Überrasche deine Frau und übernimm die Nachtschicht

Das Stillen hat sich bei Mama und Kind bereits eingespielt und auch der Schlafrhythmus hat sich langsam eingependelt. Dennoch steht deine Frau jede Nacht zweimal auf, um euer Baby zu stillen und zu wickeln. Dabei bräuchte sie dringend auch einmal eine komplette Nacht Schlaf – und hier kommst du ins Spiel.

 

 

Gute Vorbereitung

Das wichtigste ist hier, dass du gut vorbereitet bist, denn ohne etwas Milch bekommst du euer kleines „Ungeheuer“ abends nicht ruhig. Dafür ist es wichtig, dass deine Frau zwei bis drei Tage zuvor bereits Muttermilch abgepumpt und in einem Muttermilchbeutel oder einer -flasche im Kühlschrank verschlossen gelagert hat. Hier bitte darauf achten, dass die Milch am kältesten Ort im Kühlschrank gelagert wird (hinten auf dem Glasregal oberhalb des Gemüsefachs). Bewahre Muttermilch nicht in der Kühlschranktür auf.

 

Bei 0 bis 4 Grad Celsius ist Muttermilch bis zu fünf Tagen haltbar. Muttermilch kann auch eingefroren werden, bei -18 Grad Celsius ist die Milch bis zu 6 Monaten haltbar, bei -20 Grad Celsius bis zu 12 Monate. Wärme oder taue tiefgefrorene Muttermilch niemals in der Mikrowelle oder in kochendem Wasser auf, da so Vitamine, Mineralien und andere wertvolle Inhaltsstoffe verlorengehen können und darüber hinaus Verbrennungsgefahr besteht.

 

Am besten taust du die Milch über Nacht im Kühlschrank auf. Ersatzweise kannst du die Flasche oder den „Pump & Safe“-Beutel auch unter warmes Wasser (max. 37 Grad Celsius) halten. Die auf Raumtemperatur aufgetaute Muttermilch innerhalb von max. 4 Stunden aufbrauchen. Wenn ihr die  Muttermilch im Kühlschrank auftaut, solltet ihr sie innerhalb von 24 Stunden aufbrauchen. Achtung: Nicht wieder einfrieren! 

Die genaue Übersicht zum Umgang mit Muttermilch findest du HIER.

 

Nachts drei Uhr und es geht los

Achte darauf, dass du diese Nacht neben dem Beistellbett schläfst und deine Frau etwas Abstand hat. Vielleicht schlaft ihr sogar eine Nacht getrennt, um ihr die absolute Ruhe zu gönnen. Wenn sich euer Baby zu Wort meldet, trittst du in Aktion.

 

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Nimm euer Baby sanft in den Arm und gehe leise in die Küche. Dort holst du das Fläschchen Muttermilch aus dem Kühlschrank und bereitest die Muttermilch trinkfertig für dein Kleines zu, während du parallel den Sauger holst. Mit Calma zum Beispiel kann dein Baby sein natürliches Trinkverhalten beibehalten. Das ermöglicht einen leichten Wechsel von der Brust zur Flasche – und wieder zurück. Wenn die Milch die Raumtemperatur erreicht hat, gibst du einen kleinen Spritzer auf dein Handgelenk um die Wärme wirklich abschätzen zu können.

 

Beim Füttern ist es wichtig, dass du dein Baby im Arm mit Blickkontakt zu dir hältst und mit dem Sauger die Lippen berührst. Sobald es den Mund öffnet, lässt du den Sauger selbst einsaugen. Schiebe den Sauger nicht gegen seinen Willen in den Mund.

 

Dein Baby wird ab diesem Moment selbst entscheiden, wie viel es und wie schnell es trinkt. Wichtig ist, dass du die Flasche schräg zum Mund hältst und eurem Baby die Zeit lässt den eigenen Trinkrhythmus zu finden.

 

 

Sauber zurück ins Bett

Wenn du merkst, das euer Baby satt ist und nicht mehr saugen möchte, danach legst du euren Sonnenschein mit der Brust sanft auf deine Schulter und wartest ob es Aufstoßen mag. Halte dabei den Kopf eures Kindes fest. Nach einem kleinen Bäuerchen, geht es an den Wickeltisch und du machst es frisch.

 

 

Nun hast du es geschafft und kannst dir (hoffentlich) drei bis vier Stunden Schlaf gönnen.

Gut gemacht!