stillstreik beeinflussen?

Hilfreich ist es, das Baby zum Stillen bewusst aus einer Umgebung voller Reize herausnehmen. Ein ruhiger Raum mit gedämmtem Licht, in dem nur du mit deinem Baby bist, kann manchmal Wunder bewirken.

 

Sollten diese Tipps bei euch keine Verbesserung herbeiführen ist es wichtig, andere mögliche Gründe für Unruhe und Weinen vor dem Stillen auszuschließen. Dazu gehören:

  • Hypergalaktie: Manche Mütter haben einen sehr ausgeprägten, schnell einsetzenden Milchspendereflex. Die Milch sprudelt nur so aus der Brust heraus. Dem Baby erschwert dies allerdings die Koordination von Saugen, Atmen und Schlucken und manche Kinder sind dadurch richtig frustriert. Versuche in diesem Fall dein Kind in eher aufrechten Positionen anzulegen. Du kannst auch versuchen in einer nach hinten gelehnten Position das Baby senkrecht auf deinen Bauch zu legen. Manchmal kann die Verwendung von Stillhütchen eine gute Übergangslösung sein.
  • Hypogalaktie: Dies ist das Gegenteil der Hypergalaktie. Der Milchspendereflex tritt verzögert ein. In diesem Fall hilft es vor dem Anlegen mit Wärme zu arbeiten und entweder warm zu duschen oder einen warmen Waschlappen auf die Brust aufzulegen. Zusätzlich kannst du mit Hilfe von Brustmassage den Milchfluss per Hand anregen.
  • Hast du zu wenig Milch? Hast du den Eindruck dein Baby wird nicht satt? Überprüfe die Menge an vollen und nassen Windeln pro Tag. Hat sich etwas verändert? In welchen Abständen trinkt dein Baby wie lange? Nimmt es gut zu? Diese Fragen helfen dir herauszufinden, ob dein Baby weint, weil es Hunger hat.
  • Verwendest du ein neues Duschgel/Parfum? Babys sind sehr geruchssensibel und unbekannten Gerüchen eher abgeneigt.
  • Hast du andere Lebensmittel als sonst gegessen? Manche Babys reagieren sensibel auf bestimmte Nahrungsmittel wie z. B. Milchprodukte und Kohlsorten.
  • Nimmst du Medikamente? Auch diese können den Geschmack der Muttermilch verändern.
  • Zeigt dein Baby Hungerzeichen? Evtl. möchte dein Baby gerade nicht gestillt werden, sondern sehnt sich nur nach Hautkontakt und ungestörter Zweisamkeit.
  • Bist du gestresst? Babys haben ganz feine Sensoren und spüren sofort wenn du unter Stress stehst. Der übertragt sich dann meist auch auf das Baby und es beginnt ein Teufelskreis. Nehmt euch in diesem Fall einmal bewusst aus dem Alltag zurück.
  • Könnte es sein, dass dein Baby zahnt? Das kann sehr unangenehm für die Kinder sein und sie reagieren unruhig und quengelig. Ein kühler Beissring, ein nasser Waschlappen oder ein Zahnungsgel kann helfen.
  • Beruht die Unruhe auf einer unangenehmen Haltung? Eine Behandlung beim Osteopathen könnte helfen.

 

Gut zu wissen: Während der Stillzeit hast du Anspruch auf die Beratung durch eine Hebamme. Auch der Besuch einer Stillgruppe oder das Hinzuziehen einer Stillberaterin könnte sinnvoll sein. Im Zweifelsfall solltest du immer den Rat eines Kinderarztes einholen, um andere Ursachen auszuschließen!

 

 

Fazit: Beim reinen Stillstreik handelt es sich um einen Phase, die auf dem derzeitigen Entwicklungsstand deines Babys beruht. Du als Mama machst alles richtig – es liegt nicht an dir! Diese Phase ist anstrengend aber geht meist genauso schnell wieder vorüber wie sie begonnen hat. Versuche positiv zu denken und freue dich darüber, dass dein Baby seine Umwelt so interessant findet!

 

Hattet ihr auch so eine Stillstreik-Phase? Wie habt ihr sie überwunden? Schreib uns unter kontakt@medela-blog.de oder besuche uns auf unserer Facebookseite.