Wie geht man am besten mit Gelbsucht um? Hier ein paar Tipps.

Gelbsucht bei Frühchen

Was ist physiologische Neugeborenen-Gelbsucht?

Viele Säuglinge entwickeln ein paar Tage nach der Geburt Gelbsucht, aber Frühgeborene haben nochmal ein erhöhtes Risiko. Worauf du dann achten musst, erfährst du hier.

Mit Gelbsucht, auch “Hyperbilirubinämie” genannt, bezeichnet man eine Gelbfärbung der Haut, die bei Neugeborenen häufig auftritt. Sie entsteht durch einen zu hohen Bilirubin-Anteil im Blutkreislauf deines Babys. Neugeborene haben besonders viele rote Blutkörperchen, die in der Leber verarbeitet werden müssen. Als Nebenprodukt entsteht dabei Bilirubin, das über den Stuhl ausgeschieden wird. Kommt die Leber mit der Verarbeitung nicht nach, wird das Bilirubin über die Haut abgebaut und diese wird gelb. Erhöhte Bilirubinwerte in den ersten Lebenswochen sind bei Neugeborenen verbreitet, weil Leber und Verdauungstrakt noch nicht ausgereift arbeiten. Eine phototherapeutische Behandlung mit Licht kann helfen, die roten Blutkörpchen schneller abzubauen.

Eine Extraportion Muttermilch

Frühgeborene haben besondere Bedürfnisse. Dein behandelnder Arzt oder deine Hebamme empfiehlt eventuell  die zusätzliche Gabe von Flüssigkeit; das kann deine Muttermilch, Spenderfrauenmilch oder eine künstliche Säuglingsnahrung sein. Manchmal ist es nötig, diese Extraportion Milch über eine Magensonde, einen Becher oder einen Spritzenaufsatz zu füttern. Benötigt dein Baby diese Ergänzung, solltest du anfangen, zusätzlich deine Muttermilch abzupumpen. Durch regelmäßiges Abpumpen, alle zwei bis drei Stunden, baust du deine Milchproduktion auf, sodass du nach der Gelbsucht erfolgreich stillen kannst!

Weitere Faktoren für ein erhöhtes Gelbsucht-Risiko:

  • Du und dein Baby haben verschiedene Blutgruppen
  • Du hast Diabetes oder eine RH-Besonderheit
  • Infektionen von Mutter oder Baby
  • Du hast schon ein Kind, dass auch Gelbsucht hatte
  • Verzögerte Ausscheidung des Mekoniums (“Kindspech”)
  • Probleme beim Füttern, mit mehr als 7 Prozent Gewichtsverlust nach der Geburt
  • Auch das Nicht-Stillen kann das Risiko für Gelbsucht erhöhen.

 

Zusätzliche Quellen:

Management of Hyperbilirubinemia in the Newborn Infant 35 or More Weeks Of Gestation, Pediatrics, 2004; 114: 297-316.

ABM Clinical Protocol #22: Guidelines for Management of Jaundice in the Breastfeeding Infant Equal to or Greater Than 35 Weeks’ Gestation, Breastfeeding Medicine, 5 (2); 2010.

 

Hat dir dieser Artikel geholfen? Hatte dein Baby auch Gelbsucht, was kannst du raten? Schreibe uns unter kundenservice@medela.de oder in unserer Medela Deutschland Facebook-Community.