Ab September ändern sich ein paar Dinge bei den U-Untersuchungen fürs Kind.

U-Untersuchungen: Das ändert sich

Neue Regelungen bei den U-Untersuchungen

Sie spielen eine zentrale Rolle für das gesunde Aufwachsen eines Kindes: die Früherkennungsuntersuchungen. Jetzt wurden die zehn U-Untersuchungen bis zum Schulalter neu gefasst und teilweise erweitert. Die Verbesserung der Vorsorgeuntersuchungen soll die Früherkennung von Krankheiten und individuellen Risiken des Kindes verstärken. Das ändert sich.

 

Darum ist das „Gelbe Heft“ so wichtig

Es gehört zum festen Inventar aller Eltern: das gelbe U-Heft. Direkt nach der Geburt wird dein Baby von einem Kinderarzt gründlich untersucht. Die Ergebnisse werden in das sogenannte U-Heft eingetragen. Bei der Entlassung von dir und deinem Kind aus dem Krankenhaus bekommst du es ausgehändigt. Ganz wichtig: Sorgfältig aufbewahren! Hier dokumentiert der Kinder- und Jugendarzt die Ergebnisse jeder U-Untersuchung. Auf diese Weise wird von Geburt an die körperliche und geistige Entwicklung deines Kindes kontrolliert.

 

Neue-U-Untersuchung_klein

Die neu gefasste Kinderrichtlinie

Ab 1. September 2016 tritt die neu gefasste Kinderrichtlinie in Kraft. Alle Eltern von Neugeborenen und kleinen Kindern bis zur U6 bekommen ein neues und verändertes Kinderuntersuchungsheft; ab der U7 werden zusätzliche Seiten eingelegt. Allerdings brauchst du nicht extra zum Kinderarzt, um dir das neue U-Heft zu besorgen. Einfach den nächsten Termin abwarten. Dann bekommst du zusätzlich zum alten auch noch das neue U-Heft. Infolge der neuen Kinderrichtlinie werden die zehn U-Untersuchungen bis zum Schulalter neu gefasst und teilweise erweitert.

 

 

Mukoviszidose-Screening

Sie ist die häufigste tödlich verlaufende angeborene Stoffwechselkrankheit: Bei Mukoviszidose-Kranken sind die Sekrete vieler Körperflüssigkeiten zähflüssiger als bei gesunden Menschen. Meist ist die Lunge besonders schwer betroffen, denn der Schleim lässt sich nur schwer abhusten. Alle Neugeborenen werden künftig mit Hilfe eines Screenings untersucht, um gleich nach der Geburt festzustellen, ob sie die schwere Krankheit geerbt haben.

 

Augen

Grauer Star, eine Trübung der Augenlinse oder gar ein bösartiger Tumor der Netzhaut – diese und noch mehr Krankheiten sollen in Zukunft besser und vor allem früher erkannt werden. Deshalb werden die Augen von Anfang an genauer untersucht.

 

Bessere Kinderzähne durch gründliche Vorsorge

Immer mehr Kinder haben heute ein gesundes Gebiss. Laut der Deutschen Mundgesundheitsstudie ist Karies bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Eine positive Entwicklung, die sich möglichst weiter fortsetzen soll, in dem der Fokus künftig noch mehr auf die zahnärztlichen Untersuchungen der Kinder gelegt wird. Eltern werden noch stärker über das frühzeitige Vorsorgeangebot mit den regelmäßigen Terminen in der zahnärztlichen Praxis informiert. Durch Früherkennungsuntersuchungen können Ärzte auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten frühzeitig reagieren oder diese rechtzeitig vorbeugen. Das soll deinem Kind nicht nur schmerzhafte Erfahrungen ersparen. Auch für das weitere Leben erhöht sich die Chance, dass die Zähne gesund bleiben.  

 

Entwicklung

Die neurologischen Untersuchungen des Entwicklungsstands des Kindes in Bezug auf Sprache, Fein- und Grobmotorik werden verbessert.

 

Blick auf die Interaktion zwischen Eltern und Kind

Nicht nur die Vorsorgeuntersuchungen werden weiter gefasst. Künftig soll der Kinderarzt auch die Interaktion zwischen Eltern und Kind genauer beobachten. Verhalten sich die Eltern beispielsweise distanziert gegenüber dem Kind oder ist der Ton schroff, kann der Arzt ein Gespräch oder Hilfe anbieten.

 

Beratung

Dein Kind isst kein Gemüse? Du weißt nicht, welche Impfungen sinnvoll sind? Oder fragst dich, wie lange du dein Baby am besten stillen sollst? Dann kann dir der Besuch des Kinderarztes künftig weiterhelfen. Egal, ob es ums Stillen, die Ernährung oder das Impfen geht – Kinder- und Jugendärzte bieten künftig je nach Alter des Kindes Beratung zu den verschiedensten Themen an. Auch wenn dich etwas belastet oder du dir Sorgen um dein Kind machst, kannst du das bei den U-Untersuchungen ansprechen. Du bekommst dort auch Informationen  über Unterstützungsangebote in deiner Nähe wie z. B. Eltern-Kind-Hilfen.

 

Kurzbeschreibung der Themen jeder U-Untersuchung

Damit du schon vorher weißt, was dich und dein Kind bei der jeweiligen U-Untersuchung erwartet, werden die Themen jeder Vorsorgeuntersuchung für die Eltern kurz im Heft beschrieben. Zu jedem Termin gibt es ab jetzt auch ein Bemerkungsfeld. Dort notiert dein Kinder- und Jugendarzt individuelle ärztliche Empfehlungen, z. B. zur Förderung der kindlichen Entwicklung.

 

Herausnehmbare Karte

Der Besuch einer U-Untersuchung wird in einer eigenen herausnehmbaren Teilnahmekarte schriftlich bestätigt. Bei Bedarf kannst du diese später z. B. in der Kita vorlegen.

 

 

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