Beim Stillen ist so ziemlich alles normal, solange dein Baby gut gedeiht

Was ist beim Stillen normal?

Viele Mütter stellen sich insbesondere beim ersten Kind die Frage, ob ihr Kind sich normal entwickelt und sich ihre Stillleistung im Normbereich befindet. Die Wahrheit ist jedoch, dass jedes Baby – und jede Mutter – anders ist.

 

Die „normale“ Bandbreite der täglichen Trinkmenge von Säuglingen, die ausschließlich gestillt werden, und deren Wachstum den Tabellen der WHO entspricht, beläuft sich auf 478 bis 1356 ml.

 

 

Trinken Jungen & Mädchen die gleiche Menge?

In der Studie von Dr. Kent wurde herausgefunden, dass Jungen tatsächlich mehr trinken als Mädchen:

 

Stillmenge-Maedchen

 

755 ml – durchschnittliche tägliche Trinkmenge eines weiblichen Säuglings.

 

Stillmenge-Jungs

 

831 ml – durchschnittliche tägliche Trinkmenge eines männlichen Säuglings.

 

 

Eine Brust oder beide?

Säuglinge haben unterschiedliche Vorlieben beim Stillen, die Wahl, von welcher Brust dein Baby trinkt überlässt du am besten ihm. Du musst es nicht dazu „zwingen“, von beiden Brüsten zu trinken.

 

Stillen-Brust30 % bevorzugen immer nur eine Brust,

13 % wollen immer an beiden Brüsten trinken und

57 % trinken zeitweise gern an einer Brust oder an beiden Brüsten.

 

 

Wie viel beträgt die durchschnittlich getrunkene Milchmenge im Verlauf eines Stillvorgangs?

Stillen-Baby-Gewicht

 

54 bis 234 ml an einer oder an beiden Brüsten

 

Du hast bestimmt manchmal das Gefühl, dass dein Baby nicht genug Milch zu sich nimmt. Aber keine Sorge, sein kleiner Mund ist viel effizienter als man denkt. Dein Baby wird sich so viel nehmen, wie es braucht, solange es etwas gibt. Dabei darfst du nicht vergessen, dass sich deine Milchproduktion an die Bedürfnisse deines Kindes anpasst und nicht andersherum.

 

 

Ist das Stillen in der Nacht normal?

Stillen-Nachts64 % tagsüber und in der Nacht

36 % nur tagsüber

 

Viele von euch kennen das bestimmt: für stillende Mütter „schließt die Küche nie“. Studien zufolge müssen 64 Prozent der Babys Tag und Nacht gestillt werden, während nur 36 Prozent der Säuglinge zwischen 10 Uhr abends und 4 Uhr früh keine Nahrung benötigen.

 

Du kannst also ganz beruhigt sein: Egal wie dein gestillt werden möchte, es liegt alles im Bereich des Normalen, solange es gesund ist und sich im Rahmen der empfohlenen Wachstumsrichtwerte entwickelt.

 

Ein guter Hinweis für eine angemessene Milchaufnahme sind so sechs bis acht nasse Windeln pro Tag. Wenn du dir  jedoch nicht sicher bist oder dein Gefühl dir sagt, dass etwas nicht stimmt, sprich am besten mit einem Arzt.

 

Die meisten Mütter und Babys, die bei guter Gesundheit sind, können beim Stillen eine breite Palette an Erfahrungen, Herausforderungen und tollen Momenten der täglichen Bindung erleben – letztendlich ist das alles „normal” und natürlich.

 

 

 

 

Quellen:

Ramsay, D.T., Kent, J.C., Hartmann, R.A. & Hartmann, P.E. Anatomy of the lactating human breast redefined with ultrasound imaging. J Anat 206, 525-534 (2005), Hassiotou, F. et al. Breastmilk is a novel source of stem cells with multilineage differentiation potential. Stem Cells 30, 2164-2174 (2012), Mennella, J.A., Jagnow, C.P. & Beauchamp, G.K. Prenatal and postnatal flavor learning by human infants. Pediatrics 107, E88 (2001), Jensen, R.G. Handbook of milk composition (Academic Press, San Diego, 1995), Kunz, C., Rudloff, S., Schad, W. & Braun, D. Lactose-derived oligosaccharides in the milk of elephants: comparison with human milk. Br. J. Nutr. 82, 391-399 (1999),Molinari, C.E. et al. Proteome mapping of human skim milk proteins in term and preterm milk. J Proteome Res 11, 1696-1714 (2012), Dekaban, A.S. Changes in brain weights during the span of human life: relation of brain weights to body heights and body weights. Ann. Neurol. 4, 345-356 (1978).