Lilafarbene Solidarität zum Welt-Frühgeborenen-Tag

Manche von ihnen sind so klein, dass sie in die Hand ihrer Mutter passen: Mehr als 60.000 Kinder kommen in Deutschland zu früh zur Welt – also etwa eins von zehn Neugeborenen. Die wenigsten Eltern sind auf eine zu frühe Geburt ihres Kindes vorbereitet.

Während des oftmals wochen- oder sogar monatelangen Klinikaufenthalts und auch in der ersten Zeit zu Hause sind sie emotional stark belastet und fühlen sich oft hilflos und alleingelassen. Der Welt-Frühgeborenen-Tag am 17. November will deshalb weltweit mit Aktionen auf das Thema aufmerksam machen – und wir von Medela machen aus vollem Herzen mit. Unser Firmengebäude ist lila angestrahlt und macht so am Welt-Frühgeborenen-Tag auf die Probleme und Risiken für die weitere Entwicklung der Allerkleinsten aufmerksam.

 

 

welt-fruehgeborenen-tag-2016Eine Handvoll Leben

Unglaublich klein und zart wirken sie und haben doch einen unbändigen Überlebenswillen: Frühchen sind zum Teil kaum über 1000 Gramm schwer und können nur mit Hilfe der Intensivmedizin überleben. Zum Glück kann die moderne Medizin heute aber selbst extrem kleine Frühgeborene retten. Viele überstehen den vorzeitigen Start ins Leben sogar körperlich gesund. Natürlich brauchen Frühchen besonderen Schutz, Fürsorge und Unterstützung, denn ihr Körper ist noch nicht an das Leben außerhalb des Mutterleibes angepasst. Bis zum Schuleintritt holen die meisten von ihnen aber alle körperlichen Defizite auf und unterscheiden sich nicht von regulär geborenen Kindern.

 

 

Früher Start mit vielen Risiken

Zeitlich ist die Definition einer Frühgeburt genau abgesteckt: Normalerweise wird ein Kind in der 40. Schwangerschaftswoche (SSW) geboren. Kommt es vor Ende der 37. Woche zur Welt, gilt es bereits als Frühchen. Dabei unterscheidet man nochmals zwischen mäßig früh geborenen Kindern (32. bis 37. SSW), sehr früh Geborenen (28. bis 31. SSW) und extrem früh geborenen Kindern (vor Vollendung der 28. SSW). Kaum vorstellbar, aber wahr: Auch in unserem heutigen hochtechnologisierten Europa ist eine Frühgeburt einer der Hauptgründe für die Neugeborenensterblichkeit und verantwortlich für über die Hälfte aller Todesfälle bei Säuglingen. Dennoch vollbringt unsere High-Tech- Medizin wahre Wunder: Es überleben 80 Prozent der Babys, die schon nach 26 Wochen zur Welt kommen, 85 Prozent von ihnen ohne größere gesundheitliche Beeinträchtigungen.

 

 

Muttermilch – auch für Frühchen die optimale Ernährung

Wenn eine Mutter ein extrem früh geborenes Kind zur Welt bringt, interessiert die Eltern vor allem eines: Wie wird sich unser Kind entwickeln, und wird es ein selbständiges Leben führen können? Muttermilch ist nicht nur für termingeborene Säuglinge, sondern auch für Frühgeborene die optimale Ernährung, denn in ihr stecken alle Nährstoffe, die das Baby in den ersten Lebensmonaten braucht. Werden Frühchen mit Muttermilch ernährt, haben sie ein geringeres Risiko für Erkrankungen und Entwicklungsverzögerungen des Nervensystems.

 

Im späteren Leben sind Kinder, die mit Muttermilch ernährt wurden, seltener von Übergewicht oder Diabetes mellitus betroffen und zeigen eine bessere Entwicklung des Nervensystems. Allerdings sind Frühgeborene direkt nach der Geburt aufgrund ihrer Unreife oft nicht in der Lage, an der Brust zu trinken. Daher greifen neonatologische Intensivstationen meist auf abgepumpte Milch der eigenen Mutter oder gespendete Muttermilch zurück. Frühes Abpumpen, möglichst innerhalb der ersten Stunde nach der Entbindung, hilft der Mutter, die Milchbildung anzuregen und aufrecht zu erhalten. „Medela ist sich der Schwierigkeiten bewusst, die die Versorgung mit Muttermilch auf neonatologischen Intensivstationen mit sich bringt. Wir sind bestrebt, die neuesten evidenzbasierten Forschungsergebnisse bereitzustellen, um das Stillen und den Einsatz von Muttermilch auf neonatologischen Intensivstationen zu unterstützen“, so Thomas Golücke, Geschäftsführer der Medela Medizintechnik GmbH & Co. Handels KG.

 

 

Beginn des Baby-Alltags

Oft dauert es einige Wochen, manchmal aber auch Monate: Frühgeborene dürfen erst nach Hause, wenn sie selbst atmen, trinken und ihre Körpertemperatur halten können. Der Entlassungstermin aus dem Krankenhaus richtet sich auch danach, wie viel zu früh das Kind geboren wurde. Gut möglich also, dass es zwischen zwei und vier Monaten dauert, bis das Baby endlich mit nach Hause darf. Meist werden die Kleinen nämlich rund um ihren errechneten Geburtstermin entlassen.

 

 

Der Welt-Frühgeborenen-Tag

Bangen, warten, hoffen: Das Leiden der Frühchen und auch ihrer Eltern ist herzzerreißend. Ein Frühchen stellt meist das ganze Leben der Familie auf den Kopf. Obwohl Frühchen die größte Patientengruppe in der Kindermedizin in Deutschland sind, ist das Wissen über Frühgeburt und die damit verbundenen Risiken – direkt nach der Geburt ebenso wie in der weiteren Entwicklung der Kinder – gering. „Die Mitarbeiter auf neonatologischen Intensivstationen setzen sich mit viel Engagement für Frühgeborene ein. Doch außerhalb der betroffenen Familien und dieser Berufsgruppen ist die Aufmerksamkeit gering. Daher ist der Welt-Frühgeborenen-Tag, der rund um den Globus mit Aktionen auf das Thema aufmerksam macht, für die Kinder, ihre Eltern und die Gesellschaft wichtig“, sagt Silke Mader, Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der European Foundation for the Care of Newborn Infants (EFCNI). Als europäische Stiftung setzt sich EFCNI seit 2008 für Frühgeborene und deren Familien ein.